Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen

Frage: Abstillen

Katie.g92

Beitrag melden

Hallo liebe Biggi! Mein Sohn wird im Juli 2 Jahre alt. Ich stille ihn tagsüber zum Einschlafen, auch abends und in der Nacht..wobei ich das Gefühl habe, dass er die meiste Zeit nur nuckelt. Er will die Brust auch zum trösten und reagiert sehr wütend, wenn ich ihn nicht lasse. Dies ist auch mein größtes Problem. Er ist sehr willenstark und fängt auch an zu hauen und beißen, wenn ich die Brust verweigere. Wir haben schon versucht das Stillen auszuschleichen bzw. Einschlafstillen zu lösen. Auch räumliches Abstillen blieb ohne Erfolg. Er wird so wütend, dass er sich selbst schlägt und/oder den Kopf an Boden oder Möbel knallt. Wir lassen ihn nie mit seinen Gefühlen alleine und stehen ihm auch bei. Er kennt nkchts anderes. Schnuller und Flasche w0ollte er nie-fliegt durch die Luft. Nun bin ich aber im 6.Monat schwanger, leide an Übelkeit und Erbrechen und kann einfach nicht mehr.  Ich spiele mit dem Gedanken radikal abzustillen, also eine Nacht zu verreisen. Ich kann ihn nicht weinen hören. Würde jedes Mal wieder nachgeben. Schon zu oft bin ich gescheitert. Was hältst du davon? Mein Sohn ist so stur und ich habe Vieles schon über mehrere Wochen versucht.  Bin den Tränen nahe, weil ich weiß, dass es schlimm wird für ihn, doch ich gehe psychisch und körperlich an meine Grenzen und hab jedes Mal Angst, dass er mir wieder in die Brust beißt. Es fühlt sich nicht mehr gut an.   Hast du Tipps. Ich beschäftige mich so viel mit Stillen, lese viel darüber, aber ich bin nun ratlos. Mein Mann steht mir immer bei und ist bei allen Versuchen voll dabei gewesen.    Vielen Dank vorab Liebe Grüße 


Biggi Welter

Biggi Welter

Beitrag melden

Liebe Katie.g92!   Steh das gemeinsam mit deinem Sohn durch, auch wenn er tobt und weint, denn so entziehst du ihm nicht nur die Brust, sondern dein Kind fühlt sich ganz verlassen. Dein Kind braucht deine Klarheit und Sicherheit und muss sich an die orientieren können! Solange DU nicht ABSOLUT sicher bist, dass du weniger oder gar nicht mehr stillen möchtest, wird dein Kind das spüren. Ist die Mutter innerlich nicht davon überzeugt, dass sie ihr Kind ab- oder weniger stillen will, dann ist dieser Zweifel für das Kind sehr deutlich fühlbar und es reagiert in fast allen Fällen so, dass es eher noch häufiger gestillt werden mag. Zweifel und Unsicherheit sind für ein Kind unerträglich, Kinder brauchen Klarheit. Je klarer und sicherer DU bist, umso leichter machst du es deinem Kind. Denn unsere Kinder spüren jeden Zweifel in uns und dann fällt es ihnen schwerer, uns zu folgen (im wahrsten Sinne des Wortes). Nimm dir einmal eine ruhige Stunde für dich, in der du wirklich unbeeinflusst von außen nachdenken kannst und mach dir dabei sogar ruhig eine Liste aller Gründe, die für ein Wenigerstillen jetzt sprechen und auch welche dagegen sprechen. Überlege dann, welche der Gründe tatsächlich für DICH Bestand haben. Überdenke deine Beziehung zu deinem Kind. Es ist nicht schlimm, wenn du jetzt deinem Kind noch eine Frist gewährst, wenn es für dich okay ist. Wenn du dir deiner Entscheidung sicher bist, wird es euch beiden besser gehen. Fällt die Entscheidung von deiner Seite für das Wenigerstillen, dann wird dein Kind fühlen „Jetzt hat Mama keinen Zweifel mehr" und wird sich auch weniger stillen lassen, sicher nicht ganz ohne Wehmut, aber ohne riesige Verzweiflung. Dein Baby spürt jetzt deinen Zwiespalt und da es sich nicht hinsetzen und sagen kann „Mama, ich spüre, dass du dir nicht sicher bist, was jetzt das Richtige ist, deshalb werde ich dir jetzt bei deiner Entscheidungsfindung helfen" reagiert es auf deine Zweifel mit Unruhe, Weinen und Verunsicherung. Es hat keine anderen Ausdrucksmöglichkeiten als Weinen und (vermehrte) Anhänglichkeit. Babys sind für „geordnete Verhältnisse", Unsicherheit und Zweifel bringen sie aus dem Gleichgewicht. Wichtig ist nun, dass ihm zum einen wirklich miteinander redet und du deinem Kind klar erklärst und sagst, was du willst und was du nicht mehr willst. Zum anderen muss für dein Kind deutlich erkennbar sein, wo deine Grenzen gesetzt sind. Liebevolle Konsequenz ist das Zaubermittel in der Erziehung. Dein Sohn wird vermutlich schreien, toben, treten oder dich schlagen wollen. Ist das schlimm? Nein, es ist völlig normal, denn es ist die einzige Art, wie er in diesem Alter seinen Frust ausdrücken kann. Wie kannst du damit umgehen? Lass es zu. Lass dich nicht verunsichern, denn es geht deinem Kind ja trotzdem gut, es bekommt kein Trauma fürs Leben, wird nicht an deiner Liebe zweifeln. Dein Kleiner ist sauer, und das wird auch wieder vergehen. Bleibe bei ihm und sei du ruhig und klar, so dass er sich an dir orientieren kann. Vielleicht wirst du ihn ein wenig ablenken wollen (falls er sich ablenken lässt), vielleicht bleibst du auch einfach nur in seiner Nähe und versicherst ihm, dass alles ok ist, und dass ihr weiter stillen könnt (oder kuscheln), sobald er sich etwas beruhigt hat. Wenn du konsequent bleibst, wird es klappen. Nur davon hängt es ab: Schaffst DU es... Ich würde mich freuen, wenn du mir in ein paar Tagen noch einmal schreibst, wie es Euch dann geht. Liebe Grüße, Biggi


Katie.g92

Beitrag melden

Hallo Biggi, vielen Dank für deine Worte. Ich hab jetzt begonnen tagsüber abzustillen und man glaubt es kaum, es gab gar keine einzige Träne, nicht mal ein beleidigt sein. Er hat es verstanden. Ich hab ihm erzählt, dass wir von nun an nur noch abends stillen. Das passt ihm. Der Mittagsschlaf findet zwar noch im Auto statt und ich versuche gewissen Situationen auszuweichen, in denen er die Brust verlangen könnte, aber er ist zufrieden und lässt sich sofort ablenken. Danke dir. Nächste Woche werde ich den Tagschlaf wieder im Bett anstreben und erst danach die Nacht ohne Brust in Angriff nehmen.  Keine Ahnung woe ich nur mit dem Gedanken spielen konnte, radikal abzustillen und es meinem Mann zu überlassen.   Ich bin mir nun so sicher und deshalb klappt es. Hätte ich nie gedacht. LG


Katie.g92

Beitrag melden

Hallo Biggi, vielen Dank für deine Worte. Ich hab jetzt begonnen tagsüber abzustillen und man glaubt es kaum, es gab gar keine einzige Träne, nicht mal ein beleidigt sein. Er hat es verstanden. Ich hab ihm erzählt, dass wir von nun an nur noch abends stillen. Das passt ihm. Der Mittagsschlaf findet zwar noch im Auto statt und ich versuche gewissen Situationen auszuweichen, in denen er die Brust verlangen könnte, aber er ist zufrieden und lässt sich sofort ablenken. Danke dir. Nächste Woche werde ich den Tagschlaf wieder im Bett anstreben und erst danach die Nacht ohne Brust in Angriff nehmen.  Keine Ahnung woe ich nur mit dem Gedanken spielen konnte, radikal abzustillen und es meinem Mann zu überlassen.   Ich bin mir nun so sicher und deshalb klappt es. Hätte ich nie gedacht. LG


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.

Ähnliche Fragen

Kind 20 Monate stillt noch 3 Mal: Morgens 5-6Uhr Mittags 11Uhr oder 14uhr   [wenn ich Sie hinlegen um 11Uhr - wenn Sie in der Kita ist nach dem abholen 14Uhr] Abends 18:30-19Uhr Sie isst sehr schlecht.  Es gibt kein essen, bei dem man sagen kann,dass isst Sie bestimmt/sicher. Gemüse isst Sie nur wenig und auch Obst geht nicht immer. ...

Liebe Biggi, ich muss so langsam abstillen, da bei mir eine chronische Borreliose festgestellt wurde und wenn ich meine eigene Gesundheit angehen möchte, muss ich gewisse Dinge einnehmen, die nicht an Stillenden erprobt sind bzw. teilweise stillunverträglich sind. Meine Tochter ist jetzt 16 Monate alt und das Einschlafen untertags ist ziemlich her ...

Liebe Biggi, ich habe soeben viele deiner Antworten auf gestellte Fragen zum Thema Abstillen gelesen und war berührt von deiner Empathie und deinem Verständnis für jede einzelne Situation der Mütter die verzweifelt, verunsichert und einfach nicht weiter wissen - so wie ich.  Hier unsere Situation. Unser Sohn ist jetzt 19 Monate alt und wird fast ...

Hallo. Ich würde gerne "abstillen", habe seit Mitte Mai für unseren Sohn abgepumpt. Durch Brustentzündung im Dezember und Milchstaus etc. bin ich mittlerweile soweit, dass ich schon mitten im Abstillprozess bin, jetzt aber gerade nicht weiß wie ich es "beende". Ich pumpe nur noch morgens und abends 10 Minuten und es kommt auch nicht mehr viel raus ...

Hallo, Mein Sohn wird in sechs Wochen 3 Jahre alt. Er geht halbtags in den Kindergarten, den Rest der Zeit kümmere ich mich um ihn. Ich versuche ihn seit ca. 6 Monaten abzustillen. Zuerst haben wir es auf vier mal reduziert (morgens, Mittagsschlaf, abends und einmal nachts), dann habe ich versucht, es auf zweimal zu reduzieren, ohne nennenswert ...

Hallo, wir stillen immer noch :) Mein Sohn wird im Mai 2 Jahre und seit ein paar Wochen merke ich, dass er nur noch an der Brust "nuckelt" und eigentlich nicht mehr trinkt. Er trinkt 1x immer um ca. 23 Uhr richtig viel und die restlichen male nuckelt er nur wie bei eimem Schnuller. Er lässt sich aber anders (außer durch ewiges herumtragem) micht me ...

Hallo Frau Welter, ich bin leider total verunsichert und weiß nicht recht an wen ich mich wenden kann. Ich habe jetzt auch viele ähnliche Beiträge und Ihre Antworten dazu gelesen, aber nichts passt so richtig zu mir.  Mein Sohn wird in einem Monat 2 Jahre. Nach anfänglichen Problemen beim stillen, haben wir eine richtig schöne Stillzeit zusammen. M ...

Hallo, Meine Tochter ist 13 Monate alt und aufgrund einer anstehenden Kinderwunschbehandlung muss ich sie leider jetzt schon abstillen. Ich habe es bereits geschafft sie nachts abzustillen und sie schafft es mehrere Stunden zu schlafen, wacht aber dennoch öfter auf. Sie wird aktuell mehrmals gestillt: morgens nach dem aufwachen, mehrmals tagsüber ...

Hallo Biggi, meine Tochter ist 2 1/4 Jahre alt. Sie stillt noch sehr viel tagsüber und auch nachts noch häufig. Unsere Nächte sind oft sehr sehr unruhig und ich bin morgens völlig gerädert, da ich manchmal einfach nicht wieder in den Schlaf finde. Jetzt haben mein Mann und ich den Plan, unsere Tochter nachts abzustillen. Dazu möchte er die Nächte ...

Liebe Biggi,  ich hatte dir vor 2 Monaten geschrieben, dass ich einen Ausschlag unter der Brust habe und ich bei einer sehr unsensiblen Hausärztin war, die meinte ich müsse abstillen.  Nach deiner Rückmeldung hatte ich mich dagegen entschieden und erst mal abgewartet. Die Ärztin meinte es sei ein Pilz, allerdings hatte ich absolut keine Beschwerden ...