Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen zwecks Antibiotikumbehandlung

Frage: Abstillen zwecks Antibiotikumbehandlung

Bente27

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Hallo, meine kleine Tochter ist 16 Monate alt und ich stille sie noch. Meistens Nachts, aber auch tagsüber bekommt sie nach Bedarf die Brust. Vor ein paar Tagen war ich beim Zahnarzt und sollte jetzt schnellstmöglich eine Paradontitisbehandlung mit Antibiotikum machen. Der Arzt sagte, ich muss aber vorher abstillen und sollte dies auch so schnell wie möglich tun. Vielleicht können Sie mir weiterhelfen - ich kann doch nicht von heute auf morgen abstillen, das wäre doch auch nicht gut fürs Kind oder? Ich habe schon überlegt, vielleicht die Milchproduktion zu reduzieren, wenn das möglich ist und die Kleine dann von selbst auf die Brust verzichtet. Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen Vielen Dank


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Bente27, eine Gabe von Antibiotika erfordert kein Abstillen. Ich zitiere zum Thema aus „Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit“ von Spielmann, Steinhoff, Schaefer, 7. Auflage 2006: Antibiotika allgemein Bei vielen Antibiotika erhält ein gestilltes Kind unter Behandlung der Mutter weniger als 1 % der auf das Körpergewicht bezogenen therapeutischen Dosis. Damit werden allenfalls minimale, in keinem Fall Bakterien hemmende Konzentrationen im Säuglingsplasma erreicht. In der Literatur werden immer wieder folgende Risiken diskutiert: Beeinflussung der Darmflora (ggf. „dünnere" Stuhlkonsistenz, selten Durchfall), Beeinflussung bakteriologischer Untersuchungen, die im Fall einer Erkrankung des Säuglings erforderlich werden könnten, Entwicklung resistenter Keime, Sensibilisierung. Als klinisch relevant oder gar therapiebedürftig haben sich alle diese Nebenwirkungen bisher nicht erwiesen. Am ehesten ist mit einer vorübergehenden Auswirkung auf die Stuhlkonsistenz zu rechnen (Ito 1993). Bei Fragen zur Vereinbarkeit von Medikamenten und Stillzeit (und natürlich auch Schwangerschaft) kann und sollte sich Ihr Arzt jederzeit an das Berliner Pharmakovigilanz und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie ("Embryotox") wenden, das unter der Telefonnr. 030 30308 111 erreichbar ist, per mail unter mail@embryotox.de, oder online unter www.embryotox.de bzw. http://www.bbges.de/content/index024a.html. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, wenn SIE nicht abstillen möchten. LLLiebe Grüße, Biggi


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