Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen - wie schaffe ich es?

Frage: Abstillen - wie schaffe ich es?

Mitglied inaktiv

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Hallo, meine Tochter ist jetzt gut 9 Monate alt und wird nur noch morgens gestillt. Ich habe bis jetzt zwar gerne gestillt, aber möchte jetzt doch aufhören, da die Kleine es nicht vermißt - wir kuscheln so viel - und sie auch schon einige Zähne hat. Bei jedem Stillen, egal in welcher Position sie angelegt wird, kaut sie auch und ich trage jedesmal Verletzungen an den Brustwarzen davon, die sehr wehtun und bis zum nächsten Tag ja nicht abheilen, bis sie sie wieder mit den Zähnen bearbeitet. Für uns beide wäre es also kein Drama das Stillen ganz zu beenden. Sie bekommt auch Milchberei und Joghurt, habe auch mit 3er Folgemilch angefangen probehalber, die sie problemlos trinkt. Meine Fragen: Wieviel Flüssigkeit insgesamt zusätzlich zur Breinahrung braucht sie pro Tag? Wie kann ich ganz abstillen, da meine Brust ja immer noch Milch produziert, sie allerdings nur noch an der rechten Seite trinkt? Gibt es natürliche Hilfen wie Tees, die die Milchproduktion stoppen? Was soll ich ihr dann zu trinken geben, nur Wasser? Viele Fragen aber bitte bitte antworte bald. Liebe Grüße Kirsten


Biggi Welter

Biggi Welter

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? Liebe Kirsten, Wieviel Flüssigkeit ein Baby zusätzlich zur Beikost braucht, hängt davon ab, wieviel Beikost es isst, wie warm es ist, wie aktiv das Kind ist und einigem anderen mehr. Ein Kind, dass noch viel breiartige Kost isst, bekommt zudem über die Nahrung relativ viel Flüssigkeit Solange ein Baby zusätzlich zur Beikost weiterhin nach Bedarf gestillt wird, genügt auch die Muttermilch als Flüssigkeitszufuhr, dennoch ist es sinnvoll, parallel zur Beikost den Becher mit Wasser einzuführen. Biete deinem Kind zur Beikost immer Wasser an, dann hat es die Möglichkeit zu trinken, wenn es durstig ist. Wasser ist das optimale Getränk, sowohl für Kinder wie für Erwachsene, Saft ist nicht notwendig. Solange der Urin des Babys hell, fast farblos aussieht und nicht unangenehm riecht, bekommt es in der Regel genügend Flüssigkeit. Beim Abstillen gehst Du am besten so vor, dass Du dein Kind zunächst anlegst, aber es sich nicht vollständig satt trinken lässt, sondern anschließend noch die Flasche (oder bei einem Baby ab etwa sechs Monaten Beikost) anbietest. Bei manchen Kinder empfiehlt sich auch die umgekehrte Vorgehensweise, zuerst Beikost oder Flasche anbieten und anschließend noch die Brust, das musst Du ausprobieren. Ob mit neun Monaten die Flasche noch unbedingt erforderlich sein wird, hängt von deinem Kind ab. Auf diese Weise verringerst Du das Stillen immer weiter, bis Du schließlich gar nicht mehr anlegst. Solange Du keine Probleme mit einer prallen, schmerzhaft spannenden Brust oder einem Milchstau usw. hast, besteht überhaupt kein Handlungsbedarf. Deine Brust wird ganz allmählich die Milchproduktion vollständig einstellen und noch in der Brust vorhandene Milch wird vom umgebenden Gewebe resorbiert werden. (Keine Sorge, die Milch in der Brust wird nicht „schlecht"). Sobald Du jedoch Stauungen oder ein unangenehmes Spannungsgefühl bekommst, kannst Du gerade so viel Milch mit der Hand ausstreichen (oder ganz vorsichtig abpumpen), dass die unangenehme Spannung nachlässt und Du dich wieder wohl fühlst. Nicht mehr ausstreichen, sonst wird die Milchbildung weiter angeregt. Zusätzlich kannst Du die Brust kühlen. Du brauchst deine Trinkmenge NICHT einzuschränken, sondern kannst und sollst weiterhin entsprechend deinem Durstgefühl trinken. Es hat sich allerdings als sinnvoll erwiesen, den Kochsalzkonsum in der Abstillperiode einzuschränken. Manche Frauen empfinden einen stützenden, aber in keinem Fall einengenden BH in der Abstillphase als angenehm. Zwingend notwendig ist es jedoch nicht, einen BH zu tragen. Es gibt auch naturheilkundliche und homöopathische Mittel, um den Abstillprozess zu unterstützen, wenn Du dich hierfür interessierst, wende dich bitte an eine entsprechend ausgebildete Ärztin/Arzt oder eine Hebamme. Widersteh der Versuchung immer wieder ein bisschen an der Brust herumzudrücken, um zu sehen „ob da noch was ist". Auf diese Weise kann die Milchproduktion auf geringen Niveau weiterhin aufrecht erhalten bleiben. LLLiebe Grüße Biggi


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