Mitglied inaktiv
Hallo, ich stille meine 12 Wochen alte Tochter voll und habe daran viel Spaß. Sie ist allerdings von Anfang an ein "Spei-Kind" gewesen und seit ca. 6 Wochen spuckt sie nicht nur nach dem Trinken viel Milch, sondern auch noch lange Zeit später klare Flüssigkeit und "Quark". Die ganze Sache scheint ihr ganz ekelig zu schmecken und riecht auch nach Erbrochenem... Die gefragte Kinderärztin meinte dazu, dass man da nichts machen könnte... nur vielleicht Ziegelsteine unter das obere Ende vom Bettchen legen (?!)... Nun hab ich gestern in der Stillgruppe von einem Fall gehört, wo die Mama abstillen musste, weil das Baby vom Spucken eine ganz veräzte Speiseröhre hatte, viel schrie und sie die Flaschenmilch dann andicken konnte! Nun mache ich mir Sorgen, dass das viele Spucken auch der Speiseröhre unserer Tochter schadet... Dabei möchte ich gern so lange wie möglich stillen. Kann ich da irgendetwas tun? Ich lasse inzwischen alles an Schokolade weg und trinke auch keine Fruchtschorlen mehr, die die Milch eventl "sauer" machen könnten... Vielen Dank schon einmal für die Antwort! Liebe Grüße Chr. Jahns
Liebe Chr. Jahns, viele Babys erbrechen oder spucken in den ersten Lebensmonaten sehr häufig. Als Ursache für das Zurückfließen der Nahrung, auch Reflux genannt, wird eine Schwäche des unteren Speiseröhrenschließmuskels angenommen. Milde Formen von Reflux sind in den ersten fünf Monaten sehr häufig und werden fast als normal betrachtet. Ein klinisch bedeutsamer, behandlungsbedürftiger Reflux kommt bei einem von 500 Babys vor (NMAA Talkabout Nov. 1996, Lesley Taylor). Solange das Baby gut gedeiht, ist dieses Spucken hauptsächlich ein Wäscheproblem. Wenn es Ihnen aber Sorge bereitet, lassen Sie ihr Kind nochmals vom Arzt anschauen. Haben Babys Spuckprobleme, wird empfohlen, sie während und nach den Mahlzeiten aufrecht zu halten, sie häufig aufstoßen zu lassen und sie häufig, aber für kürzere Zeit anzulegen. Sprechen Sie auch einmal mit Ihrer Kinderärztin/arzt, ob sie/er es für sinnvoll hält, das Kind zum Schlafen etwas hoch zu lagern (zum Beispiel mit einem Keil unter der Matratze, das meinte sie wohl mit den Ziegelsteinen). Achten Sie in jedem Fall auf gutes Anlegen und Ansaugen, denn je weniger Luft das Kind schluckt, umso weniger muss wieder nach oben. Die Erfahrung zeigt, dass sich das Spucken mit zunehmendem Alter verringert, bei manchen Kindern bedeutet "mit zunehmendem Alter" jedoch deutlich mehr als nur drei bis sechs Monate. Abstillen und das Füttern von angedickter Nahrung hat fast immer KEINEN positiven Einfluss auf das Spucken. Nach einiger Zeit verliert sich das Spucken bei den meisten Babys und die Waschmaschine kann wieder weniger in Anspruch genommen werden. Ich hoffe, ich konnte Sie beruhigen. LLLiebe Grüße, Biggi
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