Mirjana
Hallo, meine Tochter ist knap 9 Monate alt, bekommt 3 Mahlzeiten und wird auch oft gestillt auch in der Nacht ca 3x. Ich bin aber seit einige Zeit krank und habe nur aufgrund meiner Tochter mit der Behandlung verzögert. Nun musste ich aber schon abstillen, da meiner Zustand sich verschlechterte. Meine Tochter ist aber auf die Brust fixiert, saugt sehr gerne und braucht meiner Nähe. Sie nimmt auch keine Flasche oder Schnuller. Mir fehlt auch sehr schwer die ganze Situation und die Tatsache dass ich sie abstillen muss, aber die braucht auch eine gesunde Mama. Ich bin bewusst dass es für viele Krankheiten geeignete Medikamente gibt, aber ich will sie auf gar keinen Fall unter Gefahr bringen. Haben Sie vielleicht ein Tipp wie kann ich sie am einfachsten abstillen ohne das sie darunter leidet? Danke im Voraus und liebe Grüße, Miriam
Liebe Miriam, ist es wirklich ausgeschlossen, dass ein anderes Medikament genommen wird? Leider wird Medikamentenrisiko häufig überbewertet und die Konsequenzen, die ein plötzliches Abstillen für das Kind mit sich bringen, werden häufig unterschätzt. Tatsächlich kommt es selten zu Symptomen einer gesundheitsschädigenden Wirkung von Medikamenten über die Muttermilch. Die Risikoinformationen in Beipackzetteln und Einschätzungen in Arzneibüchern sind irreführend und geben keine Hilfestellung bei der Wahl einer adäquaten Therapie. Für die meisten Erkrankungen stehen Medikamente zur Verfügung, die mit dem Stillen zu vereinbaren sind. Darum kann und sollte sich dein behandelnder Arzt bei der Embryotox in Berlin gezielt beraten lassen!! Es ist dein gutes Recht, das auch von ihm abzufordern... Das Berliner Pharmakovigilanz und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie ("Embryotox") berät Ärzte und andere Fachleute bei Fragen zur Vereinbarkeit von Medikamenten und Stillzeit (und natürlich auch Schwangerschaft). Es ist unter der Telefonnr. 030 450-525700 erreichbar, per mail unter mail@embryotox.de, oder online unter www.embryotox.de bzw. http://www.bbges.de/content/index024a.html. Vielleicht kannst du so wenigstens in Ruhe abstillen, was für dein Baby und auch für die Brust sicherlich besser ist. Wenn du abstillen möchtest, dann sprich mit deinem Kind darüber, dass eure Stillzeit nun langsam zu Ende geht und zeige ihm, dass du es selbstverständlich noch genau so lieb hast wie schon immer. Du entziehst ihm die Brust aber nicht dich selbst und deine Liebe. Dazu kannst du die Stillzeiten immer weiter verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst dein Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen oder zu trinken anbieten. Ob es tatsächlich noch Hunger hat und eine Flasche braucht, kann ich nicht beurteilen. Ihr könnt ein festes Ritual mit Kuscheln und Vorlesen oder Geschichte erzählen einführen. Viele Eltern beginnen auch bereits bei einem wenige Monate alten Baby damit, den Tag am Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und so ein Gespräch (das sich im Laufe der Zeit dann entwickeln wird) über die Erlebnisse, Freuden, aber auch Sorgen und Nöte des Kindes zu führen. Durch solch ein Gespräch bleiben Eltern dann auch in engem Kontakt mit ihrem Kind und der leider viel beobachtet Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kind kann entgegengewirkt werden. Wenn dein Partner nicht einspringen kann, bleibt es an dir, euer Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Ich hoffe, die Antwort hilft dir weiter. Liebe Grüße Biggi
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