Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen vor Arbeitsbeginn sinnvoll?

Frage: Abstillen vor Arbeitsbeginn sinnvoll?

Lilime17

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Hallo! Mein Sohn ist nun letzte Woche ein Jahr alt geworden. Ab November werde ich wieder arbeiten gehen und mein Mann wird zeitgleich mit ihm die Eingewöhnung in der Krippe beginnen. Derzeit stille ich morgens vor dem Aufstehen, mittags vor dem Mittagsschlaf, abends vor dem Einschlafen und nachts immer wenn er aufwacht (ca. 3-4 Mal). Mittags möchte ich nun auf das Stillen verzichten, weil er das in der Krippe ja auch nicht bekommen wird. Nun werde ich ab November entweder 1x die Woche oder alle 6 Wochen eine ganze Woche lang Frühschicht haben. Da ich in dem Fall schon 5.30 Uhr das Haus verlasse, werde ich ihn also vor dem Aufstehen nicht mehr stillen können. Außerdem haben wir 1x pro Monat abends Dienstberatung und ich werde sicherlich nicht rechtzeitig zum Schlafengehen zu Hause sein. Sollte ich deshalb rechtzeitig vor November abstillen? Oder kann mein Mann unserem Sohn in den Fällen, wenn ich nicht da bin, zum Frühstück bzw. Abendbrot Kuhmilch oder Kindermilch anbieten und ansonsten stille ich weiter, solange er es möchte? Wir genießen die Zweisamkeit nämlich eigentlich noch sehr. Zudem ist zum Krippenstart im November ja auch Erkältungszeit. Wäre ein Weiterstillen für sein Immunsystem da eine Unterstützung? Und würde ihm das "Zurückkommen zu Mama" zu Hause den Krippenstart erleichtern oder eher die Trennung noch erschweren oder ist auch das von Kind zu Kind unterschiedlich? Liebe Grüße und vielen Dank im Voraus! Lilime17


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Lilime17, ich persönlich bin der Meinung, dass das Stillen für Euch noch sehr wichtig ist und auf Dein Kind genug neue Erfahrungen einstürmen werden. Deine Sorge um die Kita ist natürlich total nachvollziehbar. Trotzdem möchte ich dich einladen, deinem Baby die verbleibende Zeit einfach zu "schenken". Nimm jeden Druck raus, der momentan zwischen euch steht. So merkwürdig es klingen mag: Oft hilft genau dieses Verhalten, das "Loslassen und Annehmen" der Mütter den Kindern dabei, das gleiche zu tun. Für dein Kind wird die Umstellung sowieso groß sein und es weiß ab dem ersten Tag, dass es nur bei DIR Milch bekommt. Unsere Kinder sind flexibel und dein Sohn wird lernen, zu warten, bis Du wieder da bist. Es kann gut sein, dass dein Kleiner sich die ersten Tage auf dich stürzen wird, aber auch das ist ok :-). Lass dir nicht jetzt schon Druck machen und genieße die Zeit, die Du dein Baby jetzt noch für dich alleine hast ;-). Gerade jetzt ist es wichtig, dass zu Hause nicht auch noch Veränderungen kommen, dein Kind braucht Sicherheit! Es ist immer gut, sich auch seine eigenen Gedanken zu machen und aufs Mutterherz zu hören... tatsächlich macht es keinen Sinn, dein Baby abzustillen, denn es tut ihm wirklich gut, in der Zeit, die ihr zusammen seid, "Normalität" tanken zu können. Leider lässt uns unser Alltag wirklich wenig Alternativen, und für viele kleine Kinder ist die intensive Fremdbetreuung und das Leben in der Gruppe einfach eine riesige Herausforderung. Alles Gute für Euch, es wird klappen, bleib ganz entspannt! LLLiebe Grüße Biggi


Flowermama

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Ich würd weiterstillen. Vermutlich wird dein Sohn ganz dringend und ausgiebig an die Brust wollen wenn du nach Hause kommst. So könnt ihr beide die vermisste Nähe nachholen. Bei meinen Kindern kam es mir jeweils so vor, dass sie sich an der Brust vergewissern, dass ich noch da bin, wenn ich für die Arbeit weg war. Wenn du früh weg musst, stille ihn einfach nochmal bevor du aufstehst und dann kann er später mit deinem Mann frühstücken. Das ins Bett gehen wird vielleicht zu Beginn etwas schwieriger wenn er das stillen zum einschlafen braucht aber er wird sich daran gewöhnen. Und ein 15 Monate altes Kind versteht ja schon vieles. Er wird bald merken, dass er die Milch aus dem Becher trinkt wenn der Papa da ist und wenn die Mama da ist gibts die Brust. Wenn du das stillen noch geniesst würde ich wegen der paar Abwesenheiten nicht darauf verzichten. Er wird auf so vielen Ebenen davon profitieren wenn er noch etwas weiterstillen darf in einer Zeit der Veränderung. Man wird zunehmend schräg angeschaut aber ich habs nicht bereut lange gestillt zu haben.


Rotkehlchen

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Hallo Lilime, aus meiner Erfahrung heraus würde ich auch sagen, stillt weiter, solange ihr es beide noch genießt! Mit einem Jahr kann und wird dein Sohn verstehen, dass er nur bei Mama stillen kann und dass er bei Papa und in der Kita ohne einschlafen muss. Mein Sohn wurde bei Kitastart mit einem Jahr auch noch (einschlaf-)gestillt, aber Mittagsschlaf in der Kita war von Anfang an kein Problem. Es ist einfach eine ganz andere Situation dort, wenn alle Kinder gemeinsam Mittagsschlaf machen, und nach einem Vormittag in der Kita sind die Kids meist auch völlig k.o., gerade zu Beginn, wenn sie das ganze „Gewusel“ noch nicht gewöhnt sind. (Persönlicher Tipp: Solltest du den Eindruck haben, dass die Kita/die Erzieherinnen skeptisch bzgl. des Einschlafstillens sind, erzähl ihnen einfach nicht, dass dein Sohn zu Hause beim/nach dem Stillen einschläft! Dann werden sie bei ihm auch ganz unbefangen an das Thema Schlafen in der Kita herangehen!) Ach ja, und wenn du in Schichten arbeitest und daher mal nicht zur gewohnten Zeit morgens oder abends stillen kannst, wird es wahrscheinlich für dich selbst wichtig sein, dass du vor oder bei der Arbeit abpumpen oder ausstreichen kannst.


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