Mitglied inaktiv
Liebe Biggi! Meine Tochter wird im Mai 3 Jahre alt. Zur Zeit stillen wir noch 1x morgens und 1 mal abends. Eigentlich möchte ich sie bald abstillen und in der nächsten Zeit wenigstens das morgentliche Stillen weglassen. Wenn ich mit meiner Tochter darüber spreche ist alles kein Problem, sie meint dann sie ist schon ein grosses Mädchen und kann auch ohne trinken sein. Wenn sie dann aber morgens aufwacht und ich sie nicht trinken lasse, gibts ein Theater sondergleichen. Ich habe das jetzt schon 2 Tage probiert konsequent zu sein, aber es bringt nichts ausser 2 Stunden Weinen und Schreien. Ich kann einfach nicht mehr. Ich darf sie dann nicht einmal angreifen, sie stösst mich weg, kommt dann aber doch wieder zu mir kuscheln. Wie soll ich weiter vorgehen. Ich glaube durch den Entzug der Brust ist sie seelisch doch sehr verletzt. Mein Mann reagiert nur mit unverständnis, ihm war das Stillen mit einem halben Jahr schon unverständlich. Kann mein Kind einen seelischen Schaden davontragen wenn ich es so abstille? Ich habe auch Schmerzen beim Stillen nachdem sie ziemlich fest nuckelt und sie ja auch schon alle Zähne hat. Danke für deinen Rat! lg susi
? Liebe Susi, das feste Nuckeln und die damit verbundenen Schmerzen sind eine Sache, das Abstillen eine andere. Ein Kind in diesem Alter weiß schon sehr gut, was „weh tun" bedeutet und deshalb kannst Du ihm sehr gut erklären, dass es vorsichtig oder zart oder welches Wort zu diesem Zweck auch immer in eurem Sprachschatz vorkommt, an der Brust sein soll. Nimm sie sofort von der Brust wenn es dir weh tut, erkläre ihr nochmals, dass das Stillen auf diese Weise Schmerzen verursacht und sie vorsichtiger und sanfter sein muss. Die meisten Kinder lernen dann sehr schnell, wie sie trinken müssen, ohne der Mutter Schmerzen zu bereiten. Abruptes, plötzliches Verweigern der Brust ist selten ein Weg zu einem harmonischen Ende einer Stillbeziehung. Günstiger ist es meistens, mit dem Kind über das Abstillen zu sprechen - was Du ja schon getan hast - und dann zunehmend die Stillzeiten immer weiter zu verkürzen. Auch über dieses „immer weniger" kannst Du mit deiner Tochter sprechen. Für das Kind muss einfach klar sein, dass die Mutter ihm zwar die Brust entzieht, aber nicht ihre Liebe und Zuneigung. Gönnen Sie sich und Ihrem Kind in den nächsten Tagen viel Ruhe und Gemeinsamkeit. Ihre Kleine scheint mir recht verstört und Sie beide müssen erst einmal wieder zueinander finden. Außerdem möchte ich Ihnen das Buch „Wir stillen noch - über das Leben mit gestillten Kleinkindern" von Norma J. Bumgarner empfehlen. Nochmals: Wichtig ist, dass Ihr Kind spürt, dass Sie ihm zwar die Brust entziehen, nicht aber Ihre Liebe. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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