Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen vom Kleinkind

Frage: Abstillen vom Kleinkind

Mitglied inaktiv

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Liebe Biggi, meine Kleine ist bald 15 Monate alt und wird zum Einschlafen und während der Nacht (2-5 mal gestillt). Das verlangt sie auch lautstark und energisch. Mittagschlaf macht sie an den Wochenenden auch nur, wenn sie in den Schlaf gestillt wird. Unter der Woche in der KiTa kann sie problemlos ohne Brust einschlafen. Sie schläft auch nur bei mir im Bett. Ich würde ehrlich gesagt ganz gerne Abstillen bzw. nur noch einmal morgens stillen, weiß aber nicht, wie ich das bewerkstelligen soll. Da ich Alleinerziehend bin helfen mir auch die ganzen Tips nichts, die darauf ausgerichtete sind, dass Kind vom Vater ins Bett bringen zu lassen. Vielleicht können Sie mir weiterhelfen. Eventuell würde mir auch schon eine Perspektive helfen, dass die Kinder sich in der Regel mit xx Monaten selber abstillen.... Zur Zeit kommt es mir nämlich vor, als ob meine Tochter nie oder frühestens mit Schuleintritt bereit ist, sich von der Brust zu lösen. ;-)Mit meinem Sohn hatte ich das Problem nie. Er hat sich mit einem kanppen Jahr selbst abgestillt. Danke für Ihre Hilfe Kerstin


Biggi Welter

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? Liebe Kerstin, würde es Ihnen wirklich helfen, wenn ich jetzt schreibe „statistisch gesehen stillen sich die meisten Kinder mit xx Monaten oder x Jahren ab"? Ich würde Ihnen damit einen Zeitpunkt nennen, der für Ihr Kind gar keine Aussagekraft hat, denn diese Statistik bedeutet nichts für Ihr Kind. Statistisch gesehen stillt sich ein Kind irgendwann zwischen dem zweiten und dem vierten Geburtstag ab, doch es kann sein, dass sich Ihr Kind - auch wenn Sie sich das nicht vorstellen können - nächste Woche abstillt oder aber auch erst - wenn Sie das zulassen - mit fünf Jahren. Wenn Sie Ihr Kind jetzt abstillen - wozu ich Ihnen gleich noch Tipps geben werde -, dann ist das übrigens auch keine Garantie, dass ihr Kind längere Schlafphasen haben wird. Gerade weil Sie durch ihre Berufstätigkeit immer wieder von Ihrer Tochter getrennt sind, kann es nämlich sein, dass die Kleine nachts „Mama tankt" und das wird sie auch ohne stillen tun. Ich erlebe immer wieder, dass gerade berufstätige Mütter feststellen, dass die Nächte mit Stillen (und dem Kind mit im eigenen Bett oder zumindest unmittelbar daneben) deutlich weniger anstrengend waren, als nach dem Abstillen. Die folgenden Vorgehensweisen haben sich beim Abstillen eines älteren Babys bewährt: Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Sie Ihrem Kind die Brust nicht von sich aus anbieten, aber auch nicht ablehnen, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Ihre Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Sie müssen die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Sie viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmen, die Ihrem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Sie Ihr übliches Verhalten in bestimmten Situationen verändern. Wenn Sie zum Beispiel sitzen bleiben anstatt sich hinzulegen, wenn Sie Ihr Kind zum einschlafen bringen. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal bringt es das Abstillen auch weiter, wenn Sie das Stillen immer dann, wenn Ihr Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschieben. Das können Sie flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Sie können auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Sie können Ihr Kind eine kleine Weile anlegen und ihn dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Da Sie alleinerziehend sind, bleibt es an Ihnen, Ihr Kind nachts auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Außerdem möchte ich Ihnen das Buch „Wir stillen noch - über das Leben mit gestillten Kleinkindern" von Norma J. Bumgarner empfehlen. Wichtig ist, dass Ihr Kind spürt, dass Sie ihm zwar die Brust entziehen, nicht aber Ihre Liebe. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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