Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen und Entwöhnen

Frage: Abstillen und Entwöhnen

Sophina

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Hallo.. folgendes Anliegen. Ich habe eine kleine Prinzessin die im August zwei Jahre alt wird. Von Tag eins an habe ich sie gestillt, und wir haben die Zeit wirklich sehr genossen und tun dies meistens auch immernoch. Doch langsam möchte ich abstillen bzw sie von der Brust entwöhnen. Wenn Sophie bei ihrem Papa oder ihren Großeltern schläft, gibt es keinerlei Probleme beim einschlafen. Seit ein paar Tagen Trinke ich Salbeitee, und ich habe den Eindruck das sie merkt, das mit ihrer Milch etwas nicht stimmt. Denn seitdem trinkt (nuckelt) sie Stunden an meiner Brust rum. Bei dem Versuch sie von der Brust zu lösen, wird sie wach. Was wirklich nicht einfach ist, denn ich möchte sie ja nicht leiden sehen. Somit stehe ich selbst in dem Konflikt sie weiter zu stillen, obwohl ich garnicht mehr möchte. Wie kann ich es uns einfacher gestalten ? Ich hoffe auf eine Antwort von Ihnen und das sie den Ultimativen Tip für mich haben. Lieben Gruß, Nadine und Sophie :)


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Nadine und Sophie :), Stillen ist eine Zweierbeziehung und wenn es dazu kommt, dass sich ein Partner dabei nicht wohl fühlt, dann müssen Lösungswege gefunden werden. Das Wichtigste überhaupt ist allerdings, dass Du fest zu deinem Entschluss stehst. Solange hier noch der geringste Zweifel besteht, wird dein Kind diese Zweifel spüren und Du wirst weiterhin `schwach" werden. Für viele von uns ist es sehr ungewohnt zu sehen, wie begeistert und mit wie viel Freude ein Kleinkind stillt. Deine Tochter verhält sich gar nicht so "brustversessen" wir Du glaubst, viele langzeitgestillte Kinder zeigen sehr deutlich wie viel ihnen das Stillen bedeutet. Wird es dem Kind überlassen, wann es sich selbst abstillt, dann stillen sich die meisten Kinder irgendwann zwischen dem zweiten und dem vierten Geburtstag ab. Ein Abstillen deutlich vor dem zweiten Geburtstag auf Initiative des Kindes hin ist eher unwahrscheinlich. All diese theoretischen Überlegungen helfen dir jedoch nicht weiter, denn Du fühlst dich in der derzeitigen Situation unwohl. Wenn sich in einer Stillbeziehung ein Partner nicht mehr wohl fühlt, dann ist es an der Zeit zu überlegen, was geändert werden kann. Sicher ist ein knapp zweijähriges Kind noch nicht in der Lage alles Gesprochene bis ins letzte Detail zu verstehen, doch ich denke, dass der erste Schritt für dich sein sollte, dass Du mit deiner Tochter darüber sprichst, wie es dir geht und was Du nicht mehr möchtest. Dann könnt ihr als Eltern eine Art Plan machen, wie ihr vorgehen wollt, um das Stillen etwas einzuschränken. Stillen nach Bedarf ist bei einem Kind über einem Jahr nicht mehr ein so eng gefasster Begriff wie bei einem kleinen Baby und liebevoller Konsequenz lassen sich auch bei einem Kind in diesem Alter in einem gewissen Rahmen Regeln aufstellen. Selbstverständlich wird sich nicht von heute auf morgen eine plötzliche Änderung ergeben, das geschieht in kleinen Schritten und selbstverständlich wirst Du mit Rückschritten rechnen müssen, doch mit viel Liebe und Beharrlichkeit, kannst Du einen Weg finden, dass ihr wieder zu einer harmonischen Stillbeziehung finden werdet. Falls Du feststellst, dass das punktuelle Abstillen (also eine Art eingeschränktes Stillen) für dich immer noch nicht der Weg ist, den Du gehen willst, dann solltest Du dich in einem ruhigen Moment mit dir selbst auseinander setzen, was Du willst und dann entsprechend dieser Entscheidung und ohne Zweifel handeln. Wichtig ist dabei, dass Du dir deiner Entscheidung ganz sicher bist, denn jedweden Zweifel wird dein Kind sofort spüren und entsprechend handeln. Wenn Du nicht mehr stillen möchtest, wird es am besten sein, wenn du schrittweise vorgehst, z.B. in dem du zunächst eine gewisse stillfreie Zeit in der Nacht einführst. Dazu kannst du wie folgt vorgehen: Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihr während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Nur wenn sich dein Kind über mehrere Tage hinweg gegen diese stillfreie Zeit sperrt, oder gar tagsüber extrem anhänglich bzw. weinerlich wird, oder gar eine Hautreaktion zeigt, dann weißt du, dass es noch zu früh ist und du vielleicht einfach noch ein paar Wochen warten und durchhalten solltest. Dieser Vorschlag stammt von Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte", das nun auf Deutsch erschienen ist und das ich wärmstens empfehlen kann. Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Ich hoffe, die Antwort hilft dir weiter. LLLiebe Grüße, Biggi


Sophina

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Vielen lieben dank. Jetzt bin ich schonmal ein wenig schlauer ! Ich stille sie gerne und mit voller Liebe.. Ich bin sogar Stolz darauf mein Kind zwei Jahre lang gestillt zu haben. Doch es ist anstrengend geworden. Bis vor einer Woche sah unsere Nacht so aus.. Ich habe Sophie mit in mein Bett genommen und sie ist an der Brust eingeschlafen. Hat dann aber auch die Nacht durch geschlafen. Seitdem ich Salbei Tee trinke.. Sieht unsere Nacht anders aus.. Ich lege sie hin und sie schläft auch wieder an der Brust ein. Wenn ich dann das Kinderzimmer verlassen habe, dauert es 10 minuten und sie weint nach mir. Dann gebe ich ihr wieder die Brust, damit sie wieder einschläft, doch dann komm ich nicht mehr weg. Sie nuckelt wirklich die ganze Nacht. So wird mal zur Toilette gehen oder Abends einfach noch etwas die Ruhe und Zeit für sich zu genießen, anstrengend. Lernt sie es, wenn ich konsequent die Brust nur zum einschlafen gebe ?? Sprich wenn sie wach wird und wieder die Brust will, mit ihr zu Tanzen oder Kuscheln bis sie wieder schläft ? Ich will ihr halt nichts schlechtes. Ich und ihr Papa haben uns vor einem halben Jahr getrennt, und manchmal denke ich das sie gerade deswegen so an meiner Brust und Nähe hängt. Obwohl sie ja auch zwei Nächte hinter einander bei ihrem Papa schläft aber kaum zuhause schreit sie nach der Brust. Lieben Gruß


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Nadine und Sophie :), ja, dein Kind WIRD es lernen, aber es braucht Zeit. Klar klappt es beim Papa, der hat ja keine Brust ;-). Bei dir bekommt die Maus zusätzliche Nähe und Sicherheit und gibt diese natürlich nicht freiwillig auf. Hab Geduld, Ihr werdet das gemeinsam schaffen und Euren Weg finden! LLLiebe Grüße Biggi


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