Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen und Borreliose

Frage: Abstillen und Borreliose

Christlf

Beitrag melden

Liebe Biggi, meine Tochter ist jetzt 5 einhalb Monate alt und ich stille sie voll. Seit gestern muss ich jedoch wegen einer Borreliose (Wanderröte nach Zeckenstich vor zwei Wochen) für insgesamt 3Wochen hochdosiert als Antibiotikum Amoxicillin nehmen. Leider hat man ausgerechnet bei dieser Infektion keine andere Wahl. Das ist schon ziemlich bescheuert. Eigentlich heißt es, dass weniger als 5% des Antibiotikums in der Muttermilch sind und aber gelegentlich Durchfall und Soor auftreten können. Ich mache mir jetzt Gedanken darüber, was genau "Durchfall beim gestillten Kind" sein soll. (Unsere Tochter hat manchmal etwas grünlichen Stuhl.) Bei diesen Nebenwirkungen wird empfohlen, abzustillen. Doch wie soll das aussehen? Sollte ich dann ihre Ernährung auf PreNahrung umstellen oder Beikost einführen? Bei unserem Sohn habe ich ziemlich lange trotz Beikost (nach 7Monaten ausschließlich stillen) gefühlt voll gestillt. Dann wäre ja dieser Weg eher kein "Abstillen". Ich mache mir Sorgen, denn ich will so gern weiterstillen und habe ein schlechtes Gewissen, dass die Kleine dann evtl. darauf verzichten muss (und ich auch). Hast du einen Tipp oder Erfahrungen? Liebe Grüße und Dank! Christina


Biggi Welter

Biggi Welter

Beitrag melden

Liebe Christina, ich zitiere hierzu aus „Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit“ von Spielmann, Steinhoff, Schaefer, 7. Auflage 2006: Antibiotika allgemein Bei vielen Antibiotika erhält ein gestilltes Kind unter Behandlung der Mutter weniger als 1 % der auf das Körpergewicht bezogenen therapeutischen Dosis. Damit werden allenfalls minimale, in keinem Fall Bakterien hemmende Konzentrationen im Säuglingsplasma erreicht. In der Literatur werden immer wieder folgende Risiken diskutiert: Beeinflussung der Darmflora (ggf. „dünnere" Stuhlkonsistenz, selten Durchfall), Beeinflussung bakteriologischer Untersuchungen, die im Fall einer Erkrankung des Säuglings erforderlich werden könnten, Entwicklung resistenter Keime, Sensibilisierung. Als klinisch relevant oder gar therapiebedürftig haben sich alle diese Nebenwirkungen bisher nicht erwiesen. Am ehesten ist mit einer vorübergehenden Auswirkung auf die Stuhlkonsistenz zu rechnen (Ito 1993). Ich würde jetzt einfach abwarten und so lange es dem Kind gut geht, besteht sicherlich kein Handlungsbedarf. Der Muttermilchstuhl kann richtig flüssig sein, das bedeutet noch lange keinen Durchfall. Der Stuhlgang eines voll gestillten Kindes kann in der Farbe von gelb über gelblich grün bist hin zu bräunlich variieren und auch die Konsistenz kann unterschiedlich sein, meist eher flüssig als fest. Sehr oft sieht Muttermilchstuhl aus wie gelber Hüttenkäse. Gelegentliche Schleimbeimengungen können vorkommen und von der Häufigkeit ist alles normal von neun Mal pro Tag bis (nach den ersten Wochen) hin zu alle neun Tage (oder noch länger) einmal. Die Häufigkeit kann sich auch jederzeit und immer wieder verändern. Durchfall bei einem voll gestillten Kind erkennt man e an den folgenden Anzeichen: mindestens zwölf Stuhlentleerungen innerhalb von 24 Stunden, die deutlich unangenehm riechen und manchmal auch mit Blutspuren durchsetzt sind. Die Stühle sind dann meist sehr wässrig und substanzlos und das Allgemeinbefinden des Kindes ist deutlich beeinträchtigt. Ich hoffe, ich konnte Sie beruhigen. LLLiebe Grüße, Biggi


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.

Ähnliche Fragen

Versehentlich doppelter Beitrag

Liebe Biggi, zuerst vielen Dank, dass es hier die Möglichkeit zur Beratung gibt und du dir immer so ausführlich Zeit nimmst!  Ich möchte dir gerne von unserem Thema erzählen und deine Meinung dazu erbeten: Meine Kleine ist 15 Monate alt und wird ausschließlich gestillt, keine Flasche, kein Schnuller. Sie ist ein sehr zartes Kind und isst mal mehr u ...

Hallo Biggi, Erstmal vielen Dank für die Möglichkeit dich fragen zu können. Mein Sohn ist nun 14 Monate alt, und leider waren die Nächte schon immer schlecht (1-2hliches aufwachen und nur durch stillen wieder einschlafen) hatten es jedoch zwischendurch mal geschafft ihn ohne großen Protest nur durch meine Entschlossenheit auf 3 Nächtliche Stillma ...

Mein Ziel ist es mit einem Jahr abgestillt zu haben aus diversen Gründen. Ich bin aber total unsicher, ob es das Beste für mein Kind ist. Meine Tochter ist jetzt 9 Monate alt und ich stille noch 2x tagsüber und 2x nachts. Sie isst recht gut und scheint mit dem Abstillen klarzukommen. Ich gebe keine zusätzliche Pre-Milch, aber sie isst mittlerwe ...

Hallo Biggi, vor ca. einem Jahr hatte ich bereits eine Frage zum Abstillen gestellt. Ich habe meine Tochter, nun drei Jahre alt, mit zwei Jahren recht abrupt leider abgestillt. Seitdem spielt sie gerne Baby, diese Phase hält immer noch an, insbesondere in Situationen wenn sie überwältigt oder müde ist. Wenn sie meine Brust sieht möchte sie auch im ...

Hallo Biggi, mein Baby ist 9 Monate alt und tagsüber bereits vollständig abgestillt. Es bekommt tagsüber Beikost und PRE nach Bedarf. Abends zum Einschlafen und nachts wird noch gestillt. Wir schlafen im Familienbett, und nachts dockt sich mein Baby teilweise selbst an. Ich möchte definitiv bis zum 1. Geburtstag vollständig abgestillt sein; PRE w ...

Hallo, mein Sohn ist jetzt 20 Monate alt und wurde ausschließlich gestillt. Also er hat nie die Flasche bekommen auch kein Schnuller zur Beruhigung. Da er nachts sehr häufig aufwacht um an der Brust zu trinken habe ich vorgestern beschlossen nachts abzustillen. Er ist sprachlich schon sehr weit und hat auch den Tag über immer wieder gesagt: heute A ...

Liebe Biggi, eigentlich ist meine Stillreise vorerst vorbei. Ich habe seit November 2021 im Prinzip über 4,5 Jahre durchgängig gestillt - erst ein Kind, dann ein paar Tage Tandem bis das erste keine Lust mehr hatte und dann das zweite Kind. Junior 2 hat das Stillen über zweieinhalb Jahre durchgezogen, das letzte halbe Jahr davon in erster Linie ab ...

Hallo,  mein Sohn ist etwas über 2 Jahre und wurde bisher voll gestillt. Das nächtliche Dauernuckeln hat mir jegliche Energie geraubt, so dass ich nach einem Kurs zum bedürfnisorientierten Abstillen, das Stillen auf das Einschlafstillen Abends und am Wochenende zum Mittagsschlaf reduziert habe. Die ersten Tage hat das auch prima geklappt, habe ihm ...

Hallo Biggi, Meine Tochter ist schon knapp über 2 Jahre alt und stillt noch sehr viel. Ich schätze so 70% ihrer Nahrung besteht aus Muttermilch. Ich biete es nur zum Einschlafen an, ansonsten kommt sie immer zu mir und fordert es ein. Trinkt dann ca. alle 1-2 Stunden für jeweils 3 Minuten an beiden Brüsten. Sie isst fast nur knusprige Sachen und ...