Mitglied inaktiv
Hallo Frau Christ-Sörger, meinen Sohn (9 Monate) stille ich noch abends vor dem Schlafen gehen, nachts und morgens nach dem Aufstehen. Bald werde ich wieder Arbeiten gehen und möchte ihn deshalb abstillen. Er weigert sich aus dem Fläschen zu trinken und mag deshalb, glaube ich, auch nicht Folgemilch trinken (Tee und Wasser trinkt er aus der Tasse). Können Sie mir vielleicht einen Tipp geben wie es mit dem Abstillen besser klappt (Schnuller mag er näml. auch nicht!) Herzliche Grüsse aus Frankfurt.
? Liebe Isabell, viele Frauen glauben, dass die Wiederaufnahme der Berufstätigkeit ein Abstillen erfordere, doch dem ist ganz sicher nicht so. Wenn Sie also „nur" wegen Ihrer Berufstätigkeit abstillen wollen, so ist das nicht notwendig, Stillen und Berufstätigkeit lassen sich miteinander verbinden, vor allem dann, wenn das Kind schon älter ist und Beikost bekommt, sogar recht problemlos. Falls Sie sich vom Abstillen erhoffen, dass Ihr Kind nachts nicht mehr aufwacht, so gibt es dafür keine Garantie und es wird um ein Vielfaches anstrengender sein, ein Kind nachts auf andere Weise wieder in den Schlaf zu führen, als sich einfach umzudrehen und es zu stillen. Da Ihr Kind aus der Tasse trinken kann, besteht jetzt keine zwingende Notwendigkeit mehr für die Flasche. Milch kann genausogut aus dem Becher getrunken werden wie Wasser. Ich werden Ihnen jetzt ein paar weniger drastische Methoden beschreiben, die sich beim Abstillen eines älteren Kindes bewährt haben, vielleicht ist ja etwas dabei, was Ihnen weiterhilft: Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Sie Ihrem Kind die Brust nicht von sich aus anbieten, aber auch nicht ablehnen, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Ihre Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Sie müssen die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Sie viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmen, die Ihrem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Sie Ihr übliches Verhalten in bestimmten Situationen verändern. Wenn Sie zum Beispiel sitzen bleiben anstatt sich hinzulegen, wenn Sie Ihr Kind zum einschlafen bringen. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal ist es sinnvoll, wenn der Vater das abendliche Zubettbringen übernimmt. Manchmal bringt es das Abstillen auch weiter, wenn Sie das Stillen immer dann, wenn Ihr Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschieben. Das können Sie flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Sie können auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Sie können Ihr Kind eine kleine Weile anlegen und ihn dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Eine andere Möglichkeit ist es, dass statt Ihnen Ihr Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Sie wenden sich jedesmal dem Kind zu, sondern Sie wechseln sich ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er Ihr Baby auf andere Weise beruhigen müssen. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Wenn Ihr Partner nicht einspringen kann, bleibt es an Ihnen, Ihr Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass Ihr Kind spürt, dass Sie ihr zwar die Brust entziehen, nicht aber Ihre Liebe. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? LLLiebe Grüße Biggi Welter
Mitglied inaktiv
hallo isabell, das kommt mir ja sehr bekannt vor. meine maus ist jetzt mittlerweile fast 15 mon. alt, und ich stille sie auch noch morgens voll, mittags und abends zum einschlafen. flasche mag sie überhaupt nicht. vielleicht hast du lust mir mal zu mailen, damit wir uns über dieses "problem" und die lösung austauschen können. bis bald christine
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