Mitglied inaktiv
Ich brauche bitte Ihren Rat: Meine Tochter ist 15 Monate alt und wird noch voll gestillt, d.h.von der gesamten Nahrung, die sie taeglich zu sich nimmt, sind bestimmt 80% Mumi, der Rest Beikost.Sie nascht da ein bisschen Banane, dort ein Stueckchen Haehnchen, aber "Essen" ist fuer sie Mamis Brust.Unter dem Druck von Eltern, Bekannten u.s.w.("was, Du stillst noch, das ist ja pervers" )wollte ich jetzt langsam und behutsam mit dem Abstillen anfangen, obwohl weder ich noch meine Tochter Lust dazu verspuert hatten. Jetzt ist jedoch leider folgender Fall aufgetreten: Aufgrund einer akuten Lebererkrankung muss ich ab sofort starke Medikamente einnehmen und in einer Woche fuer unbestimmte Zeit ins Krankenhaus. Das heisst, ich muss jetzt von heute auf morgen abstillen. Mir wird Angst und Bange , wenn ich daran denke, wie eng meine Tochter und ich durch das Stillen verbunden sind und dass ich nie daran gedacht habe, mir Alternativen auszudenken. Z.B.Einschlafen ohne Brust?Undenkbar!(Hat hier vielleicht jemand Tipps fuer ein neues Einschlafritual?) Wie geht das Abstillen ohne grossen Schock fuer das Kind vonstatten? Senf auf die Brustwarzen oder einfach die Brust "verweigern"? Dem Kind versuchen, zu erklaeren oder einfach von der Brust ablenken? Ich bin leider total ratlos, auch was den neuen Speiseplan betrifft. Soll ich jetzt mit 15 Mon. noch mit Formula in der Flasche anfangen oder gleich mit einer Tasse (Kuh-)Milch zum Fruehstueck beginnen?Die Flasche oder einen Nucki hat sie uebrigens nie angenommen. Ich bin wirklich fuer jeden guten Rat dankbar und sehr gespannt auf Ihre Antwort. Vielen Dank! Simone K
? Liebe Simone, jetzt mal gaaanz langsam. Es gibt nur extrem wenige Erkrankungen, die ein sofortiges Abstillen erfordern und es gibt fast immer eine Möglichkeit, Medikamente so zu wählen, dass ein Weiterstillen möglich ist. Auch ein Krankenhausaufenthalt der Mutter muss nicht zwingend sofort das Abstillen auf der Stelle mit sich bringen. Sprechen Sie mit den behandelnden Ärzte. Ihre Ärzte können sich bei der Beratungsstelle für Vergiftungserscheinungen und Embryonaltoxikologie in Berlin Tel.: 030-306 867 11 erkundigen, welche Behandlung mit dem Stillen vereinbar ist. Das Team um Dr. Schaefer hat einen speziellen Beratungsdienst für Ärzte eingerichtet und verfügt über die neuesten Daten zur Verwendung vom Medikamenten in Schwangerschaft und Stillzeit. Selbst wenn Sie das endgültige Abstillen nur eine relativ kurze Zeit herauszögern können, ist alles besser als ein abruptes Abstillen von heute auf morgen und zwar sowohl für Sie als auch für Ihr Kind. Stillen ist viel, viel mehr als nur Nahrung für den Körper und deshalb bedeutet Stillen nicht nur, dass das Kind Mahlzeiten an der Brust zu sich nimmt. Das ist Ihnen absolut bewusst, den Ärzten vielleich nicht: wenn Sie Ihr Kind abstillen, ersetzen Sie nicht einfach nur ein Nahrungsmittel durch etwas anderes. Die immer wieder vorgeschlagene „Curry-Methode" (auch Senf-Methode genannt) kann einen sehr gravierenden Vertrauensbruch bedeuten. Stellen Sie sich vor, Ihre kleine Tochter kommt vertrauensvoll zu Ihnen, um an der Brust zu trinken und muss dann erfahren, dass die Brust abscheulich schmeckt. Können Sie sich den Schreck und Schock vorstellen? Ich will nicht leugnen, dass Kinder auf diese Weise abgestillt werden, doch um welchen Preis. Erklären Sie Ihrer Tochter, warum das Stillen eingeschränkt werden muss bzw. wenn es wirklich keinen anderen Weg geben sollte, dass sie nicht mehr an der Brust trinken darf. Gehen Sie ehrlich mit ihr um und vor allem: geben Sie ihr weiterhin alle Nähe, die sie braucht. Ihre Tochter wird dann spüren, dass sie zwar nicht mehr an der Brust trinken darf, aber dass Sie sie noch genauso lieben wie zuvor. Es ist wirklich ganz wichtig, dass Sie nicht auf Distanz zu ihr gehen. Lenken Sie Ihre Tochter ab. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Ihre Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Sie müssen die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Sie viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmen, die Ihrem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Sie Ihr übliches Verhalten in bestimmten Situationen verändern. Wenn Sie zum Beispiel sitzen bleiben anstatt sich hinzulegen, wenn Sie Ihr Kind zum einschlafen bringen. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal ist es sinnvoll, wenn der Vater das abendliche Zubettbringen übernimmt. Schauen Sie, was Ihr Gesundheitszustand an Ablenkungsaktivitäten zulässt. Manche Mütter kleben sich ein Pflaster über die Brustwarzen und erklären dem Kind, dass die Brust ein „Aua" hat und deshalb nicht mehr gestillt werden kann. Vielleicht ist diese „Notlüge" ein Weg für Sie und Ihr Kind. Achten Sie auf Ihre Brust. Sobald Sie Stauungen oder ein unangenehmes Spannungsgefühl bekommen, können Sie gerade so viel Milch mit der Hand ausstreichen (oder ganz vorsichtig abpumpen), dass die unangenehme Spannung nachlässt und Sie sich wieder wohl fühlen. Nicht mehr ausstreichen, sonst wird die Milchbildung weiter angeregt. Zusätzlich können Sie die Brust kühlen. Es ist nicht notwendig, dass Sie Ihre Flüssigkeitszufuhr einschränken, trinken Sie entsprechend Ihrem Durst. Eine Einschränkung des Salzkonsums hat sich während des Abstillens hingegen als sinnvoll erwiesen. Manche Frauen empfinden einen stützenden, aber in keinem Fall einengenden BH in der Abstillphase als angenehm. Zwingend notwendig ist es jedoch nicht, einen BH zu tragen. Ihre Brust wird ganz allmählich die Milchproduktion vollständig einstellen und noch in der Brust vorhandene Milch wird vom umgebenden Gewebe resorbiert werden. (Keine Sorge, die Milch in der Brust wird nicht „schlecht"). Widerstehen Sie der Versuchung immer wieder ein bisschen an der Brust herumzudrücken, um zu sehen „ob da noch was ist". Auf diese Weise kann die Milchproduktion auf geringen Niveau weiterhin aufrecht erhalten bleiben. Es gibt auch naturheilkundliche und homöopathische Mittel, um den Abstillprozess zu unterstützen, wenn Sie sich hierfür interessieren, wenden Sie sich bitte an eine entsprechend ausgebildete Ärztin/Arzt oder eine Hebamme. Bei einem 15 Monate alten Kind brauchen Sie nicht mehr mit künstlicher Säuglingsnahrung anzufangen und ob es tatsächlich jetzt noch eine Flasche sein muss ist ebenfalls fraglich. Bieten Sie Ihrem Kind den Becher an und schauen Sie, wie groß sein Saugbedürfnis noch ist. Eventuell braucht Ihre Tochter einen Ersatz für das Saugen an der Brust. Das kann eine Flasche, ein Schnuller, ein Kuscheltuch oder sogar ein Stofftier sein. Außerdem würde ich Ihnen empfehlen, dass Sie sich noch an eine Kollegin vor Ort wenden, die Sie im direkten Kontakt unterstützen kann. Ein direktes Gespräch ist sehr viel hilfreicher als alles, was ich Ihnen jetzt schreiben kann. Wenn Sie mir Ihren Wohnort mit Postleitzahl angeben, suche ich Ihnen gerne die nächstgelegene LLL-Stillberaterin heraus. Alles Gute für Sie und Ihre Tochter. LLLiebe Grüße Biggi Welter
Mitglied inaktiv
Liebe Biggi, vielen Dank fuer die ausfuehrliche Antwort (an einem Sonntagabend!).Sie haben mir sehr weitergeholfen. Wegen der Stillberaterin vor Ort: Ich lebe in Griechenland, 55131 Thessaloniki.Bin gespannt, ob es hier "so etwas" gibt! Viele Gruesse, Simone
? Liebe Simone, "so was" gibt es auch in Griechenland:-). In Griechenland können Sie sich an die folgenden LLL-Stillberaterinnen wenden: Geesje Bensoussan Kalari 30, GR 154-52, Paleo Psychiko TEL +30-1-647 73 30 FAX 301 57799236 (for Abraham) geesje@vandelente.com Katerina Michaelidou Korinthou 17-19, Nikea 18453, Piraeus -, Greece, TEL: 301.4964118 Laura Foti-Liverakos 7 Korytsas Street, GR - 14561 Kifissia -, Athens laura@globalXpert.net Margarita Voulgaropoulos POB 86, Mytilini, GR-81100 Lesvos Maria Bobou-Fertaki 104 L. Pendelis, GR 152 35 Athens, Tel/Fax +30-1-8035152 Monique Frangouli Dimitros 10, Agia Paraskevi, GR 153 42 Athens, Tel +30-1-600-32-49, FAX +30-1-60 17716 Geesje, Laura, Maria and Monique sprechen englisch, und Monique soll Deutsch sprechen Außerdem gibt es in Griechenland auch drei Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC, von denen mindestens eine Ärztin ist. Ich werde so schnell wie möglich versuchen, die Adressen der Laktationsberaterinnen für Sie in Erfahrung zu bringen. LLLiebe Grüße Biggi Welter
? Liebe Simone, hier die Adressen der IBCLCs in Griechenland, es ist sogar eine LC direkt in Thessaloniki: Mrs. Papadima Aglaia Raidestou 13 Thessaloniki GR-54636 Greece Dr Ruzkova Miloslava Sarantaporou 65 Xanthi GR-67100 Greece Dr Patsourou Ioanna Anna Th. Sofouli 4 Thessaloniki GR-54646 Greece Allerdings muss ich Sie darauf hinweisen, dass Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC im Gegensatz zu LLL-Stillberaterinnen nicht ehrenamtlich arbeiten, sondern ein Honorar verlangen. LLLiebe Grüße Biggi Welter
Mitglied inaktiv
Liebe Biggi, tausend Dank! Werde mich schnellstmoeglichst an Dr.Patsourou wenden (ist nur zwei Strassen von mir entfernt!) Viele Gruesse, Simone
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