Krümelmama89
Meine Tochter ist fast 6 Wochen alt und wird voll gestillt. Von Beginn an war das Stillen problematisch: Beim ersten Anlegen hatte das Kind noch keinen Saugreflex, danach hat das Anlegen nicht ohne Hilfe funktioniert und das Stillen war so schmerzhaft, dass ab dem 3. Tag Stillhütchen eingeführt wurden. Daraus ergaben sich wieder Probleme beim Anlegen. In den ersten Wochen zu Hause war das Anlegen OK, das Stillen aber immernoch schmerzhaft. Wir haben einen Schnuller eingeführt, weil ich das Nuckeln zur Beruhigung zusätzlich zum Hunger Stillen nicht ertragen konnte. Hinzu kam nach 4 1/2 Wochen ein Milchstau, dieser wird mit Abpumpen (2-3x täglich 15 Min), Ausstreichen, Magnesium, nasser Wärme, Massage und Salbeitee bekämpft, kommt aber immer wieder und auch immer auf derselben Seite. Seit einigen Tagen ist das Kind auf der anderen Seite extrem unruhig, zappelt, reißt den Kopf mitsamt Brust herum und hört plötzlich auf (Milch im Mundwinkel, Kind döst kurz weg, will danach aber unbedingt weiter trinken). Auf dieser Seite stelle ich dann oft fest, dass alles nass ist, das Zappeln hat also zur Folge dass Milch verloren geht. Auf der anderen Seite zeigt sie das Verhalten äußerst selten, auf dieser Seite fast immer. Das Kind trinkt mit Pausen fast immer 30Min pro Brust und ich biete immer beide an. Manchmal würde sie auch länger, wird aber von mir gelöst, weil ich die Schmerzen nicht viel länger ertrage. Nachts schläft sie manchmal 6 Stunden, das führt dann zu schmerzhaftem Milchstau. Abends will sie manchmal nach 2 Stunden schon wieder Milch, dann brennt die Brust die ganze Zeit und ist gereizt. Ich habe das Gefühl, immer wieder vor neuen Problemen zu stehen und währenddessen noch gegen die alten kämpfen zu müssen. Ich mache bestimmt auch vieles falsch, aber ich versuche jeden Rat der Hebamme zu befolgen und alles zu tun was ich kann. Das scheint aber nie zu reichen und inzwischen muss ich beim Stillen weinen und frage mich, ob es jemals leichter wird. Meine Kraft ist am Ende. Das Thema nimmt so viel Raum ein und ich weine so viel, dabei will ich doch mit meinem Baby glücklich sein. Aber ich will auch nicht zu früh aufgeben, denn ich will nur ihr Bestes und das ist nunmal Stillen. Ich möchte aber auch nicht, dass mein Kummer sich negativ auf sie auswirkt. Haben Sie einen Rat für mich? Kann es für mich noch mal einfacher werden? Oder sollte ich abstillen?
Liebe Krümelmama89, ich würde mich an Deiner Stelle an eine kompetente Stillberaterin wenden und in aller Ruhe mit ihr das Für und Wider besprechen. Sie kann Dir sicherlich Tipps geben und Du kannst einen letzten Versuch wagen. Ich denke, zunächst wäre es sinnvoll, wenn Du den Schnuller nicht geben würdest, denn es kann gut sein, dass Dein Baby saugverwirrt ist und deshalb falsch an der Brust trinkt. Die Trinktechniken an Brust und Flasche (künstlichem Sauger, Stillhütchen) unterscheiden sich grundlegend. Manche Kinder kommen mit dem Wechsel zwischen den beiden Techniken nicht klar und versuchen dann mit der falschen Technik an der Brust zu trinken. Das funktioniert nicht, das Kind bekommt an der Brust keine oder nur wenig Milch, ist frustriert und lehnt die Brust dann im schlimmsten Fall sogar irgendwann ganz ab. In dieser Situation spricht man dann von einer Saugverwirrung. Ich hoffe, dass Du schnell Hilfe findest, Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Solltest Du noch Fragen haben, bin ich gerne für Dich da. Lieben Gruß Biggi
Krümelmama89
Hallo, ganz lieben Dank für die Antwort. Den Schnuller weg lassen kann ich nicht, das stundenlange Stillen zur Beruhigung abends halte ich von den Schmerzen her einfach nicht aus, obwohl ich sie so sehr lieb hab. In den ersten Tagen habe ich Ibuprofen genommen, vielleicht ist das noch eine Möglichkeit, aber überzeugt bin ich davon auch nicht bzw möchte es möglichst vermeiden. Wir wohnen in einem Corona Hotspot und ich habe leider noch keine Stillberatung gefundenen, die zu uns nach Hause kommen würde. Habe aber eine Email an die La Leche Liga geschrieben und rede heute noch mal mit meiner Hebamme. Vielleicht haben wir es uns durch Stillhütchen, Schnuller usw tatsächlich verbaut und kommen nicht mehr aus der Situation heraus. Liebe Grüße
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