Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen / Schrunden

Frage: Abstillen / Schrunden

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Guten Morgen, mein Sohn ist jetzt 7 Monate alt und seit 6 Wochen füttere ich mittags Beikost und seit 2 Wochen nachmittags Obstbrei. Seit dieser Zeit habe ich verstärkt Schrunden, die ich schon mit Teebaumöl und Beinwellsalbe behandelt habe, die aber nicht verschwinden. Mein Sohn nutzt die verbliebenen Stillmahlzeiten ausgiebig zum Nuckeln. Nun habe ich vorgestern angefangen, ihm abends eine Milchflasche zu machen, die er wohl auch ganz gut verträgt, aber doch sehr weinerlich ist. Haben Sie noch einen Tipp, wie ich die äußerst schmerzhaften Schrunden schnellstens loswerden kann ? Es ist halt auch noch viel zu viel Milch da, die häufig ausläuft und so ist die Warze dauert nass, was den Heilungsprozess bestimmt hindert. Ich bin für jeden weiteren Hinweis dankbar. Gruss, Katja19


Biggi Welter

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? Liebe Katja, da das Auftreten der wunden Brustwarzen mit der Einführung der Beikost zusammenfällt, könnte es sein, dass Sie allergisch auf einen Bestandteil der Beikost reagieren oder aber, dass Ihr Sohn noch Beikostreste im Mund hat, wenn er an der Brust trinkt. Kleine Beikostreste können wie Schmirgelpapier wirken. Lassen Sie Ihr Baby eventuell vor dem Anlegen erst einen Schluck Wasser trinken. Ganz wichtig ist auch, dass Sie auf absolut korrektes Anlegen achten. Mit zunehmendem Alter des Babys wird frau das gerne mal etwas nachlässig. Beim korrekten Anlegen warten Sie, bis das Babys seinen Mund weit öffnet - wie zum Gähnen. Dann wird es rasch an die Brust gezogen. Der Mund des Babys sollte mindestens zweieinhalb Zentimeter des Brustwarzenhofes bedecken. Das Kinn und die Nasenspitze des Babys berühren die Brust während der Stillmahlzeit. Die Lippen des Babys sind „aufgeschürzt" und entspannt. Die Zunge des Babys liegt unter der Brust. Schläfen und Ohren des Babys bewegen sich während des Saugens. Das Baby liegt mit der Mutter Bauch an Bauch. Es liegt auf der Seite, so dass sein ganzer Körper der Mutter zugewandt ist. Sein Kopf ruht in ihrer Ellenbeuge, sein Rücken wird von ihrem Unterarm gestützt und sie hält seinen Po oder Oberschenkel mit ihrer Hand. Ohr, Schulter und Hüfte des Babys bilden eine Linie. Der Kopf sollte gerade liegen und nicht zurückgebogen oder zur Seite gedreht sein. Eine gute Beschreibung der korrekten Anlegetechnik finden Sie in dem Infoblatt „Stilltechniken, die funktionieren", das bei jeder La Leche Liga-Stillberaterin bezogen werden kann. Selbstverständlich sind auch andere Stillpositionen möglich, wichtig ist aber, dass das Kind immer genügend Brust in den Mund nimmt und den Kopf beim Trinken nicht drehen muss. Um die Heilung zu beschleunigen können Sie: • vor dem Stillen etwas Milch ausstreichen, um den Milchspendereflex auszulösen, bevor das Baby an die Brust anlegt wird. • an der weniger wunden Seite (so es eine gibt) zuerst anlegen • nach dem Stillen etwas Muttermilch ausstreichen und auf den Brustwarzen trocknen lassen (dies wird nicht empfohlen, wenn das Wundsein durch eine Soorinfektion verursacht wird, da Soor auf Milch gute Wachstumsbedingungen findet). • ausreichend hochgereinigtes Lanolin (unter den Handelsnamen Lansinoh, Purelan oder Lanosin erhätltich) auf die Brustwarze auftragen, um sie zwischen den Stillmahlzeiten feucht zu halten (aber nicht zu viel Lanolin verwenden, sonst wird die Brustwarze glitschig und das Baby kann beim Stillen abrutschen). Es hat sich herausgestellt, dass dadurch der Heilungsprozess bei wunden, offenen und blutenden Brustwarzen beschleunigt wird, wenn diese durch schlechte Stillhaltung, falsche Anlegetechnik oder Saugprobleme entstanden sind. • zwischen den Stillmahlzeiten Brustwarzenschoner mit großen Öffnungen und Löchern zur Luftzirkulation im Büstenhalter tragen, um die Brustwarzen zu schützen. Es können auch mehrere Einmalstilleinlagen aufeinandergeschichtet und in der Mitte ein Loch, das als Aussparung für die Brustwarze dient, hineingeschnitten werden. In manchen besonders schlimmen Fällen kann eine vorübergehende Stillpause, während der die Milch von Hand ausgestrichen oder mit einer guten Pumpe vorsichtig abgepumpt wird, sinnvoll sein. Das Baby wird während der Stillpause am besten mit einer alternativen Fütterungsmethode gefüttert. Auch über das Handausstreichen, Abpumpen und alternative Fütterungsmethoden kann Sie eine Kollegin vor Ort genau informieren. Außerdem ist es sinnvoll, dass Sie Ihr Kind so anlegen, dass die Wunde genau in seinen Mundwinkel zu liegen kommt, dann kommt nicht so viel Spannung drauf und sie wird weniger belastet. Ich wünsche Ihnen eine rasche Heilung der Brustwarzen. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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