Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen oder was tun

Frage: Abstillen oder was tun

Ivelchen

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Hallo meine Tochter wird jetzt ein Jahr .ich stille immer noch und eigentlich ist es auch kein Problem für uns zwei. Sie ist körperlich und geistig fit aber sie trinkt noch nichts anderes großartig. Aus meinem Glas trinkt sie mal zwei Schlucke aber das war's.wir haben jeden Becher/Flasche ausprobiert Wasser Saft Tee verschiende Sorten. Am ehesten geht Wasser aber auch das zieht sie in den Mund und lässt es dann an den Mundwinkeln wieder rauslaufen bis sie ganz Nass ist .daher verlangt sie am Tag mehrmals die Brust immer nur für 3/4 min dann scheint sie zufrieden zu sein. Das Essen ist auch schwierig sie ist kein Obst nur gekochte möhren und Erbsen sonst auch kein Gemüse.wir haben alles getestet sie nimmt es in den Mund testet und schiebt es sofort wieder raus danach versuche ich es erneut bis sie den Mund nicht mehr öffnet oder den Kopf weckdreht.sie ist gern Brot und Wurst, Kartoffeln, Nudeln und Grießbrei. Sie hat nie Brei gegessen auch da haben wir jedes Glas jede Marke und selbst gekocht versucht. Laut Kinderarzt und Gewicht ist alles gut,aber die Ernährung ist sehr einseitig und auch wenn wir bis zur Kita noch ein Jahr Zuhause haben wollte ich nicht die Haupternährungsquelle sein.laut Kinderarzt soll ich aufhören zu stillen das würde sie zum trinken und essen bringen aber ganz aufhören wollte ich erst wenn es das Kind will und nicht so.was könnte ich tun das sie wenigstens unterwegs bei den Temperaturen was anderes trinkt und evtl auch Obst besser ist wie melone wo auch Flüssigkeit drin ist. Oder sehen sie auch nur die zwei Alternativen mit fast vollstillen oder Abstillen.lg


Biggi Welter

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Liebe Ivelchen, ab dem ersten Geburtstag sollte schon langsam geschaut werden, warum dein Kind so gar nicht essen mag. Kann dein Kind eventuell einen Zinkmangel haben? Auch ein leichter Eisenmangel kann zu Problemen führen. Beides kann die Ursache für ein schlecht essendes Kind sein. Wichtig ist irgendwann nach dem ersten Geburtstag wirklich, dass die Ursache für die Essensverweigerung gefunden wird und nicht, dass mit dem Kind eine Gewaltkur inklusive plötzlichen (und traumatischem) Abstillen veranstaltet wird. Gleichzeitig solltest Du weiterhin versuchen, deinem Kind feste Nahrung anzubieten. Setze auf den Nachahmungstrieb des Kindes und biete ihm an, was auch ihr esst (natürlich nur, wenn es sich um etwas babygeeignetes handelt). Stillkinder sind durch die immer wieder auftretenden Geschmacksveränderungen der Muttermilch (je nach dem was die Mutter isst, schmeckt die Milch unterschiedlich) an den Speiseplan der Mutter gewöhnt und lehnen andere Nahrung dann oft ab. Wenn Du zum Beispiel nie gekochte Karotten isst, dann kennt dein Kind diesen Geschmack nicht über die Muttermilch und wird sie höchst wahrscheinlich auch vom Löffel ablehnen. Was sollst Du denn machen? Dein Kind in einen Schraubstock spannen, ihm die Nase zuhalten, damit es den Mund auf macht und ihm dann unter Zuhilfenahme eines Kartoffelstampfers feste Nahrung in den Magen zwingen? Was macht ein Mensch, den man mit Gewalt dazu zwingen will, etwas zu tun? Er blockiert oder zerbricht. Beides ist nicht wünschenswert, schon gar nicht in der Eltern Kind Beziehung. Druck und Zwang sind nicht geeignet, um ein Kind zum Essen zu bringen. Im Gegenteil: je mehr Druck, je mehr Kampf es gibt, umso schwieriger wird die Situation und zum Schluss gibt es in diesem Kampf ums Essen nur Verlierer. So schwer es auch fällt, versuche die Geduld zu bewahren und mach weiterhin keinen Kampf ums Essen. Wenn es erst einmal so ist, dass das Essen Machtkampf bedeutet, dann sind wir Eltern sehr schnell die Verlierer und viele Essstörungen haben ihre Ursache in einem krampfhaften Machtkampf ums Essen im Baby und Kleinkindalter. Probiere es einfach weiterhin immer wieder aus lass die Werte kontrollieren. Solange der Urin eines Babys hell, fast farblos aussieht und nicht unangenehm riecht, bekommt es in der Regel genügend Flüssigkeit. Lass dein Kind mit dem (leeren) Becher spielen, setze auf seinen Nachahmungstrieb und versuche es nicht mit Druck. Biete deinem Kind zur Beikost immer Wasser an, dann hat es die Möglichkeit zu trinken, wenn es durstig ist. Wasser ist das optimale Getränk, sowohl für Kinder wie für Erwachsene, Saft oder Tee ist nicht notwendig. Hab Geduld, dein Baby wird das Trinken schon lernen und akzeptieren und solltest Du den Eindruck haben, dass die Trinkmenge deutlich zu gering ist und dein Kind dennoch nicht mehr trinken will, dann mache aus dem Gemüsebrei einfach Gemüsesuppe und gib reichlich Obst. Gerade Wassermelone kann Dein Baby in kleinen Stücken gut essen und wird meist gerne angenommen. LLLiebe Grüße Biggi


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