Kat-in-Ka
Unsere Tochter ist jetzt 6,5 Monate alt und wird von mir fast ausschließlich gestillt. Ihre 2 Breimahlzeiten am Tag ersetzen noch nicht wirklich eine der Milchmahlzeiten. Seit ein paar Wochen legen wir uns Mittags hin und mehr oder weniger unter Dauernuckeln schläft sie dann bis zu 3,5 Stunden (variiert von 1-3,5 Stunden, bei einer Stunde kommt später am Tag eine weitere Pause) - bis dahin schlief sie tagsüber im Tuch. Seit fast ebenso lange ist das Dauernuckeln nun auch in der Nacht zur Gewohnheit geworden und ich darf mich fast nicht bewegen oder abwenden oder irgendwie in einer anderen Position schlafen. Nur wenn sie dann mal wieder zu viel getrunken hat und dann tatsächlich auch nicht nuckeln mag (sie spuckt auch sehr oft wieder was aus) kann es sein, dass ich sie durch herumtragen beruhigen darf. Dann schläft sie auf meinem Arm, aber beim Ablegen ist es wieder vorbei und dann wird die Brust gefordert, sonst wird nicht geschlafen. Oder sie ist zu wach, dann schläft sie nur herumgetragen auf dem Arm und liegt dann wach im Bett. Ich bin allerdings schon in Behandlung wegen diverser körperlicher Probleme, die durch das sehr steife und starre Liegen, aber ebenso durch das Tragen noch verstärkt werden. Das heißt, alles läuft unter Schmerzen ab und natürlich sind auch meine Brustwarzen dieser Dauerbelastung nicht gewachsen und schmerzen. Stillen macht mir leider überhaupt keinen Spaß mehr, es erscheint eine Belastung und ich überlege ob abstillen hilft, damit wir das Dauernuckeln abwenden können und mein Mann mich Nachts unterstützen kann! Denn abdocken und anderweitig das Bedürfnis unserer Tochter nach Nähe zu stillen funktioniert nur übers Herumtragen - nur kuscheln oder in den Arm nehmen, ihre Hand nehmen, meine Hand auf sie legen usw. hilft nicht! Ich bin mit meinen Kräften leider aktuell am Ende und weiß nicht weiter! Pre-Milch trinkt sie leider gar nicht und ich kann nicht genug abpumpen, dass es ausreichen würde. Mir ist bewusst, dass es einfach ihr Bedürfnis nach Nähe ist, sie die aufregenden Tage so verarbeitet (sie ist wach sehr agil, übt viel fürs Krabbeln und lernt wie alle Babys ständig etwas Neues), aber es sollte doch dennoch nicht zu einer solch körperlichen Belastung für mich führen, oder doch? Wir haben auch schon überlegt, ob es die Schlafsituation ist, wir uns gegenseitig stören und oder ihr das Beistellbett zu klein geworden ist, wenn sie sich auf die Seite oder Bauch drehen will, dann ist meist kein Platz dafür? Also schläft sie darin gar nicht mehr, mein Mann hat mir und ihr das große Bett überlassen, sonst würde ich gar keinen Schlaf mehr finden, aber auch da kann es vorkommen, dass unsere Tochter zumindest kurzzeitig viel Platz für sich allein fordert (Gegensatz zum Nuckeln), aber wenn ich mich irgendwie dann im Bett bewege ist es ihr auch nicht recht und sie ist wieder wach. In ihr eigenes Bett in ihrem Zimmer lässt sie sich aber auch nicht ablegen - allerdings ist ablegen wie oben beschrieben ja eben derzeit immer ein Problem, was es bis vor kurzem noch nicht war. Ich hoffe sehr, dass Sie bei all meinen Schilderungen noch durchblicken und Sie mir mit einem Ratschlag weiterhelfen können! Herzlichen Dank schon im Voraus! Katinka
Kristina Wrede
Liebe Katinka, ich glaube - leider - dass es nicht ein Stillproblem an sich ist, sondern damit zusammen hängen könnte, was du deiner Tochter "zumuten" magst. Gewohnheiten entstehen - können aber immer auch verändert werden, wenn man konsequent ist. Und auch wenn Dauernuckeln ein natürliches Bedürfnis ist heißt das nicht, dass es auch unbedingt bedingungslos befriedigt werden MUSS. Wenn es dir nicht mehr gut geht damit, dann hast du alles Recht der Welt, etwas zu verändern. Und dass dein Baby dann protestiert ist kein Drama - vorausgesetzt, du bestrafst es nicht dafür, oder verlierst die Nerven. Der Protest an sich bedeutet doch nur, dass dein Kind das anders sieht als du, und durchaus in der Lage ist, für sich selbst einzustehen. Kannst du das auch für dich? Von dir kann dein Baby jetzt lernen, das Veränderungen vielleicht lästig, aber nicht lebensbedrohlich sind! Dass du und der Papa für sie da sind, und dass es andere Wege gibt, sich zu beruhigen. Auch dir empfehle ich daher, eine oder mehrere stillfreie Zeiten einzuführen (siehe vorheriges Posting). Es könnte ebenfalls hilfreich sein, eine Familienberatungsstelle zu besuchen. Wenn du die Unterstützung von Profis hast, die dir zur Seite stehen, dann ist es wirklich zu schaffen! Lieben Gruß, Kristina
Kat-in-Ka
Liebe Kristina, ganz lieben Dank für deine Nachricht. Wir haben uns auch direkt vorgenommen etwas zu ändern und das sah folgendermaßen aus: Wir haben ihr richtiges Bett zu uns ins Schlafzimmer geholt und an unser Fußende gestellt. Ich habe unsere Tochter am Abend gestillt, sie war vom Brei noch zu voll und hat gespuckt. Also schlief sie so nicht ein, aber durch herumtragen und wiegen auf dem Arm klappte es und sie ließ sich in ihrem Bett ablegen. Und sie schlief. Knapp 3 Stunden in denen ich zweimal kommen musste, um sie durch auf dem Arm wiegen wieder in den Schlaf zu bekommen. Dann war es vorbei und damit auch schon fast 4 Stunden her, dass sie getrunken hatte und so habe ich sie nochmal angelegt - ich war ja auch auf dem Weg ins Bett und fand den Zeitpunkt gut. Diesmal stillte ich aber im Sitzen mit Stillkissen, um die Bettsituation zu vermeiden. Erst schlief sie ein, doch an ein Ablegen in ihrem Bett war nicht zu denken. Dann begann das Hin und Her. Ich nahm sie hoch, sie kam zur Ruhe, legte sie im Bett ab, sie war wieder wach, unzufrieden und wir begannen von Vorne. Irgendwann löste mich mein Mann ab, wir wollten ja versuchen konsequent zu bleiben. Er machte das Spiel auch kurz mit, dann ging er mit ihr aus dem Raum und trug sie eine Stunde bis sie endlich wieder einschlief. Wirklich richtig wach und fit war sie die ganze Zeit nicht, aber schlafen kam nicht in Frage. Mein Mann versuchte sich dann im Ablegen. Aber in ihrem Bett angekommen wachte sie wieder auf und war erneut unzufrieden. Ich übernahm. Hochnehmen, wiegen, beruhigen, einschlafen lassen, ablegen und wieder von vorne. Es stellte sich kein Erfolg ein, nicht im Geringsten. Ich habe sie auch nicht beim ersten Aufmucken wieder hoch genommen und versuchte sie imme wieder auch vom Bettrand zu beruhigen, was auch nicht funktionierte und das Schreien verschlimmerte sich. Irgendwann konnte ich nicht mehr und ich legte mich mit dem schreienden kleinen Bündel ins Bett und hielt sie ganz fest, aber gab ihr noch immer nicht die Brust (ich war ja sicher, dass sie satt war). Sie schrie ganze 45 Minuten fast ununterbrochen und es zerriss mir und meinem Mann das Herz!!! Dann schlief sie endlich ein und ließ sich in ihrem Bett ablegen, wo sie dann ungefähr 3,5 Stunden schlief, ohne Schreien aufwachte, von mir gestillt wurde und dann nochmal für eine Dreiviertelstunde in ihrem Bett schlief. Damit war die Nacht erstmal vorbei, aber leider keiner von uns im Ansatz ausgeschlafen. Gute zwei Stunden später ist sie wieder auf dem Stillkissen eingeschlafen. Denn das benutze ich, um nicht wieder im Liegen zu stillen - eben auch tagsüber. Die große Frage bei allem bleibt aber: Ist das so richtig? Kann ich sie auf dem Arm so schreien lassen? Ist es gut so konsequent zu sein? Dürfte sie morgens wieder mit ins Bett, weil sie zwischen Nacht und Tag unterscheiden kann? Darf ich tagsüber mich mit ihr hinlegen und im Liegen stillen und ggf. auch ‚nur-Nuckeln‘ zur Beruhigung zulassen oder ist das kontraproduktiv für die Nacht? Wir sind vollkommen verunsichert und nichts fühlt sich so richtig richtig an :-( Haben Sie für uns noch einen Rat? Oder sagen Sie, wir sollen zu einer Familienberatungsstelle - wobei ich ja denke solche ‚Lappalien‘ gehören dort doch gar nicht hin, dass dort größere Probleme gelöst werden müssen. Herzliche Grüße Katinka
Kristina Wrede
Liebe Katinka, erst einmal: Lappalien gibt es nicht, wenn eine Familie durch eine Situation belastet ist, dann sollte sie Hilfe in Anspruch nehmen dürfen, ohne sich zu genieren. :-) Ihr könnt es auch alleine schaffen - ein neutraler Blick von außen ist jedoch oft hilfreich, und das kann auch eine gute Freundin sein. Wichtig ist, NICHT gleich spontan etwas zu verändern sondern erst einmal zu schauen, wie euer IST-Zustand ist. Dann wird sichtbar, wo Veränderungen sinnvoll sind. Mir scheint, es braucht mehr Ruhe in den Abläufen. Wenn du weißt, dass sie an der Brust gut einschläft, ist es nicht zweckmäßig, gleich die ganze Nacht stillfrei zu machen. Da wären 30 Minuten schon ok, wenn diese Zeit dafür genutzt wird, ein Signal für die Stillzeit zu etablieren (z.B. immer dann, wenn gestillt werden darf, brennt ein kleines Nachtlicht). Das schafft eine Konditionierung, die hilfreich ist. Mit 6,5 Monaten SIND die Babys noch sehr darauf angewiesen, nicht in allzu starre Korsetts gepresst zu werden. Viele Babys nehmen in diesem Alter einen Großteil der erforderlichen Milch zu sich, also geht es darum, ein Gleichgewicht zu schaffen zwischen ihren und deinen Bedürfnissen. Das braucht etwas Zeit und Geduld, damit ihr wirklich den Ansatzpunkt findet, der euch weiterbringt. Ich habe dazu noch eine Idee: Wenn deine Maus am schnellsten einschläft, wenn du sie stillst, dann ist das ja an sich gar nicht verkehrt - Herumtragen dauert ja meist deutlich länger, so dass ihr davon auch nicht viel habt. Und von einem so kleinen Säugling kann nicht erwartet werden, dass er alleine einschläft. Das schaffen die wenigsten, weil ihre Instinkte dagegen arbeiten (darum wachen sie auch meist auf, sobald man sie ablegt). Was aber dann helfen kann ist: Um ein "Umlegen" zu vermeiden kannst du dich z.B. auch tagsüber vor dem Nickerchen mit dem Baby auf eine Matraze auf dem Boden im Kinderzimmer legen. Es kann sich in den Schlaf nuckeln und du kannst dich dann, wenn es die Brust losgelassen hat, von ihm weg rollen. Und hast du es mal mit dem "Kinn-Trick" probiert? Der ist oft sehr hilfreich bei Babys, die die Brust fast ein wenig aus Gewohnheit im Mund haben wollen beim Schlafen. Dabei legst du, wenn du die Brust dem schlafenden Kind aus dem Mund gezogen hast, einen Finger längs unter die Unterlippe, so dass die Lippe beim "Suchen" einen gewissen Widerstand spürt. Dieser Widerstand wirkt beruhigend auf viele Kleinen, und sie schaffen es sich zu entspannen und eine tiefere Schlaf-Ebene zu erreichen... Das geht auch, wenn das Kind im Schlaf oder Halbschlaf wieder zu "suchen" beginnt: Man drückt ganz sanft sein Kinn nach oben. Bei vielen Babys wirkt das Wunder und sie schlafen plötzlich auch ohne Brust weiter/wieder ein. Manche Mütter berichten, dass es sogar geholfen hat, wenn sie ein kleines Kuscheltier ans Kinn des Kindes gelegt haben... Da ist es natürlich wichtig darauf zu achten, dass die Atemwege nicht blockiert werden :-) Nicht zuletzt wäre auch der Einsatz eines Schnullers denkbar, wenn deine Maus ein so großes Saugbedürfnis hat, dass sie allein deshalb so häufig an die Brust möchte. Du siehst, es macht also wirklich Sinn erst einmal zu schauen, was Sache ist bei euch. Und dann erst das zu ändern, was am einfachsten zu ändern geht. (Vielleicht das Kinderbett NEBEN eures Stellen wie ein Babybay, so dass du dem unruhigen Kind eine Hand auf den Körper legen kannst, ohne deine Liegeposition groß zu verändern.) Schau doch auch mal, ob es eine Stillgruppe bei euch in der Nähe gibt. Der Austausch mit anderen Müttern und einer erfahrenen Stillberaterin kann auch in diesen Situationen Gold wert sein. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Lieben Gruß, Kristina
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