Jasmin79
Hallo Biggi, meine kleine Tochter ist nun 13 Monate alt. Ca. 5 Monate wurde sie voll gestillt, danach habe ich versucht Beikost einzuführen, was aber nicht sehr erfolgreich war. Lange verweigerte sie alles, ass allenfalls etwas "vom Tisch". So habe ich auch weiterhin fast voll gestillt. Zuletzt alle 1,5 bis 2 Stunden, tags wie nachts. Seit etwa 2 - 3 Monate isst sie nun meist recht gut, dann stille ich sie nur noch zum Mittagsschlaf, abends zum Einschlafen und nachts, meist so 2 - 3 Mal. Leider ist sie aber sehr oft krank (steckt sich immer bei der grossen Schwester an die im ersten KIGA-Jahr ist) und dann isst sie wieder sehr schlecht und wir stillen dann auch wieder mehr. Sie zeigt mir inzwischen schon recht deutlich wann und dass sie an die Brust will. Packe ich dann nicht sofort aus, brüllt sie auch gleich los - sie ist im allgemeinen eine recht temperamentvolle junge Dame!! Nun, eigentlich wollte ich nie so lange Stillen. Ich dachte bis allerspätestens zum 1. Geburtstag wäre das Thema erledigt. Es gibt Tage da stört es mich auch nicht, aber dann gibt es wieder Tage da k.... es mich regelrecht an. Ich weiß wenn ich es wirklich wollte dann müsste ich es durchziehen und eben ein paar "anstrengende" Tage in Kauf nehmen. Doch im Moment habe ich fast nur anstrengende Tage, durch die ständigen Krankheiten. Es gibt Nächte, da schlafe ich kaum und wenn ich mal 2-3 Stunden am Stück schlafen kann dann ist das für mich purer Luxus. Meine Kleine ist, wenn sie krank ist, den ganzen Tag sehr sehr quengelig um es mal milde auszudrücken, an ganz schlechten Tagen brüllt sie eigentlich nur alle 2 Minuten wg irgendwas. Ich will ihr halt auch nicht auch noch das Abstillen zumuten wenn es ihr eh nicht gut geht.... und es ist immer irgendwas, sie hat nämlich auch immer ganz arg zu kämpfen wenn sie zahnt. Tja, was soll ich sagen irgendwie passt es einfach nie es anzugehen.... und ich habe das Gefühl es wird umso schwerer je länger es dauert. Ich weiß auch gar nicht ob ich es wirklich durchziehen will denn eigentlich habe ich es immer so gehandhabt dass ich wartete bis meine Kinder von selbst zum nächsten Entwicklungsschritt bereit sind. Aber ich habe das Gefühl dass mir langsam die Kraft ausgeht, da ich irgendwie überhaupt nicht dazu komme mal Kraft zu tanken. Ich muß ja fast immer da sein, ich kann mir auch nicht meine geliebte Tasse Kaffee gönnen wann ich will da meine Tochter auch sehr empfindlich reagiert auf alles was ich esse oder trinke (Trinke ich zu starken Kaffee oder stille innerhalb ca. 4 Stunden nach dem Kaffeegenuss, wird sie nachts alle halbe Stunde wach, auch beim Mittagsschlaf, ich habe es mehrfach getestet). Esse ich Kraut, hat sie Blähungen. Esse ich scharf, wird sie wund. Abends kann ich nicht weg, weil sie ohne Brust nicht einschläft. Nach dem einschlafen kann ich nicht weg, weil sie wenn sie wach wird ohne Brust nicht mehr weiterschläft. Meist kann ich nicht mal in Ruhe mit meinem Mann einen Film gucken, geschweige denn irgendwas anderes ;-). Also was soll ich denn tun. Entgegen meinen Grundsätzen abstillen? Und wie? Oder durchhalten? Danke für dein offenes Ohr im voraus. LG Jasmin
Liebe Jasmin, viele Frauen erleben zwischendurch eine Phase der Stillmüdigkeit. Sie wünschen sich wieder mehr Freiraum für sich und auch wieder mehr Verfügungsrecht über ihren Körper. Dieses Gefühl kennt vermutlich jede Frau, die längere Zeit stillt. Doch das ist letztlich nicht wirklich etwas, was sich durch Abstillen erreichen ließe, denn es ist nicht wirklich so, dass das Stillen die Frau "anbindet" und müde macht, sondern es ist die Mutterschaft. Wir alle haben irgendwann oder immer wieder einmal Sehnsucht nach dem Leben v.K. (= vor dem Kind) als "Mama noch eine Frau war". Muttersein ist einer der härtesten und anstrengendsten Berufe der Welt ist, der sieben Tage die Woche und 52 Wochen im Jahr einen 24 Stunden Dienst ohne Urlaubsanspruch und Krankschreiben bedeutet. Und an dieser Tatsache ändert sich nichts, ob frau nun stillt oder nicht. Abstillen gibt keiner Frau das Leben vor dem Kind wirklich zurück. Du musst dir bewusst sein, dass sich durch das Abstillen dein Leben keineswegs auf wundersame Weise positiv verändern wird. Falls Du diese Vorstellung haben solltest, kannst Du eine herbe Enttäuschung nach dem Abstillen erleben. Dein Kind wird nicht auf einmal besser schlafen, sondern Du musst es auf andere Weise beruhigen, was noch viel mehr Stress bedeutet. Deine Tochter spürt, dass Du dich ihr entziehen willst und das macht sie unsicher, so dass sie noch mehr "klammert", noch stärker deine Nähe und die Geborgenheit an der Brust sucht. Das Abstillen jetzt mit aller Macht "durchziehen" zu wollen, wird viel Kraft und Tränen bei allen Beteiligten fordern. Vielleicht kannst Du dich noch ein wenig gedulden und erst einmal wieder etwas Ruhe einkehren lassen. Ein paar Tage keinerlei Versuche mit dem Abstillen und einfach nur Stillen nach Bedarf und das Anbieten von Beikost auf der einen Seite und viel Erholung und Entspannung für dich selbst auf der anderen Seite. Lass den Stress so gut es geht beiseite und unternimm etwas, was für dich, deinen Partner und dein Kind angenehm ist. Ob dies nun ein Ausflug in ein Thermalbad, ein paar gemütliche Stunden auf dem Sofa oder vielleicht auch ein gemeinsamer Ausflug von Vater und Tochter während Du etwas ganz alleine für dich tust ist, kannst nur Du wissen. Sobald sich dann die Situation etwas entspannt hat und wenn Du für dich ehrlich alles Für und Wider des Abstillens abgewogen hast und dir dann sicher bist, dass Du abstillen willst (oder vielleicht eben doch nicht: ), überlege dir, wie Du das Abstillen angehen wirst. Ehe Du nun aber wirklich wohl auch gegen deine innere Überzeugung abstillst, versuche doch einmal einen anderen Weg: Gönne dir selbst in dieser anstrengenden Zeit so viel Ruhe wie möglich. Jetzt ist nicht die Zeit für blitzende Fußböden und spiegelnde Fenster. Lass den Haushalt auf Sparflamme laufen. Wenn die Fenster erst in einem halben Jahr wieder geputzt werden, dann schadet das niemandem und Tiefkühlgemüse ist nicht so schlecht und muss nicht geputzt werden. Nicht alles muss gebügelt werden. Mach den Tragetest. Bügele etwas und trage es für zehn Minuten. Das nächste Mal bügelst Du es nicht und trägst es für zehn Minuten. Dann vergleichst Du: ist der Unterschied nach der kurzen Tragezeit wirklich so deutlich, dass das Bügeln sich gelohnt hat? Viel Bügelarbeit lässt sich sparen, wenn die Wäsche sorgfältig aufgehängt wurde bzw. nicht lange im Trockner liegen bleibt, wenn der Trockner fertig ist. Es ist nicht viel mehr Arbeit, die doppelte Menge von zum Beispiel Nudelsauce zu kochen. Du kannst dann eine Hälfte einfrieren und hast damit schnell eine Mahlzeit, wenn ein Tag mal wieder sehr hektisch war. Versuche dir am Tag Freiraum für dich zu schaffen. Vielleicht kann dir dein Mann, deine (Schwieger)Mutter, eine Freundin oder ein verantwortungsbewusster Teenager dein/e Kind/er für eine Stunde oder so abnehmen, mit ihm spazieren gehen oder spielen und diese Zeit nutzt du für DICH. Selbst wenn Du nur in Ruhe in der Badewanne liegt, einmal um den Block joggst oder dich mit einer Zeitung und einer Tasse Tee in einen anderen Raum begibst, so ist das ein Weg aufzutanken und wieder neue Kraft zu schöpfen für den anstrengendsten Beruf der Welt: Mutter. Kurz: beschränke viel Dinge auf das absolut Notwendige, so dass Du auf diese Weise mehr Zeit für dich bekommst. Diese "gewonnene" Zeit kannst Du dann dazu nutzen, dich wieder zu erholen, neue Energie zu tanken. Suche dir wirklich Hilfe und Unterstützung. LLLiebe Grüße, Biggi
Jasmin79
Liebe Biggi, vielen Dank für Deine Antwort. Weißt du, ich bügle schon seit Monaten nicht mehr und der Haushalt läuft ebenso seit Monaten auf Sparflamme. Der Haushalt ist auch nicht das was mich stört, sondern vielmehr dass ich, wenn ich dann mal ein paar Minuten für mich habe, nicht mal essen oder trinken kann worauf ich Lust habe, dass ich wenn ich von der Arbeit komme (arbeite 2 Vorm. die Woche), erst mal meine brüllende 1-jährigen stillen muss, obwohl auch meine Große mich gern für ein paar Minuten für sich hätte bevor sie anschließend (nachmittags) in den KIGA geht. Das sind zwar alles banale Dinge die einem nicht wichtig sein sollten, doch es sind die einzigen Dinge die ich mir gönnen KÖNNTE. Die Großeltern sind alle noch (fast) voll berufstätig, und möchten die Wochenenden für sich haben. Mein Mann kommt erst dann abends nach Hause, wenn schon fast Zeit fürs Zubettgehen ist. Auch Samstags muss er derzeit arbeiten. Ganz abgesehen davon dass die Kinder - wenn sie krank sind - auch nirgends bleiben wollen, und eine der beiden ist immer krank. Sind die Kids nicht krank, bin ich es. Das geht nun seit über einem Jahr so. Im letzten Jahr hatten wir dann auch einen wahnsinnig anstrengenden KIGA-Start wo ich wochenlang nachmittags mit Baby zuerst im KIGA sass, weil die Große anfangs große Eingewöhnungsschwierigkeiten hatte, und später ständig mit meinem nicht Auto fahren wollenden und deshalb im Auto immer schreienden Baby hin und her fahren musste. Mein Vater erkrankte an Krebs und starb kurz vor Weihnachten. Ich weiß du hast nicht den ultimativen Tip für mich, aber ich musste mich einfach mal ausquatschen..... und du hast Recht - es bringt nichts etwas durchzuziehen wenn ich nicht dahinter stehe und wenn meine Tochter noch nicht bereit dafür ist. Ich glaube es ist mir einfach im Moment im allgemeinen etwas zuviel und das stillen ist einfach das einzige was ich an meiner Situation ändern könnte, wenngleich mir natürlich bewusst ist dass dies nicht wirklich meine Situation ändern wird. Ich werde also noch ein bisschen durchhalten.... Vielen lieben Dank nochmal fürs zuhören ;-) Jasmin
Liebe Jasmin, am liebsten würde ich dich einfach mal in den Arm nehmen, ich weiß, wie es ist, wenn man sich fühlt wie ein Hamster im Laufrad….. Hast Du schon einmal mit dem Arzt gesprochen, ob Euch vielleicht eine Mutter-Kind-Kur helfen würde? Du könntest endlich ein wenig ausspannen und ich denke, auch für deine Kinder wäre das sicherlich gut. Weißt Du, das Abstillen würde im Moment nicht deine Situation verändern, ich denke, Du brauchst eher so eine Unterstützung. Wenn Du in meiner Nähe wohnst, sag Bescheid ;-), ich komme und lass dir ein warmes Bad ein! Ich umarme dich und verspreche dir, dass wieder einfachere Zeiten kommen werden (hoffentlich hört sich das jetzt nicht platt an, ist nicht so gemeint)! Biggi
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