Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen - oder Besserung in Sicht?

Frage: Abstillen - oder Besserung in Sicht?

Regenbogen7

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Liebe Stillberaterin, erfreulicherweise bin ich wieder schwanger (11.SSW) und habe einen 20-monatigen Sohn, der bei uns im Familienbett schläft und mittags/abends zum Einschlafen sowie nachts noch gestillt wird. Mein Traum wäre, dass er sich selbst abstillen darf und insgeheim habe ich gehofft, dass er dies aufgrund der Schwangerschaft nun machen würde, aber es sieht nicht danach aus. Das ist auch der Grund, warum ich wegen des Abstillens hin und her gerissen bin. Dass die Milch anders schmeckt, macht ihm offensichtlich nichts aus und dass weniger Milch kommt, kompensiert er damit, dass er häufiger kommt. Dies führt zur Zeit nachts aber dazu, dass er oftmals alle 1,5 Stunden kommt und ich mir „Sorgen“ mache, wie das wohl werden soll, wenn Kind Nr. 2 da ist. Ein wenig Schlaf bräuchte ich natürlich auch (-; Außerdem stellt sich natürlich die Frage, wie das funktionieren soll, wenn das Baby geboren wird, da ich ihn zur Entbindung (Risikoschwangerschaft) nicht mitnehmen kann/möchte. Haben Sie für mich zufällig ein paar Tipps oder Erfahrungswerte zur geschilderten Situation? Da ich niemanden kenne, der „solange“ gestillt hat, bin ich für jede Rückmeldung dankbar! Auch möchte ich Ihnen für Ihre tolle Arbeit hier danken. Ich bin ein fleißiger, heimlicher „Mitleser“ (-; Ihnen ganz liebe Grüße Regenbogen7


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Regenbogen7, es kann gut sein, dass Ihr Kind sich bis zum Ende der Schwangerschaft doch noch abstillt und im Moment einfach spürt, „das etwas in der Luft liegt“ ;-). Ich würde jetzt einfach abwarten und SOLLTE Ihr Kind sich tatsächlich nicht abstillen, wird auch der Aufenthalt in der Klinik kein so großes Problem werden. Ihr Mann und Ihr Baby werden es schaffen! Mein Mann ist damals mit dem Auto durch die Stadt gefahren und die Kinder haben Lichter gezählt, bis ihnen die Augen zufielen, an anderen Tagen durften die Kinder auf der Couch in Papas Arm einschlafen und wenn es gar nicht gegangen wäre, hätten sie eben gekuschelt bis zum Umfallen ;-). Ich habe damals auch überlegt, ob ich abstillen sollte (ich musste ins Krankenhaus), aber so waren es einige wenige unruhige Nächte, die meinen Mann mehr gestresst haben, wie meinen Moritz ;-), der hatte nämlich eigentlich viel Spaß mit seinem Papa und war am Abend so platt, dass es gut geklappt hat. Sobald ich wieder daheim war, hat er sich auf mich gestürzt und er war glücklich, dass er wieder stillen durfte. Wenn Sie also nicht abstillen möchten, müssen Sie das auch nicht tun. Wenn doch, dann wird es auch mit dem Abstillen klappen. Wenn Sie viel Ruhe bekommen und Zeit für viele Kuschel und Streicheleinheiten für Ihr Kind haben und vor allem fest hinter dem Entschluss stehen, dass das Stillen nun eingeschränkt wird, dann wird Ihr Kind Ihre Entscheidung akzeptieren. Sicher wird es nicht ganz ohne Tränen und Kummer (von beiden Seiten) abgehen, doch wie gesagt: Das Leben ist nicht immer der Idealfall und wir müssen uns immer wieder mit bestimmten Tatsachen arrangieren. Beim allmählichen Abstillen können Sie zum Beispiel das Stillen jedes Mal weiter verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Sie können Ihr Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Eine Möglichkeit nachts abzustillen ist es, dass statt Ihnen Ihr Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Sie wenden sich jedes Mal dem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Wenn Ihr Partner nicht einspringen kann, bleibt es an Ihnen, Ihr Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass Ihr Kind weiterhin Ihre Liebe und Zuneigung spürt. Es muss erkennen können, dass Sie ihm zwar die Brust, aber nicht Ihre Liebe entziehen. LLLiebe Grüße Biggi


Regenbogen7

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VIELEN DANK für die ermutigende Antwort! Sie hilft mir sehr weiter!!!


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