Mitglied inaktiv
Liebe Biggi, mein Zweiter ist vor einer Woche zwei geworden. Im Prinzip liebe ich das Stillen, aber ich leide unter dem Schlafmangel, denn er schläft noch nicht durch; er trinkt 3-4 mal in der Nacht, mitunter nuckelt er sich ein und wir schlafen zusammen. Mir tut dann aber der Rücken weh, weil ich mich nicht richtig drehen kann. Mein Mann schläft im Moment beim Großen, trotzdem schlafe ich nicht ruhiger. Ich habe bei meinem 1.Kind die Erfahrung gemacht, dass er zwar nicht gleich nach dem Entwöhnen durchschläft (er war 2 1/2 und bekam inzwischen die Flasche), aber so 2-3 Wochen danach nur noch 1x wach wurde. Ich habe das Gefühl am Ende meines "Schlafpolsters" zu sein: 2 Jahre sind eine lange Zeit, wenn man nie mehr als 4 Stunden, meist nur 3 Std. am Stück schläft. Ich möchte gern abstillen und weiß nicht wie das am sanftesten für den Kleinen geht. Oder ich möchte nur noch zum Einschlafen stillen. Kannst du mir helfen? Chris
? Liebe Chris, Stillen ist viel, viel mehr als nur Nahrung für den Körper und deshalb bedeutet Stillen nicht nur, dass das Kind Mahlzeiten an der Brust zu sich nimmt. Abstillen heißt deshalb nicht nur das Ersetzen von einem Nahrungsmittel durch ein anderes. Wenn Du jetzt für dich beschlossen hasst, dass Du abstillen willst, dann helfen dir vielleicht die folgenden Tipps weiter. Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt "biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Du deinem Kind die Brust nicht von dir aus anbietest, aber auch nicht ablehnst, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, deineGewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Du musst die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Du viel häufiger Ausflüge zu Orten unternimmst, die dem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Du dein übliches Verhalten in bestimmten Situationen veränderst. Wenn Du zum Beispiel sitzen bleibst anstatt dich hinzulegen, wenn Du dein Kind zum einschlafen bringst. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal ist es sinnvoll, wenn der Vater das abendliche Zubettbringen übernimmt. Manchmal bringt es das Abstillen auch weiter, wenn Du das Stillen immer dann, wenn das Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschiebst. Das kannst Du flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Du kannst auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst dein Kind eine kleine Weile anlegen und ihm dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Womöglich wäre "punktuelles Abstillen" eine Lösung für euch. Es ist eine Alternative zum vollständigen Abstillen. Damit meine ich, dass zu bestimmten Zeiten nicht mehr gestillt wird oder Du versuchst dein Kind davon zu überzeugen, nach einer ausreichend langen Zeit an der Brust, etwas anderes zu tun. Zum Schluss noch etwas, was unter Umständen paradox klingt: einige Kinder stillen sich von alleine ab, sobald ihre Mutter die Abstillbemühungen aufgibt. LLLiebe Grüße Biggi
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