Mitglied inaktiv
Liebe Biggi, heute mal wieder eine Frage von mir: Muß ich meine Tochter von 18 Monaten schon abstillen? Mein Hausarzt riet mir dazu, nachdem ich ihm geschildert habe, dass ich immer so kaputt únd geschlaucht bin. In der letzten Zeit verfügt mein Töchterchen über mich wie eine "Milchbar". Am Wochenende möchte sie zu den verschiedensten Uhrzeiten "Mam Mam". In der Woche arbeite ich und stille sie kurz vor dem Schlafengehen. Vielleicht hast du mal wieder einen Rat für mich, vielen Dank im voraus. Katja
? Liebe Katja, für viele Menschen ist das Abstillen immer sofort die Lösung aller Probleme, vor allem wenn das Kind schon älter als ein paar Wochen ist. Dabei vergessen sie aber, was Abstillen für Mutter und Kind bedeuten kann - oder es ist ihnen nicht bewusst, welche Belastung das Abstillen sein kann und welche Entlastung auch das Stillen eines älteren Kindes bedeuten kann. Das Stillen laugt die Mütter nicht aus und schwächt auch nicht ihr Immunsystem, auch wenn dies immer wieder behauptet wird. Die Tatsache, dass Muttersein einer der härtesten und anstrengendsten Berufe der Welt ist, der sieben Tage die Woche und 52 Wochen im Jahr einen 24 Stunden Dienst ohne Urlaubsanspruch und Krankschreiben bedeutet, führt dazu, dass Mütter von kleinen Kindern oft anfälliger sind als kinderlose Frauen oder Frauen mit älteren Kindern. Für viele Mütter von einem gestillten Kleinkind sind gerade die Stillzeiten, die einzige Zeit am Tag, zu der sie sich einmal hinsetzen und die Beine hochlegen können. Falls Du jetzt für dich persönlich zu dem Entschluss gekommen bist, dass für euch das Ende der Stillzeit gekommen ist, dann still ab. Wenn Du absolut entschlossen bist, abzustillen, dann wird dein Kind auch diese Entschlossenheit spüren, genau so wie es jetzt deine Zweifel spürt und deshalb entsprechend reagiert. Doch lass dir nicht von anderen einreden, durch das Abstillen würden sich alle deine Probleme lösen und erhoffe dir vom Abstillen keine Wunder, Du könntest bitter enttäuscht werden. Versuche dir den Alltag so einfach wie möglich zu machen. Scheue dich nicht, dich auch am Tag, wenn das Kind einmal schlafen sollte, hinzulegen. Es ist jetzt nicht wichtig, dass die Fenster regelmäßig geputzt werden und die Bettwäsche optimal gebügelt ist, sondern es ist wichtig, dass Du dir genügend Ruhe und Erholung und auch einmal etwas für dich gönnst. Achte auf eine einigermaßen ausgewogenen und ausreichende Ernährung und vergiss nicht genügend zu trinken. Falls tatsächlich ein Vitamin- oder Mineralstoffmangel vorliegen sollte, sollte dieser gezielt behandelt werden. Denke daran: Muttersein ist überaus anstrengend und es ist wichtig, dass Du Nischen findest, die dir die Möglichkeit zur Erholung geben und das geht auch, wenn dein Kind gestillt wird. LLLiebe Grüße Biggi
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