Mitglied inaktiv
Hallo Frau Welter! Mein Sohn ist jetzt 6 Monate alt und ich habe ihn bis vor 3 Wochen voll gestillt. Er bekommt jetzt also seinen Abendbrei als letzte Mahlzeit. Seit 2 Tagen schafft er es auch nachts durchzuschlafen....hoffentlich war das nicht nur ein Versehen ;-) Jetzt ist mein Problem, daß er mir seit gut einer Woche die Brustwarzen blutig beißt und ich denke, daß ich mit 6 Monaten stillen doch eigentlich auch mal wieder voll an mich denken kann. Nun würde ich am liebsten sofort mit dem Stillen aufhören. Ich habe auch schon mal ein Flasche getestet, und die nimmt er ohne murren. Können Sie mir sagen, ob ich Abstilltabletten brauche oder ob das ganze auch so geht, vielleicht mit homöopathischen Mitteln. Muß man sich Abstilltabletten verschreiben lassen, oder bekomme ich die rezeptfrei? LG Silke K.
? Liebe Silke, „an sich denken" ist sicher nicht gleichbedeutend mit Abstillen, denn auch SIE profitieren gesundheitlich vom Stillen, insbesondere auch vom längeren Stillen. Ein plötzliches Abstillen von jetzt auf gleich ist nicht empfehlenswert, besser ist es, wenn Sie Ihrem Körper etwas Zeit geben. Abstillmedikamente (die aus gutem Grund rezeptpflichtig sind) sollten aufgrund der Nebenwirkungen wirklich nur besonderen Situationen vorbehalten bleiben. Zudem ist Ihre Wirkung nach der unmittelbaren Neugeborenenperiode nicht erwiesen. Zitat aus „Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit" Spielmann, Schaefer, 6. Auflage: "Zum Abstillen ist vor allem Bromocriptin eingesetzt worden. Angesichts möglicher Risiken für die Mutter soll es nicht mehr routinemäßig zu diesem Zweck genommen werden (Arzneimittelkommission 1989). die amerikanische Food und Drug Administration (FDA) hat aufgrund der mütterlichen Risiken die Zulassung für Bromocriptin zum Abstillen zurückgezogen (Herings 1995). Statt dessen sollen physikalische Maßnahmen wie gut sitzende unterstützende Bekleidung sowie Kühlung und Entleerung bis zur Erleichterung den Vorzug gegenüber Ergotaminderivaten erhalten. Bei Mastitis ist Bettruhe, häufiges Enleeren mit Wärmeanwendung vorher und Kälte nachher sowie ggf. antibiotische Therapie zu empfehlen. Hochbinden der Brust wird wegen der Gefahr eines Milchstaus nicht mehr empfohlen." Beim Abstillen gehen Sie am besten so vor, dass Sie Ihr Kind zunächst anlegen, aber es sich nicht vollständig satt trinken lassen, sondern anschließend noch die Flasche anbieten. Bei manchen Kinder empfiehlt sich auch die umgekehrte Vorgehensweise, zuerst Flasche anbieten und anschließend noch die Brust, das müssen Sie ausprobieren. Wenn Sie nicht mehr anlegen wollen, sollte die Milch abgepumpt bzw. von Hand ausgestrichen werden. Allmählich steigern Sie die Menge der Flaschennahrung, bis die Mahlzeit vollständig ersetzt ist. Falls die Brust dann zu spannen beginnt, pumpen Sie gerade so viel Milch ab oder streichen von Hand aus, dass die unangenehme Spannung nachlässt und Sie sich wieder wohl fühlen. Nicht mehr Milch als unbedingt notwendig entleeren, denn sonst wird die Produktion wieder angeregt. Zusätzlich können Sie die Brust kühlen. Ein Einschränken der Trinkmenge (wie es leider immer noch häufig empfohlen wird) ist nicht empfehlenswert. Trinken Sie entsprechend Ihrem Durstgefühl. Was hingegen hilfreich sein kann, ist das Einschränken des Kochsalzkonsums. Auch sollten Sie keinesfalls die Brust hochbinden. Was hilfreich sein kann ist ein gut sitzender, stützender BH, der jedoch keinesfalls einengen darf. Es gibt auch naturheilkundliche und homöopathische Mittel, die zum Abstillen eingesetzt werden können. Wenn Sie sich hierfür interessieren, wenden Sie sich bitte an eine entsprechend ausgebildete Ärztin/Arzt oder Hebamme. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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