Lijoge
Hallo liebes Expertenteam, meine Tochter wird im November 3 Jahre. Wir stillen noch zum einschlafen und aufwachen. Jetzt haben wir zum ersten mal einen Soor (Mund/Brustwarze) Ich befürchte ich hab das verursacht weil ich Kortison nehmen musste für eine Woche. Die Kortisoneinnahme war vor etwa 5 Wochen... Ich möchte eigentlich schon länger abstillen, da meine Tochter aber sehr Willensstark und laut sein kann bin ich immer den Weg des geringsten Widerstandes gegangen und hab weiter gemacht. Zudem hatte ich das Gefühl meinem Kind etwas gutes zu tun. Jetzt habe ich aber starke Schmerzen wegen dem Soor. Ich behandel uns beide mit Moronal, hab aber die Befürchtung stillend bekomme ich das nicht in den Griff... Zudem muss ich bald immer wieder beruflich über Nacht weg. Die Kleine schläft bei uns im Bett. Macht es Sinn währe des abstillens nicht mit ihr in einem Bett zu schlafen? Ist ein Milchstau zu befürchten wenn ich jetzt nicht mehr stille? Wir haben zeitweise Mittags zum schlafen und aufwachen gestillt, ebenso Abends zum einschlafen und morgens... Ich würde es bevorzugen gar nicht mehr zu stillen. Glaube ein klarer Schnitt wäre für uns beide besser. Wie lange soll ich uns mit Moronal weiter behandeln? Liebe Grüße Annika
Liebe Annika, Stillen ist eine Zweierbeziehung und wenn es dazu kommt, dass sich ein Partner dabei nicht wohl fühlt, dann müssen Lösungswege gefunden werden. Das Wichtigste überhaupt ist allerdings, dass Du fest zu deinem Entschluss stehst. Solange hier noch der geringste Zweifel besteht, wird dein Kind diese Zweifel spüren und Du wirst weiterhin „schwach" werden. Für viele von uns ist es sehr ungewohnt zu sehen, wie begeistert und mit wie viel Freude ein Kleinkind stillt. Deine Kleine verhält sich gar nicht so "brustversessen" wie Du glaubst, viele langzeitgestillte Kinder zeigen sehr deutlich wie viel ihnen das Stillen bedeutet. Wird es dem Kind überlassen, wann es sich selbst abstillt, dann stillen sich die meisten Kinder irgendwann zwischen dem zweiten und dem vierten Geburtstag ab. Ein Abstillen deutlich vor dem zweiten Geburtstag auf Initiative des Kindes hin ist eher unwahrscheinlich. All diese theoretischen Überlegungen helfen dir jedoch nicht weiter, denn Du fühlst dich in der derzeitigen Situation unwohl. Wenn sich in einer Stillbeziehung ein Partner nicht mehr wohl fühlt, dann ist es an der Zeit zu überlegen, was geändert werden kann. Sicher ist ein dreijähriges Kind noch nicht in der Lage alles Gesprochene bis ins letzte Detail zu verstehen, doch ich denke, dass der erste Schritt für dich sein sollte, dass Du mit deinem Kind darüber sprichst, wie es dir geht und was Du nicht mehr möchtest. Dann könnt ihr als Eltern eine Art Plan machen, wie ihr vorgehen wollt, um das Stillen einzuschränken. Stillen nach Bedarf ist bei einem Kind über einem Jahr nicht mehr ein so eng gefasster Begriff wie bei einem kleinen Baby und liebevoller Konsequenz lassen sich auch bei einem Kind in diesem Alter in einem gewissen Rahmen Regeln aufstellen. Selbstverständlich wird sich nicht von heute auf morgen eine plötzliche Änderung ergeben, das geschieht in kleinen Schritten und selbstverständlich wirst Du mit Rückschritten rechnen müssen, doch mit viel Liebe und Beharrlichkeit, kannst Du einen Weg finden. Ich rate Dir eigentlich nicht zum abrupten Abstillen, da es für Dein Kind und die Brust besser ist, wenn sie Zeit für die Umstellung bekommen ;-). Auch würde ich das Kind nicht aus dem Familienbett schmeißen, denn sonst fühlt es sich doppelt bestraft. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du nicht gleich die Geduld verlierst, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Wenn Du abstillst, solltest Du immer dann, wenn die Brust spannt, etwas Milch ausstreichen, um einen Stau zu verhindern. Bitte streiche wirklich nicht mehr aus, als unbedingt notwendig, sonst wird die Milchproduktion wieder angeregt. Deine Brust wird sich daran gewöhnen, dass die Nachfrage nicht mehr gegeben ist und die Milchproduktion immer weiter verringern und schließlich ganz einstellen., aber sie braucht etwas Zeit dazu. Es ist auch empfehlenswert, den Salzkonsum während des Abstillens einzuschränken. Es ist nicht notwendig die Flüssigkeitszufuhr einzuschränken, trinke entsprechend deinem Durstgefühl. Wenn noch Verhärtungen da sind, dann ist das ein Milchstau und muss behandelt werden. Ein Einschränken der Trinkmenge (wie es leider immer noch häufig empfohlen wird) ist nicht empfehlenswert. Trinke entsprechend deinem Durstgefühl. Was hingegen hilfreich sein kann, ist das Einschränken des Kochsalzkonsums. Auch solltest Du keinesfalls die Brust hochbinden. Was hilfreich sein kann ist ein gut sitzender, stützender BH, der jedoch keinesfalls einengen darf. Wegen dem Medikament solltest Du mit dem Arzt sprechen, es muss unbedingt ausreichend lange behandelt werden. LLLiebe Grüße Biggi
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