Schrini
Hallo, meine Tochter ist nun 19 Monate alt und wurde seit Geburt ausschließlich gestillt. Die Flasche und den Schnuller hat sie schon immer abgelehnt. Nun bin ich mit unserem 2. Kind in der 21. SSW schwanger und die Milch ist ausgeblieben. Ich dachte, dass meine Tochter von selbst aufhört zu stillen wenn sie merkt, dass nichts mehr kommt aber sie nuckelt einfach seit Wochen trocken weiter. Sie nuckelt nachts jede Stunde an der Brust. Inzwischen sind meine Brustwarzen wund und tun weh, deshalb habe ich beschlossen komplett „abzustillen“. Ich hatte mir vor 3 Tagen Pflaster auf die Brüste geklebt und ihr immer wieder erklärt, dass Mama aua hat und nicht mehr stillen möchte. Das akzeptiert sie tagsüber auch total super. Leider ist nun die Einschlafbegleitung mittags und abends die Hölle. Sie brüllt wie am Spieß und lässt sich nicht beruhigen. Sie schlägt und tritt nach mir und drückt mich weg sobald sie merkt, dass sie nicht an die Brust kann. Wenn sie neben mir liegt weint sie aber ebenfalls jämmerlich. Ich weiß nicht wie ich sie trösten soll wenn sie mich immer wegdrückt und habe Sorgen, dass sie dadurch traumatisiert wird. Irgendwann schläft sie total erschöpft ein. Die Nächte sind seit der ersten Nacht tatsächlich schon viel besser. Sie Schläft von 19 - 4 Uhr durch und wacht dann das erste Mal auf und weint wieder bitterlich weil sie an die Brust möchte. Wie kann ich sie bei der Einschlafbegleitung trösten und ihr zeigen, dass ich für sie da bin wenn sie mich immer wegdrückt? Viele Grüße
Liebe Schrini, könntest du deinem Kind evtl. anbieten, dass es an der Brust kuscheln darf? Bei mir war das damals die Lösung, mein Sohn sagte immer, „er tut so, als ob“ und damit war er zufrieden . Wenn nicht, ist es völlig normal, dass die ersten Tage und oft auch Nächte sehr unruhig sind. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Einen "Knacks" beim Kind brauchst du nicht befürchten, wenn du ihm wirklich beistehst und es nicht "strafst" für seine natürliche Reaktion auf diese Veränderung. Deine Kleine wird vermutlich noch eine Weile schreien, toben, treten oder dich schlagen wollen. Ist das schlimm? Nein, es ist völlig normal, denn es ist die einzige Art, wie sie in diesem zarten Alter ihren Frust ausdrücken kann. Wie kannst du damit umgehen? Lass es zu. Lass dich nicht verunsichern, denn es geht deinem Kind ja trotzdem gut, es bekommt kein Trauma fürs Leben, wird nicht an deiner Liebe zweifeln. Deine Tochter ist sauer, und das wird auch wieder vergehen. Bleibe bei ihr und sei du ruhig und klar, so dass sie sich an dir orientieren kann. Vielleicht wirst du sie ein wenig ablenken wollen (falls sie sich ablenken lässt), vielleicht bleibst du auch einfach nur in ihrer Nähe und versicherst ihr, dass alles ok ist, und dass ihr weiter kuscheln könnt, sobald sie sich etwas beruhigt hat. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und du nicht gleich die Geduld verlierst, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Gib deinem Kind ganz viel Liebe und tröste es, zeige ihm, dass du seinen Schmerz verstehst. Deine Kleine wird das verkraften, denn du bist ihr Leuchtturm und sie wird sich an dir orientieren. Hab Geduld, mit liebevoller Konsequenz schaffst du das! Lieben Gruß Biggi
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