Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen Kind 18 Monate

Frage: Abstillen Kind 18 Monate

judy85

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Sehr geehrte Frau Welter, meine Tochter ist 18 Monate und wird noch abends vor dem Schlafen und 1-2 mal nachts gestillt. Sie isst normal zu Abend, sodass das Stillen mehr ein Ritual ist, worauf sie auch nicht verzichten möchte. Da sie nachts zunehmen länger am Stück schläft, brauche ich auch nachts nicht mehr oft stillen. Der Versucht ihr nachts Wasser oder Milch anzubieten ist gescheitert. Man sagt ja Kinder zeigen irgendwann von alleine wenn es ihnen reicht und stillen sich dann von selbst ab. Sehr schön fand ich dazu den Erfahrungsbericht von Poohbär. Ich habe meine Tochter 10 Monate voll gestillt, da sie einfach kaum gegessen hat. Das Tagsüber stillen hat sich dann tatsächlich innerhalb weniger Wochen von alleine gelegt. Jetzt ist es so das ich meiner Tochter zwar gerne die Möglichkeit geben würde "sich alleine abzustillen", ich bin aber nun geplant wieder in einem ganz frühen Stadium schwanger, also muss ich ja zwangsläufig irgendwann abstillen. Spricht etwas dagegen wärend einer Schwangerschaft weiter zu stillen und wenn ja wie lange? Wie kann ich das Abstillen angehen? Sollte ich von jetzt auf gleich aufhören oder zunächst nur das abendliche oder nächtliche stillen weg lassen? Danke im Voraus


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe judy85, Du kannst ganz beruhigt abwarten, es kann sein, dass dein Kind sich während der Schwangerschaft von ganz alleine abstillt. Eine erneute Schwangerschaft ist kein Abstillgrund. Es ist möglich während der gesamten Schwangerschaft weiter zu stillen und sogar nach der Geburt des nächsten Babys beide Kinder zu stillen (das wird Tandemstillen genannt). Viele Kinder stillen sich allerdings im Laufe der erneuten Schwangerschaft ab, unter anderem deshalb, weil sich der Geschmack der Milch verändert. Bei einem normalen Schwangerschaftsverlauf schadet das Stillen nicht. Die Mutter sollte jedoch auf eine gute und ausgewogene Ernährung achten, um Mangelerscheinungen bei sich selbst zu vermeiden. In der Regel kann eine gut ernährte Mutter, sowohl das ungeborene Baby als auch das gestillte Kind, wenn es älter als ein Jahr ist, ausreichend zu versorgen. Ist das Stillkind noch jünger als ein Jahr, sollte auf seine Entwicklung und seinen Gewichtsverlauf geachtet werden. Die Mutter sollte darauf achten, dass Sie angemessen zunimmt, gesund und nahrhaft isst und genügend Zeit zum Ausruhen hat. Manche Frauen brauchen deutlich mehr zusätzliche Kalorien, wenn sie schwanger sind und gleichzeitig stillen. In der Schwangerschaft kann die Milchproduktion nachlassen und es ist nicht immer möglich sie mit den üblichen Methoden zur Steigerung der Milchmenge wieder zu erhöhen. Deshalb sollte die Gewichtskurve des gestillten Kindes im Auge behalten werden. Einige Frauen haben Probleme mit sehr empfindlichen oder sogar wunden Brustwarzen, die auf die Hormonumstellung durch die Schwangerschaft zurückzuführen sind. Wie lange diese Empfindlichkeit und das Wundsein anhalten, lässt sich nicht vorhersagen. Leider helfen, die meisten Empfehlungen für wunde Brustwarzen in dieser Situation nicht. Es gibt keine bewiesenen Risiken für Mutter oder ungeborenes Kind, wenn die Mutter während der gesund verlaufenden Schwangerschaft stillt. Gebärmutterkontraktionen, die beim Stillen auftreten können, sind ein normaler Teil der Schwangerschaft. (Die Stimulation der Brustwarzen verursacht die Ausschüttung geringer Mengen des Hormons Oxytozin, das wiederum Kontraktionen der Gebärmutter und der Milchbläschen in der Brust verursacht). Auch während des Geschlechtsverkehrs, den die meisten Paare auch während der Schwangerschaft weiterhin haben, kann es zu Gebärmutterkontraktionen kommen. Selbst wenn einige stillende Mütter stärkere und häufigere Kontraktionen während der Spätschwangerschaft spüren, scheinen diese keine Gefahr für das ungeborene Baby im Verlauf einer normalen Schwangerschaft darzustellen. Eine Studie ergab, dass Stillen keine negativen Auswirkungen auf den Verlauf der Schwangerschaft zu haben scheint (Moscone und Moore, 1993). Außer dem Wunsch der Mutter abzustillen, gibt es nur wenige Gründe, während einer Schwangerschaft nicht weiterzustillen. Dazu gehören: o Schmerzen in der Gebärmutter oder Blutungen; o vorangegangene Frühgeburten; o ununterbrochener Gewichtsverlust der Mutter im Verlauf der Schwangerschaft. Dies kommt jedoch nur sehr selten vor. Stillen verursacht auch keine Blutungen. Es gibt auch keine Beweise dafür, dass eine vorangegangene Fehlgeburt ein Grund zum Abstillen sei. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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