Sophia3030
Hallo ihr Lieben, folgendes: meine Tochter ist jetzt 7 Monate alt. Ich habe sie 4 Monate lang ausschließlich gestillt, ab dem 5.Monat hat sie, wenn sie bei den Großeltern übernachtet hat, was einmal in 1-2 Wochen vorkam Aptamil Pre bekommen, da es dann mit dem abpumpen nicht mehr so funktioniert hat. Wir haben die Beikost mit 5 Monaten eingeführt. Mittlerweile isst sie Gemüse-Kartoffel-Fleisch Brei mittags, ab und an Getreide-Obst-Brei zwischendurch und Milchbrei von Aptamil abends. Zum Milchbrei habe ich jetzt alles mögliche gelesen und bin einfach nur verwirrt. Ich weiß, dass Babys unter einem Jahr keine pure Milch bekommen sollten, habe aber gelesen, dass das, wenn sie in Breis verarbeitet worden ist, okay sei. Mit Aptamil Brei dachte ich, kann ich nicht so viel falsch machen, da der Folgemilchanteil angeblich besonders hoch sei etc. 1. Frage: kann ich dabei bleiben oder soll ich selbst Grieß mit Pre oder Wasser anrühren? Zudem: seit einiger Zeit muss sie beim Stillen immer häufig die Seiten wechseln und es dauert wohl sehr lange, bis der Milchspendereflex eintritt. Manchmal bleibt sie geduldig, aber immer häufiger, vor allem nachts gibt sie auf und möchte nicht mehr an der Brust nuckeln, obwohl sie sehr hungrig ist. Deshalb kommt es jetzt öfter vor, dass ich ihr dann ein Fläschchen von Aptamil mache..allerdings Stufe 1 und nicht Pre, diese trinkt sie dann fast immer leer. Meine Brüste waren bis vor kurzem noch sehr groß und sind jetzt fast auf ihre Ursprungsgröße zurück gegangen. Morgens funktioniert das Stillen aber noch am besten. Noch zur Info: sie bekommt zum Einschlafen einen Schnuller, wir hatten aber bis jetzt keine Probleme oder Anzeichen auf eine Saugverwirrung. 2. Frage: kann es sein, dass ich nicht mehr genug Milch zur Verfügung habe? 3.Frage: Kann ich sie teils stillen und teils mit Aptamil füttern? Sollte ich dann besser Pre nehmen? Vielen Dank im Voraus und mit den besten Grüßen Sophia
Liebe Sophia, in dem Brei ist Folgemilch verarbeitet, keine reine Kuhmilch, nur diese sollte im ersten Jahr nicht gegeben werden. Es kann gut sein, dass Ihr Kind die Flasche nun langsam doch vorzieht und sich zur Flasche hin abstillt. Sie können nun entweder wieder vermehrt anlegen und auf künstliche Sauger verzichten oder aber Sie stillen weiter, so lange es geht und geben dann irgendwann ganz die Flasche, wenn Ihr Kind die Brust verweigert. Muttermilch ist der Goldstandard und von allen künstlichen Säuglingsnahrungen ist diesem Goldstandard die Pre Nahrung noch am ähnlichsten. Alle weiteren Nahrungen entfernen sich immer weiter von Goldstandard, was keinerlei Vorteile für die Gesundheit des Kindes bringt. Deshalb ist es nicht sinnvoll und vom ernährungsphysiologischen Standpunkt her auch nicht notwendig, andere Nahrung als Muttermilchersatz zu geben, als eine Pre Nahrung. Wenn Sie sich die Zusammensetzung der künstlichen Säuglingsnahrungen anschauen, dann können Sie sehen, dass Pre Nahrung eindeutig zu bevorzugen ist. Spätestens bei der sogenannten Folgemilch 2 ist es dann sogar so, dass diese kaum noch an die Muttermilch angepasst ist, oft sehr süß ist und von der Zusammensetzung her so, dass sie nicht mehr als ausschließliche Nahrung für das Kind ausreicht. Sie darf deshalb auch nur in Zusammenhang mit Beikost gegeben werden. Es gibt Länder, in denen Folgenahrungen gar nicht erhältlich sind. Eltern erhoffen sich, was die Werbung ja auch deutlich suggeriert, dass ihre Kinder mit einer Folgenahrung seltener gefüttert werden müssen und länger schlafen. Das ist der Hauptgrund, warum diese Nahrungen verkauft werden. LLLiebe Grüße Biggi Welter Pre, 1 oder 2 – was bedeuten die Kürzel der Säuglingsnahrung von Denise Both, IBCLC Die EU Norm unterscheidet zwischen drei verschiedenen Nahrungsarten: • Säuglingsanfangsnahrung • Folgenahrung • Antigen Reduzierte Nahrung Säuglingsanfangsnahrungen sind künstliche Säuglingsnahrungen, die den Nährstoffbedarf eines Babys in den ersten vier bis sechs Monaten als Alleinnahrung decken und zusammen mit geeigneter Beikost das gesamte erste Lebensjahr gegeben werden können. Sie tragen die Silbe "Pre" oder die Zahl "1" im Namen. Unter einer Pre Nahrung wird eine adaptierte Säuglingsnahrung verstanden, die der Muttermilch weitestgehend angeglichen ist, was ihre Zusammensetzung an Mineralstoffen, Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß betrifft. Pre Nahrungen können, wie Muttermilch, nach Bedarf (ad libitum) gegeben werden. "1" steht für teiladaptierte Nahrung. Diese Säuglingsnahrung ist zum Teil der Muttermilch angeglichen, enthält mehr Eiweiß und außer Milchzucker noch weitere Zucker sowie Stärke. 1er Nahrung ist nicht so dünnflüssig wie Pre Nahrung und hält länger vor. Teiladaptierte Nahrung sollte nicht nach Bedarf gegeben werden. Folgenahrung wird durch eine "2" gekennzeichnet. Sie ist nicht mehr als alleinige Nahrung für den Säugling gedacht, sondern sollte frühestens ab dem fünften Monat zusammen mit Beikost gegeben werden. Ihre Zusammensetzung unterscheidet sich grundlegend von der der Muttermilch. Für allergiegefährdete Babys, zu denen zur Zeit etwa ein Drittel aller Neugeborenen zählen, gibt es antigen reduzierte Nahrungen, die durch die Abkürzung "HA" erkennbar sind. "HA" steht für hypoallergen und es bedeutet, dass in diesen Nahrungen das Kuhmilcheiweiß in kleinere Bestandteile aufgespalten wurde. Durch die Zerlegung des Eiweißes kann das Allergierisiko verringert werden. Außer den oben aufgezählten Nahrungen gibt es noch Spezialnahrungen (zum Beispiel laktosefreie Säuglingsnahrung oder Nahrungen mit sehr geringem Phenylalaningehalt), die besonderen Situationen vorbehalten sind. So kommt es zwar sehr selten vor, aber es gibt tatsächlich Fälle, in denen ein Baby keine Muttermilch erhalten darf (bei Galaktosämie, einer sehr seltenen Stoffwechselstörung) oder nicht ausschließlich gestillt werden darf (z.B. bei Phenylketonurie (PKU), ebenfalls eine Stoffwechselstörung).
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