Mitglied inaktiv
Hallo, Mein Sohn ist jetzt knapp 9 Monate alt und wird zur Zeit noch morgens und nachmittags gestillt. Mittags und abends bekommt er Brei und nachmittags ein wenig Obst-Getreidebrei und danach die Brust. Das Nachts stillen haben wir Ihm seit einer Woche abgewöhnt. Mittags bekommt er inzwischen schon feinstückige Breie. Heute habe ich erfahren, dass ich eine heftige chronische Sinusitis habe, die nur durch eine konservative Cortison-Therapie oder durch eine OP behebbar ist. Ich wollte eigentlich bei Ihm nicht mehr die Flasche einführen, sondern ihn morgens so lange stillen, bis er ein Frühstücksbrot essen kann. Ich überlege, so lange noch mit dem abstillen und der Behandlung meiner Nase zu warten. Da ich jedoch im Mai (er ist dann 1 Jahr alt) wieder anfangen möchte zu arbeiten und vorher wieder gesund sein will, müsste ich spätestens im März abstillen. Was raten sie mir? Gibt es eine Alternative zum Fläschen ? Wir sind nicht allergen vorbelastet und er bekommt inzwischen seit zwei Tagen abends den Milchbrei halb mit Vollmilch und halb mit Wasser.
Liebe Franka_Jannik, generell wird empfohlen, dass mit Kuhmilch und Kuhmilchprodukten gewartet wird, bis das Kind ein Jahr alt ist, es gibt aber auch Meinungen, die sagen, dass es ab zehn Monaten schon kein Problem sei, Milchprodukte einzuführen. Ab dem ersten Geburtstag kann der Milchbrei mit Vollmilch zubereitet werden, die dann auch nicht mehr verdünnt werden muss. Mit knapp neun Monaten ist ein Kind noch zu jung für alleinige Beikost, es braucht noch Milchmahlzeiten, ob als Milchbrei oder Flasche. Eine OP ist aber kein Abstillgrund. Eine Vollnarkose ist kein so großes Problem, wie es Ihnen jetzt vielleicht vorkommt (auch nach einem Kaiserschnitt kann eine Frau bei entsprechender Narkose unverzüglich zu stillen beginnen). Sie müssen dem Arzt sagen, dass Sie stillen, dann kann er Narkosemittel und eventuell notwendige Medikamente so wählen, dass keine Stillpause notwendig wird. Bei Fragen zur Vereinbarkeit von Medikamenten und Stillzeit (und natürlich auch Schwangerschaft) kann und sollte sich dein Arzt jederzeit an das Berliner Pharmakovigilanz und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie ("Embryotox") wenden, das unter der Telefonnr. 030 30308 111 erreichbar ist, per mail unter mail@embryotox.de, oder online unter www.embryotox.de bzw. http://www.bbges.de/content/index024a.html. Ich zitiere auch die Empfehlungen aus dem Buch "Arzneiverordnung in der Schwangerschaft und Stillzeit, 2006: Empfehlung für die Praxis: Wenn die Mutter nach einer Narkose wieder in der Lage ist, ihr Kind anzulegen, darf sie stillen. Weder die pharmakokinetischen Eigenschaften der im Zusammenhang mit einer Narkose heute verwendeten Mittel noch die klinischen Erfahrungen begründen eine zusätzliche Stillpause. Dies gilt auch für die Narkose im Rahmen einer Sectioentbindung, bei der ohnehin der plazentar übergehende Anteil an Narkotika gegenüber der geringen Kolostrummenge quantitativ im Vordergrund steht!" LLLiebe Grüße und gute Besserung! Biggi
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