angi_06
Hallo! ich habe momentan ein großes problem bezüglich stillen. mein sohn wird in einem monat 2 jahre alt und wir stillen noch. er hat bis vor kurzem immer die brust bekommen wann er wollte, das war mehrmals täglich, immer zum einschlafen und auch mehrmals in der nacht + zum aufwachen. er hat seit er auf der welt ist jeden schnuller und jedes fläschchen verweigert, er nimmt auch kein kuscheltier, mag nicht mit papa ins bett gehn usw.. er ist wirklich sehr auf die brust fixiert und ich spüre auch dass es für ihm ein wichtiges ritual und geborgenheit ist. bis jetzt hab ich auch immer gerne gestillt und ich hatte eigentlich auch beschlossen ihm so lange zu stillen wie er es möchte weil es für ihm so wichtig ist und er so dran hängt. aber: jetzt bin ich wieder schwanger in der 9.woche, zuerst hab ich auch gesagt ich stille weiter weil abstillen für mich und für ihm sehr stressig wäre. aber jetzt ist der zeitpunkt gekommen wo es für mich nicht mehr passt. die brustwarzen schmerzen beim stillen und noch dazu bin ich ziemlich dünn und fühl mich schon sehr "ausgesaugt". der arzt hat mir auch geraten abzustillen. noch dazu hab ich jetzt etwas angst davor 2 kinder zu stillen wegen meinen gewicht und weil ich nicht weiß wie das neugeborene sein wird und ob dann mein großer umso mehr trinken will und ich vor lauter stillen zu nichts anderem komme. ich war jetzt 1 woche lang sehr unentschlossen, mein inneres bauchgefühl sagt mir nämlich dass mein großer das stillen noch total braucht und ich will ihm das nicht nehmen aber andererseits möchte ich lieber sobald wie möglich abstillen denn wenn das 2. kind dann da ist wird er sich glaub ich noch schwerer tun und ich will das 2. kind ja auch wieder gerne stillen und nicht gestresst sein vor lauter stillen.. ich weiß echt grad nicht mehr weiter.. deshalb meine frage: wie gehe ich am besten vor mit dem abstillen ohne dass mein sohn traumatisiert wird. ich habe vor 2 wochen begonnen ihm einfach so zwischendurch am tag nichts mehr zu geben durch ablenkung und durch erklärung dass die mama am busen "auweh"hat und er durfte dann immer eine creme draufgeben + pflaster. das hat ganz gut funktioniert. aber wenn er einen wutanfall hat und sich vor lauter wut und gebrüll nicht mehr zurecht findet dann hat er es noch bekommen und zum mittagsschlaf auch, am abend + nacht auch wie immer. mit papa schlafen gehn haben wir auch schon ein paar mal probiert, da dreht er komplett durch, er weiß dass ich im haus bin und will nur mit mir ins bett. bücher anschauen geht auch ganz gut, wir schauen oft 1 stunde lang bücher an vorm einschlafen und er wird sehr müde dabei aber wenn er dann wirklich schlafen will will er unbedingt die brust, da zieht er mich fast aus. ich weiß echt nicht mehr wie ich das angehen soll, er ist sooo fixiert drauf. ich kann ihn eigentlich gar nicht anders zum schlafen bringen als durch stillen.. das buch "wir stillen noch" hab ich auch schon gelesen.. methode "Biete nicht an, lehne nicht ab" mach ich schon seit ca 1 jahr, aber von selbst würde sich mein sohn glaub ich noch lange nicht abstillen. wie lange dauert denn das normalerweise dass sich die kleinkinder dran gewöhnen dass es kein stillen mehr gibt? ich hab echt angst vor dem abstillen, dass er nicht damit zurecht kommt und nicht mehr so ein fröhliches ausgeglichenes kind ist wie in der stillzeit... ich wäre sehr dankbar für ein paar tipps! danke!!
Liebe angi_06, wichtig ist es, dass DU ÜBERZEUGT bist und das deinem Kind so auch zeigst. Ist die Mutter innerlich nicht davon überzeugt, dass sie ihr Kind abstillen will, dann ist dieser Zweifel für das Kind sehr deutlich fühlbar und es reagiert in fast allen Fällen so, dass es eher noch häufiger gestillt werden mag. Zweifel und Unsicherheit sind für ein Kind unerträglich, Kinder brauchen Klarheit. Dein Kind spürt deinen Zwiespalt und da es sich nicht hinsetzen und sagen kann "Mama, ich spüre, dass Du dir nicht sicher bist, was jetzt das Richtige ist, deshalb werde ich dir jetzt bei deiner Entscheidungsfindung helfen" reagiert es auf deine Zweifel mit Unruhe, Weinen und Verunsicherung. Es hat keine anderen Ausdrucksmöglichkeiten als Weinen und (vermehrte) Anhänglichkeit. Babys sind für "geordnete Verhältnisse", Unsicherheit und Zweifel bringen sie aus dem Gleichgewicht. Wichtig ist, dass Du dir Klarheit verschaffst und dann zu deiner Entscheidung stehst ganz gleich wie diese ausfällt. Wenn Du dir deiner Entscheidung sicher bist, wird es Euch beiden besser gehen. Fällt die Entscheidung von deiner Seite für das Abstillen, dann wird dein Kind fühlen "Jetzt hat Mama keinen Zweifel mehr" und wird sich auch abstillen lassen, sicher nicht ganz ohne Wehmut, aber ohne riesige Verzweiflung. Fällt deine Entscheidung für das Weiterstillen, bedeutet dies keineswegs zwingend, dass dein Kind noch jahrelang gestillt werden will, im Gegenteil: es kann sein, dass dein Kind sich dann sehr bald von selbst abstillt, eben weil es auch dann nicht mehr mit einem Zwiespalt leben muss. Einen seelischen Knacks brauchst Du nicht zu befürchten, Du bist bei deinem Kind und spendest ihm Trost und zeigst ihm deine Liebe. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du allmählich und mit viel Liebe vorgehst und nicht zu schnell die Geduld verlierst. Denke daran, dass das Stillen für dein Kind viel mehr ist, als nur Ernährung. Ich wünsche dir von ganzem Herzen alles Gute und hoffe, Euch beiden fällt der Abschied nicht allzu schwer. LLLiebe Grüße, Biggi
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