Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen/Beikostverweigerung

Frage: Abstillen/Beikostverweigerung

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Liebe Biggi, meine Tochter ist 9,5 Monate alt und isst immer noch fast nichts außer Muttermilch. Was leider auch zur Folge hat, daß ich sie nachst mind. noch 2x stillen muß und demzufolge seit einigen Monaten nicht besonders viel schlafe. Ihr Tagesablauf sieht folgendermaßen aus: ca. 6.30 Uhr Stillen (evt. nochmal schlafen bis 7.30 Uhr)+ Aufstehen, ca. 9.30 Uhr Stillen, ca.13.OO Uhr Versuch Mittagessen, z.Z. wird alles mit Löffel verweigert, sie isst nur Stückchen Avocado, Stückchen Banane, Stückchen Weißbrot, oder Stückchen Kinder-Früchteriegel von Alnatura,alles in kleinen Mengen und das schiebt sie sich am liebsten selbst in den Mund, 16.00 Uhr eine gedrückte Banane mit ein bischen geriebenem Apfel, das isst sie mit Begeisterung mit Löffel.17.30 Uhr Stillen, 19.15 Uhr Stillen, ab ca. 20.00 Schlafen, ca. 23.00 Stillen, ca. 3.00 Uhr Stillen, danach mehr oder weniger gutes Schlafen bis ca.6.30 Uhr. Ne Zeitlang hat sie mittags 1/2 Gläschen Pastinaken gegessen...Plötzlich war Ende Versucht habe ich schon alles mögliche: Zucchini, Karotten Süßkartoffel, Kartoffel, Mangold etc. in stückchenform und als Brei, versch. Gläschen von alnatura oder aus dem Bioladen, bisher noch ungewürzt. Abends hab ich es auch schon mit Hirsebrei versucht, sie will einfach nicht, d.h. sie dreht sich weg, schreit und presst die Lippen zusammen. Ich hab auch versucht es Ihr auf dem Schoß zugeben, im Stühlchen, Ihr Vater hat es schon probiert... Was soll ich tun? Ich würde das Stillen zumindest gerne reduzieren, vorallem nachst und wollte eigentlich vermeiden die Stillbeziehung auf die rabiate Tour zu beenden. Im Vorraus vielen Dank, Gruss Doris


Biggi Welter

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? Liebe Doris, aber dein Kind isst doch schon eine ganze Menge und selbst wenn sie noch mehr essen würde, wäre dies keine Garantie für längere Schlafphasen in der Nacht, denn Schlafen und Essen sind zwei verschiedene Dinge. Es ist wichtig, dass ihr das Thema „Essen" nicht zum zentralen Punkt in eurem Leben werden lasst. Auch wenn es schwerfällt: Je entspannter ihr dem Essverhalten eures Kindes gegenüberstehen könnt, um so besser. Druck erzeugt nur Gegendruck in dieser Situation und ein Kampf ums Essen produziert nur Verlierer und kann den Grundstein zu einer lebenslangen Essstörung legen. Es gibt Kinder, die sehr wohl essen würden, aber absolut keinen Brei wollen. Viele Kinder hassen es auch gefüttert zu werden und wollen selbst essen. Dagegen ist ja auch nichts einzuwenden, denn schließlich lässt sich sehr viel an fingergerechter Nahrung anbieten und außerdem hat es den Vorteil, dass diese Kinder in aller Regel sehr bald sehr gut selbst mit Besteck umgehen können und so problemlos am Familientisch mitessen können. Probier es doch einmal mit fingergerechter Nahrung und lass dein Kind selbst essen. Es gibt eine ganze Menge, was als fingergerechte Nahrung angeboten werden kann. Banane zum Beispiel kann ein Kind gut in die Hand nehmen, sie ist weich und es kann sie alleine essen. Auch ein Stück von einer gekochten Kartoffel geht gut. Gekochte Erbsen können einzeln aufgepickt werden (ist gleichzeitig eine gute Übung für die Feinmotorik), alle Gemüse- und Obstarten, die einigermaßen weich sind und dann in kleine Stücke geschnitten werden, können gegeben werden. Auch Brot kann ab acht Monaten angeboten werden. Versuch das einmal und setze auch auf das Nachahmungsbedürfnis der Kinder. Zusammen mit ein paar anderen Kindern oder auch Erwachsenen macht Essen mehr Spaß. Sicher ist auch für dich das Buch „Mein Kind will nicht essen" von dem spanischen Kinderarzt Dr. Carlos Gonzales eine interessante (und beruhigende) Lektüre. Das Buch ist im Buchhandel (ISBN 3-932022-12-2) bei der La Leche Liga oder auch im Stillshop hier auf der Seite erhältlich. LLLiebe Grüße Biggi


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Hallo Biggi, hallo Mona (Entschuldigung, dass ich mich mit so nem Roman einfach dranhänge) Dieser Frage möchte ich mich gerne anschließen. Meine Tochter ist jetzt 8 Monate (+1 Woche alt) und möchte auch am liebsten nur die Brust. Manchmal klappt es mit dem Essen, mehr oder weniger gut, manchmal will sie aber einfach nichts haben. Ich habe jetzt so ca. 14 Tage ungefähr hinbekommen, an denen sie tagsüber, also für ca. 9-11 Stunden nicht gestillt wurde, sondern nur Beikost bekam. D.h. es wird nachts gestillt, zum Frühstück, Abendessen und beim Einschlafen. Ich habe sogar den Eindruck, dass sie trotz Hunger bis abends warten kann, wenn wieder gestillt wird. Heute habe ich aber wieder mittags gestillt, weil sie wirklich eindeutige Anzeichen gegeben hat, dass sie gestillt werden will. Ich würde aber gerne, wenigstens so langsam, vom Stillen wegkommen. Ich bin zwar grundsätzlich pro-Stillen eingestellt und habe es gerne und mit Spaß gemacht (das ist jetzt schon mein zweites Kind), aber so langsam jetzt doch keine Lust mehr dazu und möchte keine Langzeitstillmama werden. Außerdem ist es sogar so, daß meine Kleine Madam nur dann trinkt, wenn sie mit Mama ungestört ist, also ihre große Schwester nicht im Zimmer ist. Das lässt sich aber leider nicht immer so einfach verwirklichen, weil die erst 2 Jahre alt ist und nicht einfach mal so für 5 - 10 Minuten in ein anderes Zimmer abgeschoben werden kann. Vielen Dank Claudia mit Katharina und Hannah


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