Sisco
Guten Tag :-) Im Voraus schon herzlichen Dank für die Antwort! Mein Junge wird in einer Woche ein Jahr alt. Seit zwei Monaten hat er abends und morgens nur noch eine Stillmahlzeit. Sonst isst er einen Früchte-, Gemüse- und Getreidebrei und jeweils schon recht schön vom Tisch. Da er mich bereits mehrmals recht heftig gebissen hat, möchte ich abstillen. Jedoch haben wir das Problem, dass er auf keine Art und Weise trinkt. Vieles haben wir bereits ausprobiert, damit er auch Flüssigkeit zu sich nimmt (Löffel, Becher, div. Schnabeltassen, div. Lochgrössen, nur Aventflaschen). Abends gebe ich nun nicht mehr die Brust und ich hoffte, dass ihm die Milch besser schmecke, als der Tee. Leider falsch gedacht und nun mische ich die Milch in den Abendbrei. Jedoch habe ich Bedenken, dass er zu wenig Flüssigkeit bekommt. Anhand der Windel zu urteilen, ist noch schwierig, aber ich denke, es ist eher wenig. Ich würde auch gerne noch den morgen absetzten und somit ganz abstillen. Kann ich auch hier die Milch in den Brei mischen. Oder wäre ein weiterer Brei eine Möglichkeit? Denn ich denke, dass sich mit weglassen der Morgenstillmahlzeit den Essensrhythmus nach vorne verschieben würde. Momentan ist dies etwa um 10.00 Uhr. Oder kennen sie ev. noch eine Möglichkeit, wie ich ihm das Trinken von der Flasche schmackhaft machen kann? Herzlichen Dank und liebe Grüsse Patricia R.
Liebe Patricia, zunächst können Sie sicherlich einen weiteren Brei geben, allerdings braucht Ihr Baby jetzt gar nicht mehr so viel Milch. Nach dem ersten Geburtstag benötigt ein Kind etwa 350 ml Milch (oder etwas mehr als einen kleinen Joghurt) und 20 g Käse, um seinen Milchbedarf zu decken. Das heißt, dass ein Kind keineswegs zwingend Milch trinken muss und es ist sogar möglich, dass sich der Mensch nach dem Abstillen ganz milchfrei ernährt. Der Mensch ist ja ohnehin das einzige Säugelebewesen, das nach dem Abstillen noch weiter Milch einer anderen Art auf seinem Speiseplan stehen hat und auch beim Menschen gibt es eine ganze Reihe von Kulturen, die milchfrei und dennoch gesund leben. Notwendig ist die Milch auch wenn das in unserer Kultur oft nicht geglaubt wird nicht. Es gibt eine ganze Menge an kalziumreichen Nahrungsmitteln, mit denen sich der Kalziumbedarf decken lässt. Eine Tasse (227 g) gekochter Chinakohl ist eine alternative Möglichkeit zur Kalziumversorgung und bietet 86 % des Kalziumgehaltes einer Tasse (240 ml) Milch. Eine halbe Tasse (113 g) Sesamkörner die zu Backwaren und Pfannkuchenteig hinzugefügt oder über Salat oder Getreide gestreut werden können enthält doppelt so viel Kalzium wie eine Tasse (240 ml) Milch. Weitere Kalziumlieferanten sind Melasse, mit Kalzium angereicherter Tofu, Spinat, Broccoli, Zwiebelkraut, Winterkohl, Leber, Mandeln und Paranüsse sowie Dosensardinen und Lachs (die allerdings beide mitsamt der weichen Gräten gegessen werden). Geduld heißt dann das Zauberwort. Lassen Sie Ihr Kind mit dem (leeren) Becher spielen, setzen Sie auf seinen Nachahmungstrieb und versuchen Sie es nicht mit Druck. Ihr Kind wird nicht verdursten. Wie viel Flüssigkeit ein Baby zusätzlich zur Beikost braucht, hängt davon ab, wie viel Beikost es isst, wie warm es ist, wie aktiv das Kind ist und einigem anderen mehr. Ein Kind, dass noch viel breiartige Kost isst, bekommt zudem über die Nahrung relativ viel Flüssigkeit. Bieten Sie Ihrem Kind zur Beikost immer Wasser an, dann hat es die Möglichkeit zu trinken, wenn es durstig ist. Wasser ist das optimale Getränk, sowohl für Kinder wie für Erwachsene, Saft oder Tee ist nicht notwendig. Solange der Urin des Babys hell, fast farblos aussieht und nicht unangenehm riecht, bekommt es in der Regel genügend Flüssigkeit. Haben Sie Geduld, Ihr Baby wird das Trinken schon lernen und akzeptieren und sollten Sie den Eindruck haben, dass die Trinkmenge deutlich zu gering ist und Ihr Kind dennoch nicht mehr trinken will, dann machen Sie aus dem Gemüsebrei einfach Gemüsesuppe. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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