Mitglied inaktiv
Hallo! Wahrscheinlich bin ich bei der Stillberatung an der völlig falschen Adresse, aber meine Hebamme (auch Stillberaterin) traue ich mich nicht zu fragen. Ich stille meinen Sohn (21 Wochen) voll, nächste Woche wollen wir anfangen, den Mittagsbrei einzuführen. Das Stillen klappt soweit ganz gut, allerdings in 90 Prozent der Fälle mit Stillhütchen, da ich ohne große Schmerzen habe (er ist aber richtig angedockt, hat meine Hebamme alles gecheckt), nur unterwegs stillen wir ohne Hilfsmittel. Außerdem will er mindestens alle 2 Stunden trinken, in Schubzeiten teilweise jede Stunde. Ich fühle mich oft ans Haus gefesselt. Zuhause, ohne Zeitdruck, stille ich ab und an auch gerne und genieße die Zeit. Oft wünsche ich mir aber auch mehr Freiheit und dass ich mal wieder was unternehmen kann, was bei einem zeitfenster von 90 Minuten schwierig ist. Selbst beim Friseur musste er mir zum stillen gebracht werden. Ich weiß, dass stillen das beste für ihn ist und ich versuche durchzuhalten, so lange es geht, andererseits braucht ein Kind auch eine entspannte Mutter und ich habe Beispiele aus meinem Freundeskreis, die nach dem Abstillen regelrecht aufgeblüht sind. Mein Mann ist beispielsweise auch bis abends auf der Arbeit. Durch das stillen (mein sohn schläft dann dabei ein und wird in sein Bett gelegt) übernehme ich den meisten Teil des Einschlafrituals. Das finden wir beide schade, weil es die einzige Zeit wäre, wo er sich einbringen könnte. Für mich wäre ein Prinzip ideal, bei dem ich nachts und morgens noch stillen könnte, der Kleine aber ansonsten unabhängig von mir ist, was die Mahlzeiten angeht. Ich weiß, dass man von vielen Müttern und Hebammen wenig Verständnis erntet, wenn man über das Abstillen nachdenkt ohne dass Schwierigkeiten wie Milchstau u.ä. vorliegen. Ich hatte mir schon einen groben Plan gemacht, nach dem ich in etwa zwei Monaten komplett abgestillt hätte. Mein schlechtes Gewissen dem kleinen gegenüber ist aber zu groß, weil ich ihm damit die beste Nahrung entziehe, die er haben kann, und das „nur“, weil ich mal wieder was unternehmen möchte. Andererseits belastet es mich immer wieder, wenn ich zb nur unter Stress mit ihm einkaufen gehen kann. Vielleicht können Sie mir Mut machen, dass sich die Mahlzeiten nach Beikosteinführung automatisch reduzieren? Wie „schlimm“ wäre ein abstillen nach 7 Monaten fürs Baby? Mit spätestens einem Jahr wäre für mich definitiv Schluss. Ich hoffe, Sie verurteilen mich nicht und haben Verständnis für meine Gedanken. Liebe Grüße, Jojo
Liebe Jojo, Stillen ist eine Zweierbeziehung und wenn es dazu kommt, dass sich ein Partner dabei nicht wohl fühlt, dann müssen Lösungswege gefunden werden. Natürlich ist jeder Tropfen Muttermilch, den dein Baby bekommen kann, wertvoll für dein Kind, aber Du bist trotzdem keine Rabenmutter, wenn Du jetzt abstillst. Du hast deinem Kind den bestmöglichen Start ins Leben geschenkt und hast monatelang gestillt und wenn es jetzt nur noch Stress bedeutet, dann ist es dein gutes Recht, es zu beenden. Du kannst versuchen, ab und zu eine Flasche zu geben, allerdings stillen sich die meisten Kinder recht schnell zur Flasche hin ab. Wäre es denn eine Möglichkeit für Dich, Milch abzupumpen und diese mit der Flasche geben zu lassen, wenn Du mal länger weg möchtest? So fühlst Du Dich freier und Dein Baby bekommt Muttermilch. LLLiebe Grüße Biggi
Mitglied inaktiv
Hallo Biggi, Danke für die schnelle Antwort! Es ist so ein hin und her bei mir, mal denke ich ich schaff es noch ein bisschen und an Tagen wo er so viel trinken will bin ich wieder kurz davor hinzuschmeißen. Es ist jetzt auch nicht so, dass ich total niedergeschlagen dadurch bin. Aber ich könnte mir schon vorstellen, dass es mir gut tut, wenn ich auch mal ohne Zeitdruck was alleine unternehmen kann. Dann würde mein Sohn auch davon profitieren. Abpumpen habe ich versucht, ich komme damit aber nicht gut klar. Die ganze Prozedur ist mir auf Dauer einfach zu aufwendig. Ich habe auch Angst, wie sich das abstillen auf die Beziehung zu meinem Sohn auswirken wird. Nimmt er mir die Entwöhnung übel? Bleibt unsere Beziehung so innig wie bisher? Liebe Grüße, Jojo
Liebe Jojo, hast Du einmal versucht, die Milch mit der Hand auszustreichen? Oft klappt das viel besser. Wenn nicht, dann ist es halt so. Sicherlich wird Dein Baby das Stillen schmerzlich vermissen, aber wie gesagt - es gehören ZWEI zu einer guten Stillbeziehung. LLLiebe Grüße Biggi
Rotkehlchen
Hallo Jojo,
Hast du mal versucht, an einer Brust abzupumpen, während dein Kleiner an der anderen Seite trinkt? Anders kann ich zB mit einer Handmilchpumpe auch keinen Milchspendereflex auslösen, aber so geht es ganz gut (na ja, inzwischen auch nicht mehr, weil meine Tochter mit knapp neun Monaten viel zu neugierig ist, was ich da mit der Pumpe veranstalte, und ständig abdockt
).
Wenn ich dich richtig verstehe und du nur gelegentlich mal was ohne Baby machen willst, würde ich dir jedenfalls auch zum abpumpen raten! Fläschchen geben bringt wieder anderen Aufwand mit sich - nachts aufstehen zum Fläschchen anrühren, unterwegs das ganze Zubehör (Fläschchen, Pulver, Wasser) mitschleppen, ständig Fläschchen und Sauger spülen, ... Da fand ich das Stillen nachts und unterwegs immer wesentlich bequemer!
Ansonsten möchte ich dir auch Mut machen, dass die Stillabstände mit Einführung der Beikost wirklich länger und besser planbar werden können - aber es kommt natürlich drauf an, wie schnell und gut dein Sohn die Beikost annimmt. Vielleicht wartest du einfach noch den Beikoststart ab, bevor du das Stillen gezielt reduzierst? Ihr könntet ja auch abends mit Brei starten, damit der Papa das füttern übernehmen kann. Ich verstehe nämlich gut, dass er sich gern mehr einbringen würde! Man empfiehlt eigentlich nur deswegen, mittags zu starten, damit etwaiges Bauchweh nicht zu unruhigen Nächten führt.
Mitglied inaktiv
Hallo Rotkehlchen, Danke für deine Antwort! Ich hab mich erstmal gegen das Abstillen entschieden und konzentriere mich auf die Beikosteinführung. Ich denke, so ist es am besten. Der Wunsch nach Abstillen ist wahrscheinlich jetzt eine Phase, da er im Schub steckt und fast stündlich trinken will. Aber die beste Nahrung will ich ihm nicht vorenthalten und ich denke auch, dass es mit der beikost besser wird :). Liebe Grüße, Jojo
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