SannyW30
Hallo, ich habe mich schon oft mit Fragen an euch gewendet und möchte euch erst einmal danken für die vielen hilfreichen Tips und aufbauenden Worte. Mein Sohn ist mittlerweile 13 Monate alt und wir stillen noch einmal morgens. Vor ca. 2 Monaten haben wir langsam angefangen ihm das Einschlafstillen durch ein Milchfläschchen (1er Milch) zu ersetzen. Das klappt mittlerweile ganz gut. Der Grund dafür war dass er nachts über Wochen im 1-2 Stunden - Takt kam und ich einfach nicht mehr konnte. Seit er abends die Flasche bekommt schläft er meistens durch, manchmal mit einer unterbrechung. Da ich eigentlich vor hatte zum 1. Geburtstag abzustillen bekommt er auch Mittags zum Einschlafen die Flasche. Ich bin froh dass er die Flaschen so gut nimmt, aber das Stillen in der Früh können wir irgendwie nicht aufhören. Wir genießen beide das Kuscheln im Bett. Jetzt ist es so dass wir uns ein Geschwisterchen für ihn wünschen und ich wollte vorher wiedermal meinen Körper für mich haben - ist das egoistisch???? Mein Mann drängt auch schon wann ich endlich mit dem Stillen aufhöre. Hatte ja vor so um den 1. Geburtstag. Im August fahren wir mit Freunden ein paar Tage weg. Da wollte ich abgestillt haben um auch mal Wein oder Cocktails mit zu trinken. Dennoch fällt es mir schwer aufs Stillen zu verzichten. Vor allem weil ich merke dass mein Sohn es noch braucht. Habt ihr Tipps für mich wie ich mich richtig entscheide??? Wenn ich abends Wein oder Cocktails trinke soll ich dann das Stillen in der Früh lieber ausfallen lassen? Geht es dass man nur noch jeden 2. Tag stillt? Hab ich überhaupt noch genug Milch oder geht es ihm nur ums Nuckeln? Sorry für den langen Text. Ich bin so hin und her gerissen.. Vielen Dank für eure Antworten! Liebe Grüße
Liebe SannyW30, für dein Kind ist das Stillen noch sehr wichtig, egal, ob es aus Hunger oder aus Hunger nach Geborgenheit ist, spielt eigentlich keine Rolle. Auch Du genießt das Stillen noch und ich würde wegen ein paar Cocktails nicht abstillen. Zum Thema Alkohol in der Stillzeit gilt folgendes: Das Komitee für Medikamente der Amerikanischen Akademie der Kinderärzte betrachtet Alkoholgenuß in der Stillzeit als vertretbar, obwohl beim Konsum großer Alkoholmengen Nebenwirkungen beobachtet wurden. Es konnten keine Schädigungen durch gelegentliches Trinken oder regelmäßiges Trinken geringer Alkoholmengen (ein Glas oder weniger täglich) festgestellt werden. Alkohol geht unbehindert in die Muttermilch über. Man hat herausgefunden, dass die Konzentrationsspitze in der Muttermilch 30 bis 60 Minuten nach dem Trinken bzw. 60 bis 90 Minuten nach dem Genuß von alkoholhaltigen Nahrungsmitteln erreicht wird (Lawton 1985). Alkohol wird auch unverändert aus der Milch und dem Kreislauf der Mutter ausgeschieden. Bei einer Frau mit einem Gewicht von 55 kg dauert es etwa zwei bis drei Stunden, bis die Alkoholmenge von einem Glas Bier oder Wein von ihrem Körper abgebaut wird (Schulte 1995). Allerdings dauert es um so länger, den Alkohol abzubauen, je mehr davon aufgenommen wurde. Bei einer Frau von 55 kg dauert es bis zu 13 Stunden, bis ein Glas eines hochprozentigen Getränks abgebaut wird. Die Auswirkungen von Alkohol auf ein gestilltes Baby stehen in direktem Zusammenhang zu der von der Mutter konsumierten Menge. Mäßiger bis starker Alkoholgenuß einer stillenden Mutter kann den Milchspendereflex beeinträchtigen, die Milchaufnahme des Babys hemmen, die motorische Entwicklung des Babys beeinträchtigen, langsame Gewichtszunahme und andere Nebenwirkungen beim Baby verursachen. Niemand kann vorhersagen, wie schnell Du nun ob mit oder ohne Abstillen wieder schwanger werden kannst. Sogar ohne Periodenblutung kann es zu einem Eisprung kommen und es gibt viele Frauen, die in der Stillzeit gleich beim ersten Eisprung, dem keine Blutung vorangegangen war, wieder schwanger geworden sind. Stillen hat eine empfängnisverhütende Wirkung und tatsächlich kann auch bei einem älteren Stillkind die Empfängnis erschwert und die Einnistung der Eizelle behindert sein. Aber eben "kann" und nicht "muss". Es gibt da übrigens eine interessante Theorie auch über die Reife des Kindes in Bezug auf Geschwister: so lange ein Kind noch so häufig an der Brust der Mutter trinkt, dass dadurch die Fruchtbarkeit der Mutter eingeschränkt wird, so lange ist es auch noch nicht reif genug, die Mutter mit einem weiteren Geschwisterkind zu teilen. Manche Menschen halten dies vielleicht weit hergeholt, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass da viel Wahres dran ist. Die Entscheidung, ob Du zugunsten einer erneuten Schwangerschaft bzw. um die Wahrscheinlichkeit einer neuen Schwangerschaft eventuell zu erhöhen, abstillen oder einfach der Natur ihren Lauf lassen und abwarten willst, kannst nur Du alleine treffen. Es gibt in jedem Fall unzählige Mütter, die in der Stillzeit schwanger wurden, weiter gestillt haben und anschließend (ohne Schaden für Mutter, neues Baby und älteres Stillkind) auch noch nach der Geburt tandemgestillt haben. LLLiebe Grüße Biggi
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