Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen - aber wie?

Frage: Abstillen - aber wie?

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Hallo, mein Sohn ist jetzt 15 Wochen alt und wurde bis jetzt fast voll gestillt, d.h. er bekommt seit er ca. 6 Wochen alt ist eine Flasche Pre-Milch am Tag. Da ich auch wieder zeitweise arbeite, bekommt er immer wieder Muttermilch aus der Flasche. Er hat keinerlei Probleme, zwischen Brust und Flasche zu wechseln. Nun habe ich zum 2. Mal einen Milchstau, außerdem wird mir das Stillen zu streßig, da er ca. alle 1,5 Stunden Hunger hat. Ich komme zu nichts mehr und bin ziemlich fertig. Deswegen möchte ich nun langsam abstillen. Aber wie mache ich das am besten? Seine schon gewohnte Flasche bekommt er am späten Nachmittag (17-18 Uhr) und seit 2 Tagen bekommt er auch schon 1er-Milch, nicht mehr Pre-Milch. In einer Woche möchte ich mittags mit Karotten anfangen. Kann ich bis dahin noch eine Mahlzeit abstillen? Wenn ja, welche? Mein Problem ist auch, daß Luca nach der Nachmittagsflasche (trotz 1er Milch) nur 2 Stunden durchhält. Aber ich kann ihm doch nicht alle 2 Stunden eine Flasche geben, lt. Tabelle sollen die Kinder nur 5 Flaschen/Tag bekommen. Ich will ihn schließlich nicht überfüttern. Wie soll ich am besten vorgehen? Liebe Grüße Marion PS: Da für mich das Stillen schon von Anfang an ein kleines psychisches Problem darstellt (deswegen die 1 Flasche am Tag), bin ich mächtig stolz, bis jetzt durchgehalten zu haben. Aber jetzt geht´s nicht mehr! Bitte also keine Tipps zum weiteren Durchhalten, sondern wirklich zum Abstillen. Danke!


Biggi Welter

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Liebe Marion, wenn Sie Ihrem Kind etwas Gutes tun wollen, dann verzichten Sie noch etwa zwei weitere Monate auf jegliche Form von Beikost. Auch wenn Ihr Baby nicht allergiegefährdet ist, so ist die zu frühe Einführung der Beikost immer eine starke Belastung für den noch unreifen Darm und belastet auch die Nieren enorm durch die erhöhte Molenlast. Es ist sinnvoll mit der Beikost zu beginnen, wenn das Baby die folgenden Anzeichen zu erkennen gibt: • es ist in der Lage aufrecht zu sitzen, • der Zungenstreckreflex, durch den das Baby feste Nahrung automatisch wieder aus dem Mund herausschiebt, hat sich abgeschwächt, • es zeigt Bereitschaft zum Kauen, • es kann selbstständig Nahrung aufnehmen und in den Mund stecken und interessiert sich dafür, • es zeigt ein gesteigertes Stillbedürfnis, das sich nicht mit einer Erkrankung, dem Zahnen oder einer Veränderung in seiner Umgebung oder in seinem Tagesablauf in Verbindung bringen lässt. Dies ist meist etwa mit sechs Monaten der Fall, bei wenigen Kindern früher, bei gar nicht so wenigen später. Ehe diese Zeichen nicht zu erkennen sind, sollte noch keine Beikost eingeführt werden. Auch Babys, die mit künstlicher Säuglingsnahrung gefüttert werden, sollten in den ersten sechs Monaten keine andere Nahrung erhalten. Vielleicht geben Sie Ihrem Baby weiterhin Pre-Milch und nicht die 1er. Pre-Nahrung ist der Muttermilch am weitesten angepasst und kann als einzige künstliche Säuglingsnahrung nach Bedarf gegeben werden. Nun zum Abstillen: Eine „Gebrauchsanweisung" im wörtlichen Sinn gibt es nicht, nur Tipps und Vorschläge wie vorgegangen werden kann. Dabei gehen Sie am besten so vor, dass Sie Ihr Kind zunächst anlegen, aber es sich nicht vollständig satt trinken lassen, sondern anschließend noch die Flasche anbieten. Bei manchen Kinder empfiehlt sich auch die umgekehrte Vorgehensweise, zuerst Flasche anbieten und anschließend noch die Brust, das müssen Sie ausprobieren. Allmählich steigern Sie die Menge der Flaschennahrung, bis die Mahlzeit vollständig ersetzt ist. Etwa im Abstand von mindestens einer Woche können Sie dann mit dem Ersetzen der nächsten Mahlzeit durch künstliche Säuglingsnahrung beginnen. Mit welcher Mahlzeit Sie beginnen, bleibt Ihnen überlassen. Nach Möglichkeit sollten Sie nicht zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Stillzeiten direkt nacheinander ersetzen. Falls die Brust dann zu spannen beginnt, pumpen Sie gerade so viel Milch ab oder streichen von Hand aus, dass die unangenehme Spannung nachlässt und Sie sich wieder wohl fühlen. Nicht mehr Milch als unbedingt notwendig entleeren, denn sonst wird die Produktion wieder angeregt. Zusätzlich können Sie die Brust kühlen. Besprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin/arzt welche künstliche Säuglingsnahrung Sie verwenden sollten. Pre-Nahrung kann wie Muttermilch nach Bedarf gegeben werden und ist als Ersatz für die Muttermilch für das gesamte erste Lebensjahr (bis das Kind an normale Kuhmilch gewöhnt werden kann) geeignet. Für das komplette Abstillen sollten Sie in etwa sechs bis acht Wochen einrechnen, dieser Zeitraum ist realistisch, wenn Sie Probleme mit der Brust vermeiden wollen und gibt auch dem Kind Zeit, sich an die Umstellung zu gewöhnen. Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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