Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

abstillen - aber wie?

Frage: abstillen - aber wie?

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Hallo Biggi, ich würde meine fast 7 Monate alte Tochter gerne abstillen. Sie bekommt schon länger 2 Breimahlzeiten täglich (Gemüse-Kartoffel und Hirse-Obst). Mein Mann hat Allergien, also käme ja nur HA 2 in Frage, oder? Welche HA kannst Du mir empfehlen? Ich war bei Ökotest usw und bin nun etwas verwirrt, da die HA-Nahrungen auch etwas unterschiedlich in Bezug auf die Milchbestandteile sind. Wie stille ich ab? Eine Mahlzeit direkt durch Pulle ersetzen oder immer nur ein paar Milliliter mehr? Wie lange muß ich dann bis zur nächsten Mahlzeit warten? Bekommt meine Kleine bei den 2 Breien dann morgens und abends noch je 1 Pulle oder ingesamt 3? Ich danke Dir im voraus Katharina


Biggi Welter

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? Liebe Katharina, es ist unter den Experten umstritten, ob es nach der Einführung der Beikost noch Sinn macht, eine HA-Nahrung zu geben. Deshalb solltest Du dich darüber mit euerer Kinderärztin/arzt unterhalten. Generell gilt jedoch, dass eine 2er-Nahrung ernährungsphysiologisch nicht erforderlich ist und das gesamte erste Jahr hindurch eine Anfangsnahrung (Pre- oder 1) gegeben werden kann. Pre-Nahrung ist der Muttermilch am weitesten angenähert, kann wie Muttermilch nach Bedarf gegeben werden und ist bis zum Ende des „Flaschenalters" geeignet. Eine bestimmte Marke kann ich dir nicht empfehlen. Man kann eine Faustregel aufstellen, dass ein Baby mit sieben Monaten eine bis zwei zusätzliche Beikostmahlzeiten ergänzend zur Muttermilch bekommt, mit acht Monaten zwei bis drei, mit neun Monaten zwei bis vier, mit zehn Monaten vier und mit zehn bis zwölf Monaten drei bis fünf. Daneben kann und darf es so oft gestillt werden, wie es möchte. Mit sieben bis neun Monaten braucht das Kind noch mindestens drei Milchmahlzeiten, mit zehn bis zwölf Monaten noch mindestens zwei. Wird häufig genug gestillt, dann muss keine andere Milchmahlzeit und auch kein Milchbrei gegeben werden und es ist kein Problem, wenn Du deinem Kind einen milchfreien Getreidebrei anbietest. Wird das Kind nicht mehr gestillt, muss entsprechend ein Ersatz für die Muttermilch angeboten werden. Beim Abstillen gehst Du am besten so vor, dass Du dein Kind zunächst anlegst, aber es sich nicht vollständig satt trinken lässt, sondern anschließend noch die Flasche (oder bei einem Baby ab etwa sechs Monaten Beikost) anbietest. Bei manchen Kinder empfiehlt sich auch die umgekehrte Vorgehensweise, zuerst Beikost oder Flasche anbieten und anschließend noch die Brust, das musst Du ausprobieren. Auf diese Weise verringerst Du das Stillen immer weiter, bis Du schließlich gar nicht mehr anlegst. Solange Du keine Probleme mit einer prallen, schmerzhaft spannenden Brust oder einem Milchstau usw. hast, besteht überhaupt kein Handlungsbedarf. Deine Brust wird ganz allmählich die Milchproduktion vollständig einstellen und noch in der Brust vorhandene Milch wird vom umgebenden Gewebe resorbiert werden. (Keine Sorge, die Milch in der Brust wird nicht „schlecht"). Sobald Du jedoch Stauungen oder ein unangenehmes Spannungsgefühl bekommst, kannst Du gerade so viel Milch mit der Hand ausstreichen (oder ganz vorsichtig abpumpen), dass die unangenehme Spannung nachlässt und Du dich wieder wohl fühlst. Nicht mehr ausstreichen, sonst wird die Milchbildung weiter angeregt. Zusätzlich kannst Du die Brust kühlen. Du brauchst deine Trinkmenge NICHT einzuschränken, sondern kannst und sollst weiterhin entsprechend deinem Durstgefühl trinken. Es hat sich allerdings als sinnvoll erwiesen, den Kochsalzkonsum in der Abstillperiode einzuschränken. Manche Frauen empfinden einen stützenden, aber in keinem Fall einengenden BH in der Abstillphase als angenehm. Zwingend notwendig ist es jedoch nicht, einen BH zu tragen. Es gibt auch naturheilkundliche und homöopathische Mittel, um den Abstillprozess zu unterstützen, wenn Du dich hierfür interessierst, wende dich bitte an eine entsprechend ausgebildete Ärztin/Arzt oder eine Hebamme. LLLiebe Grüße Biggi


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