Unununium
Liebe Expertinnen, Zum Hintergrund: Mein Sohn stillt seit 2 Monaten alle 1-2 Stunden und das rund um die Uhr. Ich will mich wohl oder übel damit abfinden, wenn ich mir nicht Gedanken machen würde, dass es ihm nicht reicht oder ihm was fehlt. Er ist immer schnell unzufrieden an der Brust und dockt nach kürzester Zeit nur noch an und ab, meckert und trinkt nicht mehr. Er nimmt üblicherweise den ersten MSR zufrieden mit und ist dann nach 3-4 Minuten mit beiden Brüsten durch und unzufrieden. Dieses Verhalten geht nun ebenfalls seit 2 Monaten so. Ich habe versucht ihn Wechsel zu stillen. Anfangs ging dies ganz gut und er hat in kurzer Zeit auch gewichtlich deutlich zugelegt, aber mittlerweile erbricht er immer große Mengen, wenn ich ihn wechselstille und es war wirklich anstrengend das alle 1-2 Stunden zu machen, also habe ich es wieder gelassen. Grundlegend hat er aber auch mit dem Wechselstillen nie zufrieden selbst abgedockt und ich konnte ihn 3-4 Mal pro Seite anlegen bis er dann auch mit dem wechseln unzufrieden war und an keiner Seite mehr wollte. Was mich wundert ist, dass er "nur" durchschnittlich (entlang der 25% Perzentile der WHO) zu nimmt, obwohl er 15-18 Mal in 24 Stunden trinkt. Ich weiß man soll nicht vergleichen, aber andere Kinder in seinem Alter nehmen mehr zu obwohl sie seltener trinken. Er hat durch das häufige stillen immer noch öfter Bauchweh, wobei das besser geworden ist. Sein Stuhl geht allerdings immer wieder deutlich Richtung Durchfall. Er hat immer noch 3-6 Mal täglich Stuhl. Meine konkrete Fragen vor allem: Wie kommt es, dass er trotz so häufigem trinken nicht "mehr" zu nimmt? Wieso könnte er an der Brust immer so unzufrieden sein? Ist das seit 2 Monaten Brust schimpfen? Ich mache mir vor allem Sorgen, dass er aus Hunger immer schimpft und so oft kommt und würde dies gerne ausschließen können. Meine Anlegetechnik wurde übrigens von zwei Stillberaterinnen angeschaut und ist in Ordnung. Das Zungenbändchen ist von einer Chirurgin auch ausgeschlossen worden. Und mein MSR ist nicht zu stark, dass er sich verschlucken würde. Vielen Dank für eure Antworten :)
Liebe Unununium, ich kann hier am PC aus dem, was mir die Frauen schildern, bestimmte Rückschlüsse ziehen und mehr oder weniger allgemeine Tipps geben, doch das ersetzt in vielen Situationen niemals die direkte Beratung durch eine Stillberaterin vor Ort. Du solltest dich erneut an eine kompetente Stillberaterin vor Ort wenden, die dich beim Stillen sehen kann und so feststellen kann, ob Dein Baby korrekt an der Brust saugt oder vielleicht ein Saugproblem vorliegt, das behandelt werden müsste. Sie kann dir Tipps zum Pumpen geben, um die Milchmenge zu erhöhen, wenn es nötig ist. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Gerne kann ich Dir auch anbieten, dass Du mich einfach anrufst :-). Auf Anhieb gibt es mehrere mögliche Ursachen für das Verhalten deines Babys. Zum einen erlebt dein Kind jetzt seine Umwelt immer bewusster und muss daher die Ereignisse des Tages verarbeiten. Das bedeutet für manche der kleinen Menschlein, dass sie sehr unruhig sind, weinen und an der Brust ebenfalls unruhig sind. Hier hilft es, die Tage möglichst ruhig verlaufen zu lassen, den Abend sanft ausklingen zu lassen und dem Kind Nähe, Ruhe und Halt zu geben. Keine hektischen Versuche mit immer neuen Ideen das Kind zur Ruhe zu bringen, sondern so wenig „Action" wie möglich. Den Raum abdunkeln, beruhigend mit dem Baby sprechen oder ihm etwas leise vorsingen. Besonders unruhige Babys, die sich an der Brust steif machen und nach hinten überstrecken, können auch gebündelt werden. Beim Bündeln wird das Baby gut in eine Decke eingewickelt, so dass seine Schultern nach vorne geneigt und die Arme unterhalb der Brust gekreuzt sind. So kann es den Kopf nicht zurückwerfen. Bei manchen Babys bewährt es sich, wenn die Decke unten offen bleibt, so dass die Füße frei bleiben. Wenn ein Kind auf diese Weise eingepackt ist, sieht es wie ein „C" aus, mit dem Kinn auf der Brust und angezogenen Beinchen. Häufig reicht diese Maßnahme aus, das Baby zu beruhigen und es trinkt dann besser an der Brust. Manche Babys brauchen Halt im wahrsten Sinne des Wortes um weniger zappelig zu sein. Eine andere Ursache kann der Schnuller oder die Flasche sein. Schnuller können wie alle künstlichen Sauger zu einer Saugverwirrung führen. Ist das Kind dann auch noch erregt oder besonders müde, dann „erinnert" es sich unter Umständen nicht mehr an die korrekte Trinktechnik für die Brust. In diesem Fall hilft nur konsequentes Verzichten auf alle künstlichen Sauger. Eine Saugverwirrung entsteht, wenn ein Kind mit dem Wechsel zwischen den Trinktechniken an Brust und künstlichem Sauger (dazu gehören Flaschensauger, Schnuller und Stillhütchen) nicht zurecht kommt und dann die Brust schlussendlich sogar verweigern kann. Das ist ein ernsthaftes Stillproblem, das schon viele Sorgen und Tränen bei Müttern und Kindern verursacht hat. Doch eine Saugverwirrung kann überwunden werden. Dabei ist es die erste Maßnahme, dass sämtliche künstlichen Sauger weggelassen werden. In leichteren Fällen kann dies schon ausreichen. LLLiebe Grüße Biggi Welter
Schniesenase
Wenn Dein Kind ungefähr auf der 25%-Perzentile ins Leben gestartet ist, dann entwickelt er sich perfekt. Ein Vergleich mit anderen ist ja gar nicht möglich, weil diese eben nicht an derselben Stelle gestartet sind. Unsere Tochter ist zwischen 5 und 10% gestartet und anfangs schnell unter die 3%-Perzentile gefallen, weil ich damals noch glaubte, Stillabstände einfordern zu müssen. So viel "kluge Beratung" hatte ich. Nachdem ich sie den Stillrhythmus bestimmen ließ, nahm sie perfekt zu, auch mit langen Zeiten des Wechselstillens zwischen 2 und 4 Monaten Alter. Ihre Abstände reichten lange von 30 Minuten bis zu 2 Stunden, wobei 2 Stunden schon sehr lang war. Die Stillepisoden waren lange Zeit so, dass sie beim Stillen einschlief und nach dem Aufwachen gleich weiterstillte. Es war eine anstrengende, mühsame Zeit für mich, weil ich gefühlt fast nur stillte. Mit 6 Monaten begann sie dann richtig proper zu werden und nahm super zu. Zu allen Zeiten aber waren ihre Stillabstände außer nachts nie länger als 3 Stunden, und das war im ersten Jahr eher selten. Oft waren sie viel kürzer. Ich denke, es gibt einfach Mutter-Kind-Konstellationen, die so funktionieren. Ihr müsst noch Euren persönlichen Rhythmus finden, das Kind muss die Brust (noch) viel stimulieren, damit genügend Milch kommt, und sein Magen ist halt noch klein und kann vielleicht noch nicht mehr aufnehmen. Diese Möglichkeit solltest Du vielleicht in Betracht ziehen, wenn alle Fachleute feststellen, dass sie keine Probleme finden können. Ich habe eine Hashimoto-Thyreoiditis, und möglicherweise macht auch so eine latente Unterfunktion, trotz hormoneller Einstellung, dass die Brust etwas träger reagiert und mehr Stimulation braucht. Ggf. ist das auch noch eine Idee zum Hinschauen für Euch? Wir haben aber nie zugefüttert, Kind konnte mit Stillen am Ende sehr gut groß werden, es musste eben nur selbst entscheiden können, wann und wie lange. Alles Gute für Euch!
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