HelWei
Hallo, uns wurde gestern fristlos der Betreuungsvertrag in einem privaten Kindergarten (Caritas, Bayern) für unseren 6-jährigen Sohn gekündigt. Wir sind völlig geschockt. Er ist ein Förderkind mit Faktor 4,5, 60 Fachdiensteinheiten (Heilpädagogin) und monatlich 420 € vom Bezirk an den Kindergarten, anstelle einer Indiviualbegleitung, die der Bezirk abgelehnt hat. Er ist seit er 3 wurde in diesem Kindergarten. Beim letzten Elterngespräch Ende Nov. wurden wir informiert, dass es nicht gut läuft. Vorschläge für Lösungen oder Änderungen wurden nicht erarbeitet. Seit diesem Termin war mein Sohn im alten Jahr 2025 vielleicht noch 8 mal im Kindergarten und im neuen Jahr 7 mal. Gestern folgte eine fristlose Kündigung wegen Gefährdung der anderen Kinder. Ist es rechtens ohne schriftliche Abmahung oder Anpassungsversuche ein Vorschulkind fristlos zu kündigen? Gibt es einen Rechtsanspruch in einem anderen Kindergarten so kurzfristig für den Rest des Jahres aufgenommen zu werden? Vielen Dank im Voraus.
Hallo, er hat grds einen Anspruch auf KiGa-Platz. Ich kann aber nicht beurteilen, ob sein Verhalten die fristlose Kündigung trotz Förderstatus rechtfertigt. Sie brauchen dringend einen Fachanwalt für Verwaltungsrecht. Liebe Grüße und viel Glück, NB
3wildehühner
Die begründet die Einrichtung denn die Kündigung? Wie stellt sich die Gefährdung der anderen Kinder dar? Wichtig wäre auch zu wissen, was im Vertrag zu den Voraussetzungen einer Kündigung seitens der Einrichtung steht.
HelWei
Mein Sohn würde die Abläufe stören, so dass die Erzieherinnen weniger Zeit für die anderen Kinder hätten. Außerdem schubt und haut er andere Kinder, stört sie im Spiel und versucht sie zu manipulieren. Alles nicht ohne und nicht okay. Deswegen ist er ein Förderkind und es sind mehr Mittel und Personalstunden für ihn da. Zu einer gravierenden Verletztung kam es nie. Auf Ideen für eine Lösung wie Beurlaubung, nur tageweise Besuch des Kiga, Beantragung einer Begleitperson wurde nicht eingegangen. Im Vertrag steht nur "eine fristlose Kündigung ist möglich bei Fremd- oder Eigengefährdung des Kindes." Jetzt stehen wir ein halbes Jahr vor Schulbeginn auf der Straße. Ohne Vorschule, Lehrer kennenlernen, Abschied von der Kindergartenzeit und guter Übergang in die Schulzeit, ...
KielSprotte
Er schubst und haut andere Kinder - willst du jetzt wirklich warten, bis er eines schwer verletzt, oder warum betonst du, dass es nie zu einer gravierenden Verletzung kam. Wenn eines meiner Kinder öfter mit kleineren Blessuren nach Hause käme, würde ich auch auf Konsequenzen drängen. Zuschauen, bis etwas gravierendes passiert, kann auch nicht die Lösung sein. Seid ihr mit ihm in Therapien, oder was habt ihr unternommen, um die Situation zu ändern? Sorry, aber deine Texte lesen sich nach "er ist eben ein Förderkind, sucht ihr nach einer Lösung, aber nicht ich". Und viel mehr als 7 Werktage hat der Januar (je nach Region) ja noch gar nicht, also könnte man auch sagen, dass er fast täglich dort gewesen ist.
HelWei
Wir sind mit ihm in Therapie, bei der Psychomotorik, Caritas Beratungsstelle, Verfahrenslotsin des Landratamts und haben alle Vorschläge des Kiga angenommen, wie einen Antrag auf Frühförderung zu stellen und eine Erhöhung des Faktors. Unser Kiga hatte bereits 10 Tage offen im neuen Jahr. Ich wollte damit ausdrücken, dass nur wenige Tage seit dem letzten Elterngespräch vergangen sind, in denen mein Sohn im Kindergarten war. Und ich schwer verstehen kann, durch was die Situation so schnell gekippt ist, dass wir rausgeworfen werden. Mein Sohn ist sehr sensibel und unsicher. Bis er Vertrauen zu Menschen aufbaut, dauert es lange. Rausreißen und wo anders einpflanzen ist nur sehr schwer für ihn möglich. Ich bin einfach schockiert über diese fristlose Kündigung ohne andere Lösungen überhaupt zu besprechen und auszuprobieren. Was heißt das für ein Kind, wenn es plötzlich von einem sicheren Ort auf dem Weg zur Einschulung, weg von Bezugspersonen und Freunden gerissen wird, weil es, wie es ist, nicht mehr gewollt wird.
KielSprotte
Vielleicht hilft es dir, die Perspektive zu wechseln: Was heißt es für eine Kindergartengruppe mit "Bauchweh" bzw. Angst vor einem anderen Kind täglich in den Kindergarten zu gehen, weil es von einem anderen Kind scheinbar öfter zu Handgreiflichkeiten / Störungen kommt. Wie gesagt, ich hätte da auch Maßnahmen vom Kindergarten gefordert. Und die Möglichkeit der Kündigung in so einem Fall steht in eurem Vertrag, ist also rechtlich sauber.
Mina0704
Hallo, versucht zum Wohle eures Kindes zu klären, warum er sich so verhält. Ist er denn schon immer so gewesen. Eventuell würde ich einen Termin beim Kinderpsychiater vereinbaren. Mein Sohn hat sich auch im Kindergarten sich auffällig verhalten. Konnte nicht lange sitzen bleiben...War hyperaktiv und aufgedreht. Letztendlich hat er die Diagnose Adhs bekommen. Diese hatten wir bereits vermutet. Er kommt auch dieses Jahr in die Schule, deshalb war uns wichtig ihn medikamentös einzustellen. Seit dem läuft es gut im Kindergarten. Versucht alles Notwendige jetzt schon in die Wege zu leiten, damit er einen guten Schulstart hat. Viele Grüße
SuJam
@Kielsprotte: du findest es also ok, wenn die Kita von jetzt auf gleich kündigt wegen einer Sache, die schon länger bekannt ist...ohne den Versuch einer anderen Lösung, ohne Vorwarnung. Vielleicht stellst du dir vor, dass dir und deinem Kind das passiert.
KielSprotte
Wir kennen nur die eine Seite - meinst du, dass der Kiga wirklich "einfach so" eine fristlose Kündigung ausspricht? Ich nicht. Die ganze Problematik besteht ja offensichtlich schon länger.
HelWei
Vielen Dank für das Teilen eurer Geschichte. Das schenkt ein bisschen Hoffnung. Wir haben tatsächlich bereits nächste Woche einen Termin zum Vorgespräch für eine psychiatrische Diagnostik. Das wusste auch der Kindergarten. Aber bis man einem Termin bekommt dauert es einfach und die Diagnose soll auch mehrere Monate dauern. Wie schnell ging es bei euch? Werdet ihr euren Sohn in eine Regelschule einschulen können? LG
Neverland
Nein, ich würde mein Kind so nicht auf einer Regelschule einschulen lassen. ABER, ich hätte mich auch schon lange drum bemüht eine Lösung zu finden bezüglich KiGa. Es sind ja nur deshalb so "wenige" KiTa-Tage, weil wegen Feiertage viel geschlossen war. Gerade in Hinblick auf Einschulung wäre ich da schneller dabei. Übrigens, unser Kind geht auf eine Sprachförderschule. Gerade letzten Sommer eingeschult. Eben weil es dauern kann, hänge ich da seit Kind 3 Jahre alt ist hinterher.
Mina0704
Bei uns ging es schnell mir der Diagnose, da der Kinderpsychiater uns bereits kannte. Waren dort als mein Sohn 2 war aufgrund seiner motorischen Unruhe. Diagnose wurde erst mit 5,5 gestellt. Der Kinderarzt wusste auch schon Bescheid. Er kommt auf eine Regelschule, da die anderen Bereiche im Rahmen sind. IQ Test würde ich euch auch raten. Bei uns leicht über dem Durchschnitt, obwohl nicht durchgehend mitgemacht. Ohne die medikamentöse Einstellung wäre der Ärger wahrscheinlich schon vorprogrammiert. Er war jedoch auch länger zu Hause und wir hatten auch viel Ärger. Seine Symptome hatten sich auch aufgrund des Kitawechsels vor 1, 5 Jahren verstärkt.
Mina0704
Wenn dein Sohn sonst kognitiv fit ist. Kann er ja auf eine Regelschule mit Schulbegleitung.
HelWei
@Mina0704 Das wäre mein großer Wunsch und der Plan, auf den ich hinarbeite: schnell eine Diagnose und mit Schulbegleitung an eine Regelschule. Nur jetzt ist der Kindergarten-Rauswurf dazwischen gekommen und ich muss auch hier eine Lösung finden was eine Herausforderung ist, weil ich alleinerziehend und Halbtags berufstätig bin. Zum Glück können meine Eltern mich etwas unterstützen. Wir werden einen Weg finden.
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