Frage im Expertenforum Kochen für Kinder an Dipl. oec. troph. Birgit Neumann:

Beikoststart Zubereitung

Frage: Beikoststart Zubereitung

babylu_13

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Hallo Frau Neumann, ich habe mich nun entschieden nächste Woche, da wird meine Maus 4 Monate, mit der Beikost langsam zu starten. Ich würde gerne mit Pastinake anfangen, wollte mal sehen, ob ich diese nächste Woche im Bioladen erhalte. Gibt es die denn das ganze Jahr? Wissen Sie vielleicht woran ich erkenne ob diese frisch genug sind? Ich weiss leider nicht wie ich die Pastinake am besten zubereite. Ich habe einen Backofen mit Dampfgarfunktion, darin könnte ich sie also dämpfen, weiss aber nicht wie lange sie bräuchten. Kann ich die Pastinake auch zu lange dämpfen? ich möchte nicht alle guten Inhaltsstoffe zerstören. Mit wieviel Wasser (muss es abgekochtes Wasser sein?) muss ich sie dann hinterher pürieren? Kommt in den Pastinakenbrei dann auch schön Öl und Fruchtsaft? oder ist das noch nicht nötig? Ich habe vor ca. 1 Woche nur Pastinkae zugeben und dann auf Pastinake und Kartoffel zu erweitern, wie sollte da das Mischungsverhältnis sein? Kann ich dann nach einer weiteren Woche direkt Fleisch dazugeben? Oder sollte ich erst Fleisch hinzufügen, wenn sie die ganze Portion isst? Meine Maus ist recht kräftig und verfressen, muss ich ihr am anfang nur ein paar Löffel geben, oder kann sie direkt so viel Pastinakenbrei essen wie sie mag? Welche Menge an müsste sie hinterher vom Gemüse-Kartoffel-Fleischbrei essen, damit ich ihr beruhigt keine Milch mehr geben musste bei dieser Mahlzeit? Kann ich mit all diesen Zubereitungsmaßnahmen eigentlich die Qualität von Gläschen erreichen oder wäre es vielleicht doch besser einfach auf die Bio Gläschen zurück zugreifen? Ich meine ich würde gerne selber kochen, aber ich habe angst, dass durch die Wahl der Lebensmittel, die Zubereitung, das Einfrieren und das erwärmen hinterher die Qualität einfach nicht mehr stimmt :-( Ich hoffe Sie können mir ein paar Tipps für unseren erfolgreichen Start geben. Ich danke Ihnen sehr


Birgit Neumann

Birgit Neumann

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Hallo babylu das Gemüse für den Brei kannst du im Dampfgarer zubereiten. Das verwendete Wasser wird mitpüriert. Wenn der Brei zu fest würde, kannst du abgekochtes Wasser zufügen. Je länger der Garprozess, desto höher die Vitaminverluste der hitzelabilen Vitamine wie bspw Vit C. Die Garzeiten richten sich nach der Größe der verwendeten Garstücke. Das Gemüse sollte so weich sein, dass es sich gut pürieren lässt. Für die ersten Beikostversuche rate ich vielen Müttern doch gerne zu gekauftem Möhren- oder Pastinakenbrei. Je jünger ein Baby, desto empfindlicher. Das Selberkochen ist momentan ein großer Trend, weil viele Mamas ihre Babys gerne bekochen möchten, um sie schon von klein auf an den Geschmack von selbst gekochten Speisen zu gewöhnen. Ob es sinnvoll ist, von Beginn an Selbst zu kochen, um langfristig gesündere Essvorlieben beim Nachwuchs zu fördern, lässt sich nicht sagen. Die Geschmacksbildung dauert mehrere Jahre. Koche ruhig für deine Kleine, wenn es dir Freude bereitet. Denn auch solche Emotionen schwingen mit und fördern die Bereitschaft zu essen. Wenn du die Wahl hast, solltest du Bioprodukte (frisch und nicht welk) vorziehen. Idealerweise nimmt man für Babybrei möglichst schadstoffarme Produkte aus Bioanbau, wenn es geht auch möglichst frisch aus dem Naturkostladen. Babybrei im Gläschen ist üblicherweise im Hinblick auf Schadstoffbelastung ideal. Auch wenn das Produkt nicht als "bio" deklariert ist. Babynahrung (Produkte zur Ernährung von Säuglingen) unterliegt der Diätverordnung und hat damit verbindliche Grenzwerte, betreffs Schadstoffe (Höchstmengen an Pflanzenschutz-, Schädlingsbekämpfungs- und Vorratsschutzmitteln). Sie sind schadstoffarm (weniger Nitrat z.B., evtl weniger Pestizidrückstände). Sie werden ständig kontrolliert um diese Grenzwerte nicht zu überschreiten. In der Diätverordnung ist auch die Kontrolle der mikrobiologischen Beschaffenheit von Säuglingsnahrungen und die Kennzeichnung von Zusatzstoffen vorgeschrieben. Seit 1. April 1999 müssen laut den EU-Richtlinien in allen Säuglingsnahrungen eine bestimmte Menge an Vitaminen und Mineralstoffen enthalten sein. Bei den einzelnen Marken gibt es Unterschiede. Zwar unterliegen alle Babyprodukte strengen Richtlinien, nämlich der Diätverordnung (EU-weit, siehe oben), die bestimmte Grenzwerte für bestimmte Stoffe vorgibt etc, dennoch haben die einzelnen Hersteller einen Spielraum innerhalb der Vorgaben, den sie unterschiedlich nutzen. Manche Firmen haben (firmenintern festgelegt) )strengere Vorschriften und Auflagen als gesetzlich gefordert. Hinsichtlich der Rezepturen gibt es unzählige verschiedene Variationen der verschiedenden Breitypen. Auch in diesem Punkt können sich die Breie verschiedener Firmen voneinander unterscheiden. Auch ist ein bestimmter Vitamin B1-Gehalt für Getreideerzeugnissen (für Babys) vorgeschrieben, wobei auch Baby-Bioprodukte bzw Vollkornprodukte entsprechend angereichert werden müssen. Nur so dürfen sie als Babykost ausgewiesen werden. Überlege dir, worauf du dein besonderes Augenmerk legst und kaufe entsprechend ein. Ob selber kochen oder Gläschen -es gibt für beide Versionen Pro und Contra. Aber du musst auch keine Wahl zwischen "Entweder/Oder" treffen, sondern bist mit der "Sowohl als auch" Methode auf einem guten Pfad. Beginne ruhig mit Gläschen- so bist du auf der sichereren Seite. Auch die Konsistenz ist stimmig und je besser das Löffeln klappt, ihr beide routinierter werdet - desto mehr kannst du experimentieren und schliesslich zu Selbstgekochtem wechseln. Wichtig ist, dass du die Methode wählst, die 100% zu dir passt. Davon profitieren dein Baby und du am Meisten. Es gibt immer wieder neue Meldungen bezüglich irgendwelcher Stoffe. Nicht nur Nahrungsmittel sind häufig mit bedenklichen Stoffen belastet, auch Kleidung oder Wandfarben, Kosmetik etc ...Auch Babygläschen sind nicht immer ganz frei von allem Unerwünschten, wenn genauer untersucht wird. Um Pestizide (im Babybrei) etc zu meiden, ist es ratsam hochwertige Produkte aus kontrolliert ökologischem Anbau zu verwenden. Doch nicht nur Pestizide, Abgase und Dünger sind Probleme. Auch von der Natur selbst erzeugte Stpffe können in manchen Gemüsesorten fürs Baby problematisch werden. Pastinaken enthalten bspw Cumarin, das in einer Ernte von Bauer xy schon mal stärker konzentriert sein kann als in einer anderen. Zucchini aus dem Garten, uas eigenem Saatgut gezüchtet, können Bitterstoffe (Cucurbitacin) enthalten. Grüne Kartoffeln enthalten Solanin... Beginne bei deiner Kleinen im 5. Lm zunächst mit Gläschenbrei. Gib die erste Tage nur kleine Mengen, weil sich der Verdauungstrakt sanft daran gewöhnen kann - ohne Verdauungsprobleme. Die langsame Gewöhnung an steigende Mengen wirkt sich langfristig besser aus. Ab dem 7. kannst du allmählich auf selbst gekochten Brei umsteigen. Dafür kannst du Brei aus dem Gläschen mit selbst gekochtem Brei mischen. Grüße B.Neumann


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