LZSMama
Hallo! Mein grosser Sohn (2,5 J.) hat nur sehr zögerlich Beikost gegessen. Ich startete mit Beikost mit ca. 6 Monaten…(Mit ca. 5 Monaten startete ich, Anraten des Kinderarztes, den ersten Versuch, der jedoch scheiterte und ich wartete daraufhin einige Wochen, ehe ich es erneut versuchte). Er zeigte jedoch kaum Interesse daran und ich habe ihn daher bis weit ins 1 LJ praktisch vollgestillt… Er ist bis heute ein extrem wählerischer Esser. Ich frage mich, ob ich sein wählerisches Essverhalten gefördert habe, indem ich ihm erst relativ spät Beikost angeboten habe bzw. vielleicht auch zu schnell MuMi als Ersatz anbot? Habe ich dadurch (unbeabsichtigt) mein Kind sein wählerisches Essverhalten anerzogen? Mein jüngerer Sohn ist zwar erst 2 Mon. jung… Ich mache mir jedoch schon Gedanken, wie bei ihm die Beikost- Einführung besser klappen könnte. Lg Claudia
Hallo Claudia die Gründe zum sog. Picky-Eating Essverhalten deines größeren Kindes können vielfältiger Natur entspringen. Manche Kinder sind sehr eigen in ihren Essvorlieben und es ist, im Alter deines Sohnes, schliesslich noch alles möglich. Dein Kind kann und wird noch vieles kennen- und liebenlernen. Ein gesundes Kind verhungert nicht vor vollen Tellern - dein Kind isst und das ist gut. Als Mutter ist es manchmal schwer zu ertragen, wenn die lieben Kleinen nicht so essen wollen, wie man sich das wünscht. Kinder wissen nichts von Ernährungsempfehlungen und essen einfach dann, wenn es ihnen schmeckt, oder wenn sie sehr hungrig sind. Was bei einer Mahlzeit evtl vesäumt wurde, wird bei der nächsten Mahlzeit wieder nachgeholt. Kinder sind in dieser Hinsicht sehr anpassungsfähig. Wichtig ist, dass regelmäßig Essen bei Tisch angeboten wird. Jedes Kind is(s)t unterschiedlich. Manche Kinder essen gern und viel und einfach alles bis auf wenige Ausnahmen. Manche Kinder essen wenig und sind dabei oft noch sehr mäkelige Esser. Das wichtigste Element ist zunächst einmal einfach die Tatsache, dass ein Kind überhaupt isst ! Das zu essen, was Kinder kennen und ihnen schmeckt, gibt ihnen Sicherheit. Viele Kinder haben hin und wieder Phasen in denen sie scheinbar einseitig essen oder sehr intensiv bestimmte Speisen fordern. Das ist völlig in Ordnung. Diese spezifischen Vorlieben wechseln wieder. Der Körper hat irgendwann genug. Darauf kannst du vertrauen. Der gedeckte Familientisch ist deshalb wichtig. Hier stehen immer wieder die gleichen Dinge und ab und zu etwas Neues. Irgendwann frohlockt es bei der Offerte zuzugreifen. Je jünger die Kleinen sind, desto aufgeschlossener sind sie diesen neuen Angeboten. Mit etwa 18 Lm und auch mit 3 Jahren schränkt sich der Erfahrungshorizont in Essensfragen immer weiter ein, die Auswahl der gemochten Speisen wird meist (noch) kleiner. Erst mit 6-8 Jahren und später ab etwa 12 Jahren werden wieder gerne neue Essabenteuer gewagt. Dein Kind hatte offenbar schon zu Beginn keine große Freude am Entdecken von neuen Speisen. Er wählte die Sicherheit. Lass dein Kind jetzt weiterhin neue Speisen entdecken, versuche ihm hin und wieder Neues schmackhaft zu machen und kontrolliere nichts. Bei guter Entwicklung hilft nur Geduld, auf dass euer Kind anderen Mitessenden nacheifert und wenn auch zögerlich, aber immerhin langsam und stetig den Esshorizont dadurch wieder erweitert. Dies geschieht nicht durch Drängen, sondern durch echtes, adäquates Vorleben (selbst gerne essen) und eine entspannte und freudige Atmosphäre bei Tisch. Biete ein umfassendes Nahrungsangebot, aus dem dein Kind wählen kann. Und jetzt noch ein bisschen Text zu deiner eigentlichen Frage zum Beginn der Beikost: Wenn dein Baby das Alter für Beikost erreicht hat, ab etwa dem 5. LM (d.h. nach dem 4.LM) oder erst nach dem 6. LM, kannst du mit Beikost beginnen. Wenn du mit Beikost beginnen möchtest, solltest du 100% hinter diesem Vorhaben stehen. Deine Bereitschaft überträgt sich auf dein Kind. Denn dein Baby und du, ihr kommuniziert vor allem noch auf non-verbalen Wegen. Wenn du etwas ablehnst, wird es dein Baby ggf auch tun. Und du kannst umgekehrt auch dein Baby beobachten, um festzustellen, wann er die sog. Beikostreife erreicht hat: Zeichen dafür sind: -wenn dein Baby anderen essenden Personen interessiert zuschaut und die Händchen vermehrt in den Mund steckt - wenn ein Baby mit ausschliesslicher Milchnahrung nicht mehr zufrieden ist. - wenn die Gewichtszunahme (Beurteilung durch KiA, Hebamme) zu gering ist siehe auch hier: http://www.rund-ums-baby.de/ernaehrung/erster_brei.htm Du kannst die Beikost als Stillmama sehr entspannt beginnen. Als Stillmama muss die Milchmahlzeit nicht ersetzt werden, sondern Beikost kann eine Stillmahlzeit schlicht ergänzen. Es ist übrigens gar nicht so selten, dass Babys B(r)eikost nicht so gut essen, wie man sich das als Mama wünscht. Gerade bei Stillbabys ist es häufiger zu beobachten, dass sich die üblichen Beikostempfehlungen nicht exakt nach Plan durchführen lassen. Es geht bei der Beikost aber auch um mehr als nur das Essen: bspw um das spielerische Entdecken der verschiedenen sensorischen Eigenschaften von Lebensmitteln. Auch darum, Neues zu akzeptieren und Milchmahlzeiten ggf längerfristig zu reduzieren. "Beikost" ist viel mehr als Essen, nur mit dem Ziel dein Baby satt zu bekommen. Es sind ebenso die kulturellen Erfahrungen, die sich am Esstisch manifestieren. Kennst du eigentlich schon das sog baby-led-weaning Konzept für Beikost? Es kann sehr hilfreich sein, diesen Weg zu gehen, wenn Babys die Löffelkost weniger gut annehmen. Ziel ist es dabei, den Kleinsten das Essen, neue Esstechniken, neue Konsistenzen, Selbständigkeit und Selbstbestimmung, Erfahrungssammlung, Spaß anzubieten. Ich wünsch dir was und wenn du noch weitere Fragen dazu hast - bis bald Grüße B.Neumann
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