09876
Guten Morgen, vorweg möchte ich mich für Ihre wertvolle Beratung bedanken :)! Aktuell befinde ich mich in SSW 41 + 2, sodass ich mich morgen im Kreißsaal zur Kontrolle und gegebenenfalls Einleitung einfinden soll. Das Warten auf die bevorstehende Geburt stresst mich enorm, insbesondere weil ich meinen großen Sohn gut versorgt wissen möchte. Die Betreuung ist insgesamt geklärt, aber aufkommende Probleme z.B. Kinderkrankheiten zwingen uns immer wieder zum umplanen und umdenken. Mittlerweile habe ich täglich emotionale Tiefs. Seit einigen Tagen fühle ich mich zusätzlich zunehmend schwächer und weniger bereit für die Entbindung. Nun ist seit vorgestern noch eine ordentliche Erkältung dazu gekommen und ich bin total heiser. Ich möchte die Geburt nur noch hinter mich bringen, habe aber gleichzeitig große Sorgen, dass ich körperlich nicht mehr in der Lage dazu bin oder das Baby durch den Infekt gefährdet wird. Haben Sie vielleicht Ratschläge für den Umgang mit dieser Situation? Vielen Dank
Hallo liebe 09876, irgendwie ist mir deine Nachricht untergegangen und vermutlich hast du dein Baby inzwischen längst geboren und in deinen Armen liegen. 💛 Aber vielleicht hilft dir - oder auch einer anderen mitlesenden Mama - meine Antwort auf deine Frage. Die Zeit rund um ET+ ist emotional oft unglaublich kräftezehrend. Dieses Warten, das ständige Organisieren, Hoffen, wieder Umdenken und gleichzeitig die Sorge: „Wann geht es endlich los?“ - das zehrt wirklich an den Kräften. Du bist damit überhaupt nicht allein. Und gerade wenn dann noch ein Infekt dazukommt, fühlt man sich schnell, als hätte der Körper gar keine Reserven mehr für die Geburt. Aber tatsächlich erleben viele Frauen kurz vor Geburtsbeginn nochmal eine Phase großer Erschöpfung oder auch emotionaler Tiefs. Ein normaler Erkältungsinfekt ist für dein Baby in aller Regel nicht gefährlich. Und auch wenn du dich gerade schwach fühlst: Der Körper kann unter der Geburt oft nochmal erstaunliche Kräfte mobilisieren. Adrenalin, Oxytocin und die gesamte Geburtsdynamik verändern vieles. Versuche dir nicht einzureden, dass du „funktionieren“ musst. Geburt bedeutet nicht, topfit zu sein. Geburt bedeutet Schritt für Schritt mitzugehen, zu atmen und sich tragen zu lassen. Gerade jetzt wäre mein wichtigster Rat gewesen: so viel Druck wie möglich rausnehmen. Nicht ständig analysieren, nicht auf Zeichen warten, nicht gegen die Erschöpfung ankämpfen. Viel trinken, schlafen wann immer möglich, Wärme, leichte Nahrung und ganz bewusst immer wieder den Kiefer und die Schultern entspannen. Das Nervensystem spielt in dieser Phase eine riesige Rolle. Deine Atemwege auf natürliche Weise unterstützen, denn die Atmung ist für die Geburt super wichtig. Und manchmal beginnt Geburt tatsächlich genau dann, wenn man innerlich ein kleines Stück loslassen kann. Ich hoffe sehr, dass du inzwischen eine gute Geburt erleben durftest und kuschelst 💛 Lieben Gruß, Hebamme Evi Bodman
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