Frage im Expertenforum Hebamme an Evi Bodman:

Kopfform

Frage: Kopfform

MinnieMaus

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Sehr geehrte Frau Bodmann, meine wundervolle Tochter ist 12 Wochen alt und hat eine Asymmetrie ihrer Kopfform, die vermutlich daher rührt, dass sie eine bevorzugte Liege- bzw. Kopfseite hat. Außerdem erscheint ihre Kopfform etwas schmal, was möglicherweise mit ihrer Beckenendlage während der Schwangerschaft zusammenhängt. Bei der U3 war noch alles symmetrisch. Inzwischen hat sich das verändert, und ich mache mir große Sorgen. Gleichzeitig habe ich starke Schuldgefühle, weil ich Angst habe, zu spät gehandelt zu haben, es nicht besser gewusst zu haben oder vielleicht nicht konsequent genug gewesen zu sein. Wir sind mittlerweile dreimal beim Osteopathen gewesen und ich werde unsere Kinderärztin auch auf eine physiotherapeutische Behandlung ansprechen. Nun zu der Frage, die mir schlaflose Nächte bereitet: Besteht die Aussicht, dass sich die Kopfform wieder vollständig angleicht? Vielen Dank im Voraus für Ihre Einschätzung. Mit freundlichen Grüßen


Evi Bodman

Evi Bodman

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Hallo liebe MinnieMaus, vielen Dank für deine Frage!  Als erstes: Du hast nichts falsch gemacht! Eine bevorzugte Kopfseite und dadurch entstehende Asymmetrien kommen bei Säuglingen tatsächlich sehr häufig vor. Oft entwickeln sie sich erst in den ersten Lebenswochen, obwohl bei der U3 noch alles unauffällig war. Das heißt nicht, dass du etwas übersehen hast oder zu spät reagiert hast. Ich habe das in meinem Hebammenalltag in der Wochenbettbetreuung wirklich oft gesehen Es ist sehr gut, dass du bereits aktiv geworden bist und deine Tochter osteopathisch begleiten lässt. Auch die Idee, die Kinderärztin auf eine physiotherapeutische Behandlung anzusprechen, finde ich sinnvoll. Dort bekommst du auch gezielte Übungen und Tipps für den Alltag, um die Lieblingsseite nach und nach weniger attraktiv zu machen.  Ich kann dir tatsächlich auch empfehlen (wenn das für dich machbar ist) dein Kind einfach tagsüber viel zu tragen. Dabei ist gar keine Belastung auf den Schädelknochen und die meisten Kinder schlafen gut und gerne in einem Tragetuch oder einer guten Tragehilfe.  Und da dein Kind gerade erst 12 Wochen ist, habt ihr sehr gute Voraussetzungen. Der Schädel ist in diesem Alter noch sehr formbar und entwickelt sich in den kommenden Monaten weiter. Viele lagebedingte Asymmetrien bessern sich unter entsprechender Förderung deutlich oder gleichen sich sogar vollständig an. Wie weit sich die Kopfform zurückbildet, hängt natürlich auch davon ab, wie ausgeprägt die Asymmetrie ist und ob es zusätzlich eine Bewegungseinschränkung der Halswirbelsäule gibt. Das lässt sich über ein Forum leider nicht beurteilen. Versuche deshalb, den Blick nicht nur auf die Kopfform zu richten, sondern auch auf die Entwicklung deiner Tochter insgesamt. Mit der Unterstützung eurer Kinderärztin und gegebenenfalls einer Physiotherapie seid ihr auf einem sehr guten Weg. Und ihr kommt ja jetzt gerade erst in die Phase, in der dein Kind den Kopf auch eigenständig mehr hebt und bewegt. Dadurch gleicht sich vieles auch "ganz von alleine" aus. Ich wünsche dir, dass du deine Sorgen ein wenig loslassen kannst. Nach dem, was du schreibst, kümmerst du dich aufmerksam und liebevoll um deine Tochter und genau das ist jetzt das Wichtigste. Lieben Gruß, Hebamme Evi Bodman


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