Frage im Expertenforum Hebamme an Evi Bodman:

B - Streptokokken Abstrich "spärlich positiv"

Frage: B - Streptokokken Abstrich "spärlich positiv"

Anna.710

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Liebe Frau Bodman, ich bin derzeit in der 37. Woche schwanger mit Kind 2. Gestern kam der Anruf, dass mein B-Streptokokken Abstrich "spärlich positiv sei". Ehrlich gesagt, mache ich mir jetzt wirklich ziemliche Sorgen. Müssen wir denn irgendetas unbedingt beachten? Wie schnell sollten wir ins KH fahren? Wie gefährlich ist das wirklich für das Kind?  Was, wenn die Geburt doch schneller geht und davor keine Antibiotikagabe mehr möglich ist? Vielen lieben Dank für Ihre Antwort!


Evi Bodman

Evi Bodman

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Hallo liebe Anna, Das klingt durchaus nach einem verunsichernden Telefonat. Kann ich gut verstehen, dass du da Fragen hast.  Lass uns das mal einordnen: Ein „spärlich positiver“ B-Streptokokken-Abstrich ist erstmal nichts Dramatisches. Für dich ist das ungefährlich. Für dein Baby soweit auch und für die Geburt gibt es jetzt erstmal einfach eine Info mehr.  Ich würde dir empfehlen mit deiner Geburts-Klinik Kontakt aufzunehemn (oder dir vor Ort nochmal einen Termin geben zu lassen) um dich zu informieren, wie die damit umgehen. Es gibt für diesen Fall Richtlinien - erfahrungsgemäß hat aber jede Klinik so ein bisschen ihre eigenen Abläufe, gerade bei Blasensprung, wie lang abwarten, Antibiose oder nicht, kannst du das ablehnen, musst du nach der Geburt stationär bleiben oder ist eine ambulante Geburt möglich, und und und.  Ich halte es für sinnvoll, dass du da einfach VOR der Geburt alle Infos hast, dich drauf einstellen kannst und ggf. auch mit deiner Begleitperson absprichst, was du willst und was nicht. Grundsätzlich sind B-Streptokokken erstmal ganz normale Darm-/Scheidenbakterien, die eigentlich fast alle Frauen haben. Jetzt kann es vorkommen, dass die von dem Darm in den Vaginalbereich wandern. IdR kommt dein Körper damit klar (so ein Abstrich ist auch immer nur eine Momentaufnahme!) Während das für dich vollkommen unbedenklich ist, besteht bei einer vaginalen Geburt für dein Baby ein Risiko einer Infektion - bei einem frühzeitigen Blasensprung ist das Risiko nochmal höher.  Daher wird idR vielen Frauen während der Geburt venös ein Antibiotikum gegeben.  Ich persönlich finde, hier muss man schon etwas abwägen. Denn für dein Immunsystem ist diese Gabe nicht von Vorteil und gerade in Verbindung mit Krankenhaus-Keimen und der allg. Schwächung durch die Geburt, lehnen manche Frauen diese Prozedur auch ab. Das Recht hast du, das musst du dann vermutlich nur unterschreiben.  Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Baby sich ansteckt, ist sehr gering. (Durch die Antibiotikagabe unter der Geburt wird das Risiko nochmals deutlich gesenkt - bringt aber gleichzeitig ein gewisses Risiko für dich).    Wichtig: Kein Grund zur Sorge! Das ist ein gut bekanntes Thema in der Geburtshilfe. Informier dich einfach jetzt über den Ablauf, was da ggf. auf die Zukunft und wo du entscheidungen treffen kannst und willst. Ich hoffe, das hilft dir erstmal weiter. Melde dich gerne, wenn du noch Fragen hast. Lieben Gruß, Hebamme Evi Bodman 💛


Anna.710

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Liebe Frau Bodman, ich möchte Ihnen vielmals für die ausführliche Antwort danken. Jetzt bin ich definitiv besser informiert und auch wieder etwas beruhigter. Ich werde mich mit der Geburtsklinik in Verbindung setzen und den genauen Ablauf abklären und dann auch gleich vermerken lassen, dass ich positiv bin. Danke Ihnen! Das war wirklich mehr als hilfreich! Ganz liebe Grüße Anna 


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