Frage im Expertenforum Erziehung an Christiane Schuster:

Einschulung: ja oder nein?

Frage: Einschulung: ja oder nein?

Mitglied inaktiv

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Hallo Frau Schuster, so langsam wächst mein Großer aus diesem Forum heraus. Aber weil Sie uns schon öfters sehr geholfen haben, möchte ich Sie noch einmal um Ihre Meinung bitten. Lennard wird Anfang September sechs Jahre, ist also ein Kann-Kind. Wir stehen jetzt vor der Entscheidung Schule oder Vorschule und sind unsicher, denn Lennards kognitive Leistungen passen nicht recht zu seiner körperlichen/sozialen Entwicklung. Er kann lesen (kurze Sätze oder einzelne Wörter, selbst beigebracht), rechnet in den Grundrechenarten bis etwas über 10, zählt bis 100, kennt die wichtigsten Verkehrsschilder, stellt Fragen wie: Was ist die zweitgrößte Zahl, wenn die größte Unendlich ist? Gehören Fledermäuse auch zu den Sägetieren? Andererseits ist er eher ein Einzelgänger, macht sich nichts aus anderen Kindern, ist introvertiert, hat noch beim An- und Ausziehen Schwierigkeiten, kann noch nicht Ball-Fangen, ist beim Kinderturnen Gleichaltrigen weit hinterher, macht oft gar nicht mit sondern denkt sich eigene "Übungen" aus. Er hat eine Wahrnehmungsstörung, niedrigen Muskeltonus, bekommt Ergotherapie und Krankengymnastik. Ich tendiere dazu, ihn in der Vorschule anzumelden (Kindergarten will er absolut nicht mehr). Sollte er dann noch zusätzlich gefördert werden, kopfmäßig? Oder ist es am besten, seinen Kopf ganz in Ruhe zu lassen und lieber weiterhin die Motorik zu fördern? Vielen Dank für eine Antwort Ulla


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Hallo Ulla Damit Lennard im Klassenverband nicht ganz unglücklich wird und irgendwann den Klassen-Clown spielt um wenigstens etwas Aufmerksamkeit zu bekommen, möchte auch ich Ihnen eher zu einer Anmeldung in der Vorschule raten. Dort sind die Gruppen in der Regel kleiner, sodass auf die einzelnen Kinder und deren Defizite individueller und druckfreier eingegangen werden kann. Da Ihr Sohn in seinen kognitiven Leistungen schon weit vorangeschritten ist, sollten Sie ihn in diesem Bereich nicht mehr besonders fördern sondern den Augenmerk auf seine Schwächen halten. Dennoch sollten Sie auf die von ihm gestellten Fragen eine Antwort geben, damit er sich akzeptiert fühlt. Sprechen Sie bitte auch einmal mit der Ergotherapeutin, die Ihnen sicherlich verschiedene Gebiete nennen kann, wie Sie Körper und! Geist Ihres Sohnes so weit wie möglich in eine Harmonie bringen können. Liebe Grüße und: bis bald (auch ohne direkte Zuständigkeit)?


Mitglied inaktiv

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Hallo, ich studiere noch Erziehungswissenschaften, d.h. befinde mich kurz vor dem Examen, deshalb hat mich die Antwort auf diese Frage interessiert, obwohl meine eigene Tochter noch weit vom Schulalter entfernt ist. Habe ich das richtig verstanden, dass Lennard in seinen kognitiven Leistungen nicht gefördert werden soll? Dahinter steckt doch wohl ein Verständnis von Schule, die alle Kinder auf ein Niveau bringen möchte, um sie dann gleichschrittig unterrichten zu können. Diese Vorstellungen sind doch schon lange überholt, zumindest in der Theorie, wenn sie auch leider durch eine gealterte Lehrergeneration in der Praxis noch viel zu häufig mit weitreichenden negativen Folgen in die Praxis umgesetzt werden. Ein guter Unterricht muss jedes Kind mit seinen verschiedenen Fähigkeiten und Kenntnissen dort abholen wo es steht, und in allen Bereichen, nicht nur in denen, wo Defizite vorhanden sind, angemessen differenziert fördern. Insofern verstehe ich diesen Rat nicht. Meiner Meinung nach sollte Lennart auch gerade dort gefördert werden, wo seine Stärken liegen, damit er Erfolgserlebnisse hat und so motiviert und interessiert bleibt. Gruß Sabine


Mitglied inaktiv

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Hallo, mir ist gerade noch die Idee gekommen, dass es bestimmte Grundschulen gibt, in denen (nicht nur) ein Kind wie Lennart vielleicht besser aufgehoben ist, als in einer "normalen" Vor- oder Grundschule. Es gibt Schulen mit der so- genannten "neuen Schuleingangsstufe", in der Vorschulkinder, Erst- und Zweitklässler zusammen in einer Gruppe unterrichtet werden. Dort könnte man Lennarts kognitivem Stand gerecht werden, da er bestimmt in einigen Gebieten das Niveau der zweiten Klasse erreicht, und er würde gleichzeitig im sozialen Bereich gefördert, da besonders in solchen Schulen viel Wert darauf gelegt wird, dass die Kinder von- und miteinander lernen. Ich kann folgende Schulen nennen, in denen das praktiziert wird: - Grundschule Bad Arolsen - Stadtschule Bad Vilbel - Gebeschusschule Hanau - Sonnenblumenschule Langen - Grundschule Salzböden - Laborschule Bielefeld Falls davon keine in der Nähe ist, bieten sich auch reformpädagogische Grundschule nach Maria Montessori oder Peter Petersen an, in denen ebenfalls in jahrgangsübergreifenden Stammgruppen unterrichtet wird. Nur, wenn überhaupt nicht die Möglichkeit besteht, Lennart zu so einer Schule zu schicken, würde ich auf den Rat von Frau Schuster zurückkommen und hoffen, dass man in der Vorschule ihm in allen Bereichen gerecht werden kann. LG Sabine


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Hallo Sabine Rein theoretisch gebe ich Ihnen vollkommen Recht, dass ein Kind dort abgeholt werden sollte, wo es steht. Praktisch gesehen denke ich aber, dass ein Kind stets auch in einer Gruppe seinen Platz finden muß um nicht zum Außenseiter zu werden. Diese Gruppe richtet sich meist nach dem Lebensraum des betreffenden Kindes. Mißverständlich habe ich mich wohl ausgedrückt, wenn Sie meinen, dass ich für gar keine Förderung des kognitiven Bereichs eintrete. Was ich mit meinem Rat ausdrücken möchte, ist, dass Lennard im genannten Bereich keine zusätzliche Förderung benötigt, da es vollkommen ausreicht, ihm auf seine selbst gestellten Fragen zu antworten, damit er sich seinen Bedürfnissen entsprechend weiter entwickeln kann. Für viel wichtiger halte ich es, die genannten Defizite intensiver und gezielter aufzuarbeiten, damit ihm eine sichere Orientierung in unserer Gesellschaft ermöglicht wird. Liebe Grüße


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