Marienkäfer777
Sehr geehrter Herr Dr. Costa, zunächst möchte ich mich für Ihre stets hilfreichen Antworten bedanken, die mir bereits in der letzten SS sehr geholfen haben. Nun bin ich wieder schwanger und habe direkt ein für mich doch größeres Problem: Ich achte sehr auf die Nahrung und Getränke (kein Alkohol, kein Kaffe, keine Softdrinks etc.). Jedoch hat mein Mann kürzlich einen Burger gemacht und ich habe leider erst später nach dem Essen im Kühlschrank gesehen, dass er als Soße eine Cocktailsoße von Lidl verwendet hat, in welcher Alkohol ist. Wir haben es dann berechnet: Ich hatte ca. 70gr Soße, die (laut Herstellerangabe von Lidl) 0,5% Whisky enthält: 0,005 x 70gr = 0,35gr Whisky 0,35gr x 0,45 (Alkoholgehalt des Whiskys) = 0,16gr reiner Alkohol Ich bin ganz frisch schwanger. Da ich es nicht ganz genau datieren kann, wohl Tag 13 - Tag 17 nach Empfängnis/Eisprung. Somit also leider gerade raus aus dem 14-tägigen alles-oder-nichts. Genau deshalb mache ich mir solche Sorgen, da ja genau in der ersten Zeit alles so empfindlich auf schädliche Einflüsse reagiert? Zudem ist es ja bspw. bei alkoholfreiem Bier so, dass da auch oft mehr Alkohol drin ist als drauf steht. Deshalb mache ich mir Sorgen, dass in der Soße am Ende auch mehr Alkohol drin war als drauf stand (z.B. bei 5% Whisky statt 0,5% würde das bedeuten, ich hätte schon 1gr reinen Alkohol aufgenommen und das wäre ja dann doch einiges?) Ich mache mir solche Vorwürfe. Wie schätzen Sie die schädigende Wirkung ein (auch wenn es im schlimmsten Fall wirklich 1gr Alkohol gewesen wären)? Herzlichen Dank für Ihre Zeit und die stets hilfreichen Antworten. Viele Grüße Deine Schwangerschaftswoche: 5
Eines möchte ich festhalten, nämlich dass die Angaben auf den Verpackungen schon stimmen. Sonst kämen die Hersteller in Teufelsküche und wären soszusagen "draußen"... Wenn also 0.5% Alkohol, in diesem Fall Whisky in der Cocktailsoße angegeben sind, sollten Sie davon ausgehen, dass es eben 0.5% sind. Generell gilt diese Angabe von 0.5% Alkohol bei alkoholischen Getränken wie Bier oder Wein als "alkoholfrei". Man darf diese Getränke als akoholfrei bezeichnen, wenn diese Grenze nicht überschritten wird. Auch wenn es uns allen klar ist, dass die Menge eine Rolle spielen dürfte und wir bei 5 oder 6 Flaschen "alkoholfreien Bieres" mehr Alkohol zu uns nehmen, als wenn wir eine oder eine halbe Flasche trinken... Was im Falle einer Cocktailsoße ja naturgemäß ausgeschlossen ist... Dieses "Alles-oder-Nichts-Prinzip" bezieht sich auf die ersten 4-6 Wochen in der Schwangerschaft und bedeutet, dass entweder gar kein Schaden entsteht oder dass der Schaden so groß ist, dass das Embryo abstirbt und es zu einer Fehlgeburt kommt. In der medizinischen Literatur werden keine genauen Angaben zum Zeitpunkt der Schwangerschaft, ab dem nach dem Alkoholkonsum dies oder jenes passiert, weil das nicht möglich ist. Auch eine Alkoholmenge kann nicht angegeben werden, die erlaubt ist bzw. bei der eher "Nichts" passiert... Daher ist Alkohol generell in der Schwangerschaft verboten. Aus ärztlicher Sicht wird dieses "Alkoholtrinken ohne zu wissen, dass man schwanger ist" als so etwas wie "Schicksal" betrachtet, weil man nichts dagegen machen kann. So etwas passiert gerade bei Schwangerschaften, die ungeplant zustande kommen, immer wieder. In den meisten Fällen passiert "Nichts" und die Schwangerschaft verläuft normal. Aber leider nicht immer. Dass man versehentlich eine alkoholhaltige Cocktailsoße isst, gilt nicht als echtes Alkoholtrinken. Trotzdem kann auch das problematisch sein, wobei ich Ihnen keine genauen Angaben zur Wahrscheinlichkeit eines Schadens machen kann. Das liegt daran, dass es keine Dosis Alkohol gibt, der man Harmlosigkeit bescheinigen kann... Mir ist es klar, dass Sie von mir erwarten, Ihnen zu sagen, was zu tun ist. Nach meiner Einschätzung ist es wahrscheinlicher, dass es zu keinem Schaden kommt, als dass eine Katastrophe folgt. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als den Verlauf abzuwarten. Lassen Sie mich bitte, deutlicher werden. Dass Sie diese Cocktailsoße verwendet haben, ist kein Grund, in Panik zu verfallen und die Schwangerschaft abzubrechen. Das liegt daran, dass die Wahrscheinlichkeit eines Schadens sehr gering ist.
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