Frage im Expertenforum Kinderernährung - Gastroenterologie an Prof. Dr. med. Michael Radke:

Bitte um Einschätzung bzgl. Stuhlgang und Vorgehensweise

Frage: Bitte um Einschätzung bzgl. Stuhlgang und Vorgehensweise

Thomas1988

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Hallo Zusammen, unser Kleiner ist am 01.07 auf die Welt gekommen und hat innerhalb von 48 Std Kindspech ausgeschieden (Größe 52 cm und 3340 gr). Er wurde von Beginn an mit Pre Nahrung gefüttert (Beba Pre expert ha). Er hatte die ersten Tage regelmäßig bzw. täglich Stuhlgang. Seit er ungefähr 1 Monat alt ist, hat er ca. alle 2 – 4 Tage keinen Stuhlgang, manchmal auch 5 Tage. Waren nach den ersten Beschwerden beim Kinderarzt und wollten Fragen wie wir den Kleinen unterstützen können. Die hat unseren Kleinen nicht angeschaut und hat uns einen Überweisungsschein für eine Klinik gegeben, auf Verdacht Morbus Hirschsprung. Als wir im KH waren, haben die Ärzte uns blöd angesprochen, warum wir wegen sowas ins KH gehen, weil das Baby optisch keine Anzeichen macht. Die Ärzte haben das Baby angeschaut, den Bauch abgetastet, abgehört, Einlauf gemacht und einen Ultraschall gemacht. Alles war unauffällig, daher haben Sie es nicht für nötige gehalten weitere Untersuchungen zu machen. Im Bericht vom KH steht bei Gesamtbeurteilung: Koprostase mit stuhlgefüllter Rekumampulle mit einer Weite von ca. 2,4 cm. Unauffällige intraabdominelle Organe. Kein Ileusbild. Keine freie Flüssigkeit intraabdominell, unauffällige Dünndarmschlingen. Haben danach die Pre Nahrung auf Hipp Bio Combiotik Pre umgestellt. Leider hat die Umstellung die Häufigkeit vom Stuhlgang nicht verändert. Wir machen Bauchmassagen mit Kümmelöl, Fahrradfahren und Fliegergriff  - leider bewirkt das nicht wirklich was. Unsere Hebamme hat uns gesagt, dass wir mal den Abhaltegriff probieren sollen. Das hat super funktioniert und wir haben dann alle 2/3 Tage, wenn er gepresst hat das gemacht und er hat Stuhlgang gehabt. Er hat auch öfters ohne Hilfe Stuhlgang, aber definitv häufiger mit Abhaltegriff. Manchmal wenn wir merken, er plagt sich sehr mit Blähungen oder kein Stuhlgang, dann haben wir Ihm Kümmelzäpfchen gegeben. Er trinkt viel und gut, hat sehr oft nasse Windeln, nimmt sehr gut zu, lacht die meiste Zeit, schläft sehr ruhig und weint eigentlich nur wenn er müde wird oder in Kinderwagen liegen muss 😊.  (aktuell Größe 62 cm und 7200 gr). Wir waren am 30.10 bei der U4 Untersuchung und es war alles einwandfrei. Wir haben dann nochmal die Kinderärztin gefragt, ob wir den kleinen was geben können, dass er nicht so viel pressen muss und sich leicht tut beim Stuhlgang. Dann hat Sie uns wieder eine Überweisung fürs Krankhaus ausgestellt auf Verdacht Morbus Hirschsprung, weil Sie den Bericht nicht als Ausschluss akzeptiert. Wir sind gerade echt unzufrieden mit der Vorgehensweise und sind am Überlegen, ob wir den Kinderarzt wechseln, der sich mehr Zeit für unser Baby und uns Eltern nimmt. Der Bauch war/ist die ganze Zeit weich und flach, er entwickelt sich gut, übergibt sich nicht, hat immer gute Laune, das Einzige was er hat das er öfters presst und seltener Stuhlgang hat und öfters Unterstützung benötigt. Stuhlgang ist meistens gelb und cremig / Machmal kommt ein kleine Knete grüner Stuhl, aber danach wieder gelb. Wollte hierzu Ihre Meinung wissen über die Vorgehensweise und ob Sie evtl. einen Tipp für uns haben, damit wir den Kleinen das Leben bißchen erleichtern können? Des Weiteren glaube ich mittlerweile, dass wir uns bisschen mit dem Thema verrückt machen und uns nicht auf den täglichen Stuhlgang fixieren sollten. Welcher tägliche Abstand vom Stuhlgang wäre für Sie noch in Ordnung? Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort


Prof. Dr. med. Michael Radke

Prof. Dr. med. Michael Radke

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Der vorletzte Satz in Ihrer Nachricht ist entscheidend: Solange es Ihrem Kind im Großen und Ganzen gute geht, sollte man sich nicht "verrückt" machen. Wenn sich Kinder wohlfühlen und ohne Schwierigkeiten Stuhl absetzen, sind 3 Stuhlgänge pro Tag (max.) bis 3 pro Woche (min) de facto normal. Bei Ihrem Kind halte ich eine Krankheit (M. Hirschsprung) allenfalls für möglich, aber nicht für wahrscheinlich. Sie können Ihrem Kind trotzdem helfen, indem Sie mit Macrogol für weichen Stuhl sorgen. Finden Sie die richtige Dosis für Ihr Kind heraus. Ziel: es sollte beschwerdefrei Stuhl absetzen können. Starten könnten Sie mit einem halben Beutel Macrogol-Pulver, das sie in zwei Portionen in Wasser (etwa 50 ml) auflösen und zu trinken geben. Macrogol  ist ohne Nebenwirkungen und kann ohne Probleme über längere Zeit gegeben werden. Geben Sie Macrogol jeden Tag, bei zu weichem Stuhl weniger, bei hartem mehr. Fangen Sie zudem innerhalb der nächsten 2 Wochen mit Gläschenkost an, um den Ballaststoffanteil in der Nahrung zu erhöhen. Good luck!


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