Boymum
Sehr geehrter Herr Prof. Radke, unser Sohn hat in seinem Kleinkindalter viel zu viel Lachs von uns bekommen, weil ich wusste dass Lachs bzgl Omega 3 und DHA wichtig ist, ich mich allerdings nicht über angemessene Portionsgrößen informiert habe. Er hat ungefähr folgende Mengen verzehrt: - 9-12 Monate: 50g pro Woche - 12-16 Monate: 70g pro Woche - 16-23 Monate: 125g pro Woche Wir haben norwegischen Bio-Zuchtlachs gegeben, ansonsten keinen weiteren Fisch. Außerdem hat er weitere Milchprodukte erst ab ca 16 Monaten in relevanten Mengen bekommen, weil ich vorher anteilig gestillt habe. Mit 16 Monaten hat er Folgendes noch pro Tag gegessen: - 3-5g Frischkäse - 100ml Milch - 100g Naturjoghurt Er bekommt kein rotes Fleisch und nur gelegentlich Hühnchen. Ich mache mir Gedanken um seine Schadstoffbelastung in Bezug auf Quecksilber, Dioxine und PCB. Könnten Sie mir mitteilen, ob wir weitere Untersuchungen mit ihm machen sollten (Bluttest in der Umweltmedizin) und wie wir zukünftig weiter fortfahren (Substitution von Lachs durch Algenöl, um seine Schadstoffbelastung über die Zeit zu reduzieren? Vielen Dank vorab!
Ihre Sorgen sind verständlich, aber sehr wahrscheinlich unbegründet. Wie ich sehe, haben Sie darauf geachtet, beim Lachs ein Qualitätsprodukt zu verwenden. Blut- und andere Untersuchungen bei Ihrem Kind halte ich aus zwei Gründen nicht für zweckmäßig. 1. es ist sehr unwahrscheinlich, daß Ihr Kind Schadstoffe in Mengen aufgenommen hat, die ihm schaden könnten. Die Lebensmittelkontrollen sind immerhin so leistungsfähig, daß große "Verwerfungen" erkannt und die entsprechenden Lebensmittel aus dem Verkehr gezogen werden. 2. können Sie an irgendwelchen theoretischen Belastungen nichts mehr ändern. Bleiben Sie bei einer ausgewogenen Ernährung. Lachs können Sie auch weiterhin geben, die Menge können Sie durchaus reduzieren (z.B. ein- bis zweimal pro Woche). Der Konsum von Milchprodukten könnte auch zugunsten von Gemüse/Obst etwas reduziert werden. Eine Milchmahlzeit (Milch oder Joghurt) pro Tag reichen aus. Wir müssen uns allerdings immer bewußt sein, daß eine absolut schadstofffreie Ernährung de facto nicht möglich ist. Wenn man sich dessen bewußt ist und sich über evtl. Schadstoffe in der Nahrung achtet, hat man bereits das Nötige getan. Wie immer kommt es auf die Dosis an - das gilt auch für Erwachsene. VG!
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