Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

zu: http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/beitrag.htm?id=39203

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S.g. Herr Dr. Posth, zu o.g. Beitrag hatten Sie geantwortet, dass das nächtl. Problem bis in die Säuglingszeit zurückliegen könnte. Die Säuglingszeit sah so aus, dass ich sie tagsüber fast ausschl. trug, ablegen konnte man sie nicht, sonst schrie sie. Nachts schlief sie im Bettchen direkt neben uns, ich war immer da, sie wurde nie schreien gelassen, alle Bedürfnisse prompft erfüllt, kann es sein, dass ich sie überbehütet habe? Bis heute ist es so, dass ich, zugegeben, alles umgehend mache, was sie mag. Bei jedem nächtl. Rufen gehe ich zu ihr. Insg. kann ich es so zusammenfassen, dass ich mit ihr wohl das gemacht habe, was man "Verwöhnen" nennt, sie musste noch nie auf etwas warten, familiäres Umfeld völlig on Ordnung, Kiga steht erst mit 3J an, bis dahin wird sie rund um die Uhr von mir (+Vater) betreut. Wie kann ich das sanft abgewöhnen, ohne sie zu sehr zu enttäuschen, und zeigen, daß auch eine Mutter nicht IMMER alles erfüllen muss? Vielleicht liegt unser Problem daran? Liebe Grüße


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, die Mär vom verwöhnten Kind ist wahrscheinlich so alt wie die Geschichte der Menschheit. Ein Kind, dass von früh an die volle Zuwendung und Bedürfnisbefriedigung seiner Eltern bekommen hat, ist später viel selbstzufriedener und umgänglicher als ein anderes. Allerdings ist dieses später nicht schon mit 2 oder 3 Jahren zu erwarten. Da ist ein Kind immer noch sehr auf die Zuwendungsintensität seiner Eltern angewiesen. Denn erst am Ende des 3. Lebensjahres hört die Trotzphase langsam auf und weicht einer verbalen Verständigungsfähigkeit. Außerdem haben die Kinder erste Erfahrungen mit Empathie. Das Vertrauen, dass Ihre Tochter bisher in ihre Eltern gewonnnen hat, sollten Sie mitnichten abgewöhnen. Das heißt nicht, dass Sie sich allem beugen müssen, dass Ihre Tochter wünscht oder einfordert. Aber Sie müssen Ihrer Tochter in einfachen und verständlichen Worten erklären, warum Sie ihr etwas versagen. Das nächtliche Problem lösen Sie im Moment nur, in dem Sie ihre Tochter bei sich schlafen lassen (s. meine vorige Antwort). Viele Grüße


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