Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Zögerndes Verhalten

Frage: Zögerndes Verhalten

ClaudiaJonas

Beitrag melden

Sehr geehrter Hr. Dr. Posth, Ich bin begeisterte „Mitleserin" hier im Forum und möchte mich herzlich für Ihre Arbeit bedanken - Ihre Antworten und Langtexte haben mir schon sehr geholfen! Ich habe auch eine Frage bezgl. des Verhalten meines Sohnes (10 Monate) Schreibaby, s. temperamentvoll, s. sensibel, ersten 6 Monate rund um die Uhr im TT, Familienbett…Habe mich sehr bemüht - leider war ich jedoch auch öfters gestresst, müde, überfordert… Wenn er bei seiner Oma war (bis max. 1 Std.), die er gut kennt und mag, verhält er sich sehr zurückhaltend: bei der Begrüßung sieht er mich nur sehr aufmerksam an, fast so als würde er mich nicht erkennen, erst nach ein paar Augenblicken reagiert er auf mich, krabbelt auf mich zu bzw. will zu mir auf den Arm..Dieses Verhalten ist mir nur in dieser Situation aufgefallen…Normalerweise sehr auf mich bezogen und recht anhänglich, zur Zeit auch leichtes Fremdeln…Was bedeutet dieses Zögern? Vielen Dank! Schöne Adventszeit! Mfg


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

Beitrag melden

Hallo, nach meiner Auffassung, aber auch der vieler anderer Autoren aus dem Bereich der Psychoanalyse, besitzt eine Säugling noch kein Ichbewusstsein in dem uns bekannten Sinn. Das heißt, der Säugling braucht immer eine feste und konstante Bezugsperson, um sich selbst irgendwie zu begreifen. Diese Person ist die primäre Bezugsperson oder 1. Bindungsperson (in der Regel die Mutter). Ist diese Person vorübergehend nicht verfügbar, benötigt der Säugling eine vertraute und zuverlässige Ersatzbezugsperson, sonst bekommt er -je nach Veranlagung- Angst und schreit. Echte Schreibabys schreien sogar bei der Mutter, solange keine innere Beruhigung einsetzt. Sie sind mit Sicherheit äußerst empfindsam und sicher auch sehr ängstlich veranlagt. Kolikbabys schreien auch, aber aus Gründen des Schmerzes, auch weil Schmerz Angst bereitet. Im 2. Lebenhalbjahr setzt nun eine Ahnung ein, dass es doch ein Leben außerhalb des Überwachungskreises der Mutter gibt, ein Getrenntsein (wird z.B. durch Fortkrabbeln erfahren oder eben durch Verbleiben bei einer Ersatzbezugspersonen). Auch das setzt Ängste frei und verursacht -wieder je nach individuellen Voraussetzungen, wozu jetzt auch schon die ersten Lebenserfahrungen zählen, mehr oder weniger große Anhänglichkeit. Bei Rückkehr der Mutter setzt jetzt aber ein kurzer Erkenntnisprozess ein, der einer emotionalen Abstimmung innerer Erfahrungen und Gefühle entspricht. Man könnte das als eine Reorientierung in der primären Bindung bezeichnen. Sensible Kinder zeigen diese Reaktionen sicher sträker als seelisch robustere. Wenn man aber sehr genau hinguckt, dann zeigen eigentlich alle Kinder solche Verhaltensmuster. Spaßenhalber könnte man sagen, man sieht, wie das Kind nachdenkt. Viele Grüße und danke für Ihr Lob


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.

Ähnliche Fragen

Hallo Frau Henkes, Unsere Tochter 4 Jahre hat schon länger das Verhalten, dass sie mir als Mama gegenüber aggressiv ist, sobald sie von Oma und Opa (Schwiegereltern) wieder runter kommt. Wir wohnen im selben Haus. Sie kommt runter, bei Papa ist sie zum Beispiel das bravste Kind, aber sobald sie mich sieht, oder ich dann mit ihr alleine bin, ...

Liebe Frau Henkes! Habe zwei Fragen zum Verhalten von einem knapp 6 jährigen Kind und bitte um Inputs! Meine Tochter beobachtet andere Menschen oft, und zwar steht sie dann mit offenem Mund da, und kippt total ins Gegenüber, weg von sich selbst. Je lauter und auffälliger sich jemand verhält, desto mehr schaut sie hin und vergisst dabei dann völlig ...

Guten Morgen Frau Dr. Henkes,  ich bin Mama eines 2 Jahre und 2 Monate alten Jungen und mache mir momentan einige Sorgen um seine Entwicklung. Er hatte beidseitige Paukenergüsse, die vermutlich über längere Zeit bestanden. Diese scheinen mittlerweile abgeheilt zu sein – laut Pädaudiologin und HNO hört er aktuell wieder gut, auf einem Ohr war ...

Hallo, mein Kind ist 5,5 Jahre alt und seit genau 2 Wochen geht sie plötzlich super ungerne zur Kita. Sie schreit dort so, dass ich sie schon 2 mal abholen musste. Grund dafür ist nur, dass sie nachhause will sagt sie. Desweiteren sagt sie seit dem ständig dass ihr etwas weh tut. Der Kopf, der Bauch, der Fuß, die Nase, der Zahn etc. Das geht durch ...

Hallo, vielen Dank, dass wir uns an Sie wenden können! Aktuell weiß ich wirklich nicht mehr weiter. Unser Sohn ist 4, geht seit einem Jahr in den Kindergarten und ist dort sehr glücklich! Er ist weit für sein Alter was Sprache etc angeht und ist bei vielen schon sehr selbstständig. Er ist ein sehr willensstarkes, phantasievolles Kind und wir ...

Guten Abend, wir machen uns aktuell Sorgen um unsere Tochter (2 1/2 Jahre alt). Zum einen fremdelt sie ganz plötzlich...da hatten wir eigentlich noch nie so doll Probleme mit. Aber letzte Woche wollte sie z.B. nichtmal bei meiner Mutter ins Haus rein...sie wollte nur auf meinen Arm und hat weder auf Oma noch auf Opa reagiert. Obwohl sie da h ...

Guten Tag! Under Sohn (5,5 Jahre alt) war immer in sehr gesprächiges,  aufgedrehtes und fröhliches Kind.  Seit ungefähr 1 Monat ist aber auffällig, dass er zwar zu Hauee noch immer so ist wie oben beschrieben,  aber auswärts ganz ruhig und zurückgezogen wurde. ZB bei den Großeltern, die er 1-2 mal pro Woche Seit Geburt sieht, also sehr gut v ...

Liebe Frau Henkes Wir hatten gestern ein Gespräch in der Kita und ich habe am Abend zufällig einen Beitrag über PDA-Kinder gesehen. Ich erkenne einige Muster bei meiner Tochter und mache mir nun grosse Sorgen. Wir haben immer Mühe mit Anziehen (sie rennt weg oder fängt an etwas anderes zu tun), Zähneputzen und Frühstücken. Man muss sie immer ...

Sehr geehrte Frau Henkes, erst einmal danke für Ihre Arbeit in diesem Forum. Ich sorge mich um meine beiden Töchter (fünfeinhalb Jahre alt und 13 Monate alt). Meine große Tochter hatte schon immer einen starken Willen und ihren eigenen Kopf. 4 Jahre lang war sie Einzelkind, seit ihre Schwester auf der Welt ist, ist es nochmal anstrengend ...

Guten Tag Frau Henkes,  unser Sohn, knapp 5,5 Jahre alt, zeigt derzeit folgendes Verhalten: Er hat sich vor Kurzem sehr für Vulkane interessiert und alles mögliche an Wissen darüber gesammelt. Dieses verursacht ihm nun leider die Angst vor einem Ausbruch bei uns zu Hause oder auch in der Kita. Er traut sich nicht mehr alleine in einen anderen Raum ...