Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Will nicht woanders übernachten

Frage: Will nicht woanders übernachten

Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Hallo Dr. Posth! Mein Sohn (3J 9Monate) hat Probleme, wenn wir mit ihm woanders übernachten. Bis zu diesem Jahr haben wir noch nicht viel woanders übernachtet. Aber im letzten Urlaub (Juni) hat er am ersten Abend total geweint, und war kaum zu beruhigen. Die nächsten Abende ging es dann. Mein Mann hat sich zu ihm ins Bett gelegt (er schlief bei uns), und irgendwann ist der Kleine eingeschlafen. Jetzt wollen wir demnächst bei seinem Opa übernachten, aber er sagt jetzt schon: "Tagsüber bleiben wir da, aber am Abend fahren wir heim!" - er will einfach zuhause schlafen. Sein Vater ist vom Charakter her ähnlich. Woher kommt diese Angst, woanders zu übernachten? Er ist sonst eher sensibel... Danke für Ihre Antwort! Antje


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

Beitrag melden

Liebe Antje, solche Verhaltensweisen kann man, wenn man will, schon in das Phänomen des Heimwehs eingliedern. Heimweh bezieht sich nicht nur auf eine Sehnsucht nach den Eltern, es geht auch um den vertrauten Lebensraum, die eigene Wohnung oder das eigene Haus. Ich denke, das Phänomen des Heimwehs ist viel weiter verbreitet, als angenommen. Z.B. zählt auch zum Heimweh, wenn Erwachsene kaum noch verreisen und in der Fremde Beklemmungsgefühle und Angst entwickeln. Viele Menschen reisen immer wieder an einen bestimmten Ort, damit ihnen das Gefühl der Vertrautheit nicht verloren geht. Woher Heimweh im Einzelnen kommt, ist meistens schwer zu erklären. Sicherlich gehört eine Veranlagung zu Angst dazu und sicherlich trägt ein uneinfühlsamer Umgang mit den frühen Gefühlen des Menschen im Säuglingsalter dazu bei. Ich denke da an das Phänomen des Fremdelns oder das Bedüfnis, in der Obhut der Eltern einzuschlafen. Aber auch in der Kleinkindzeit wird es viele Erlebnisse geben, die durch Anhäufung Heimweh auslösen können. Ein Einzelerlebnis ist es eher selten, und nur dann anzunehmen, wenn es von drastischen Vorgängen geprägt gewesen ist. Viele Grüße


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.

Ähnliche Fragen

Guten Herr Dr. Posth, Meine Tochter (16 Monate) möchte, seit ungefähr drei Wochen, nachts nicht mehr in ihrem Bett schlafen. Dabei gibt es die Variante, dass ich sie ganz normal zu Bett bringe und sie wie immer, ganz friedlich einschläft, jedoch nach ca. einer Stunde wieder aufwacht und sie sich dann nicht mehr beruhigen lässt. Die zweite Varian ...

T. 33 Mon. alt, will seit einiger Zeit nicht baden u. v.a. n. Haare waschen. Drama!. Alle Überredungsvers. funktionieren nicht. Jetzt durch Hitze, Sonnencrem Chlor aus Pool müssen gewaschen werden. Hat lange Haare, sie will sie nicht kurz haben. Habe gesagt, dass sie nicht mehr raus kann, wenn sie sich nicht waschen lässt. Mann sagt, es gibt keine ...

Guten Tag Dr. Posth,Sohn 39 M, Eingew seit 4 Wo. Sanfte Eingew mit BezErz lt. Konz. 1. Tag dabei, 2. Tag für 1 Std gegangen, 3. Tag für 2 Std, am 4. Tag (Freit) Bringen/Holen (3 1/2 Std), alles nach Absprache u ohne Tränen, nicht aus Überzeug sond. auf Druck der Erz. Montg totaler Rückschritt. Durfte nicht gehen, er wollte nichts mitmachen, war geg ...

Guten Abend Frau Henkes,  meine Tochter (2,5) sollte an Heiligabend und Silvester bei Ihrem Vater übernachten. Er hat sie nachmittags abgeholt und einen schönen Abend mit ihr verbracht. Kurz vor Mitternacht erhielt ich den Anruf, dass sie weint und schreit, weil sie lieber bei der Mama schlafen will und ich sie abholen soll, was ich auch tat. D ...

 hallo Frau Henkes , Ich hatte da mal eine Frage, Meine Tochter 3 Jahre geht seit ca 2,5 Monate in den Kindergarten und anfangs war es so die erste Woche war wie etwas zurück halternd zu andern Kinder war eher auf die Erzieherin fixiert wo sie Eingewöhnung hatte, dann ist sie etwas aufgetaut und hat sich auch mit den andern Kinder zugetraut un ...

Sehr geehrte Frau Henkes, ich habe mal wieder eine Frage zu meiner 4 1/2 jährigen Tochter. Seit ihrem 3. Lebensjahr ging sie gerne, obwohl sie frisch große Schwester wurde, 1 Jahr lang jede Woche einmal in die Spielgruppe (knapp 2 Stunden 30 min.). Da alles so gut lief, haben wir im nächsten Jahr auf 2 mal in der Woche erhöht. Leider geht si ...

Hallo Frau Henkes, seit ca. 2 Monaten ist mein Sohn (4 Jahre alt) immer genervt, wenn ihn jemand über seine Haare streichelt oder z. B. ich ihn auf dem Parkplatz festhalten muss und ihn deshalb angefasst habe. Er bleibt dann plötzlich stehen und schimpft, dass ich alles mit meiner Hand wegmachen soll, sonst geht er nicht weiter. Er möchte überh ...

Sehr geehrte Frau Henkes,  meine Tochter ist gerade 4 Jahre alt geworden und ich mache mir etwas Sorgen um ihr Sozialverhalten. Sie war schon immer "Scheu" gegenüber anderen Kindern (schon beim Pekip wollte sie am liebsten auf meinen Schoß bleiben) und auch in der Kita (dort geht sie hin seitdem sie 1 Jahr alt ist) spielt sie in der Regel allei ...

Guten Tag,  vielleicht können Sie mir sagen, ob dieses Phänomen entwicklungspsychologisch "normal" ist oder welche Wege man gehen kann, um dem Kind damit zu helfen. Es geht um Folgendes: Mein Sohn ist 6,5 Jahre alt, kommt bald zur Schule. Er interessiert sich für verschiedene Themensets von Spielsachen. Z.B. eine bestimmte Playmobilreihe, ei ...

Hallo Frau Henkes, Mein Sohn (fast 3 Jahre) will beim Essen nicht mehr am Tisch sitzen bleiben. Er schnappt sich 2,3 Bissen und rennt dann herum. Alles Besprechen, Bitten, zurück setzen und Schimpfen bringt gar nichts.  Er sitzt einfach nicht mehr mit uns am Tisch.  Das geht seit einigen Wochen nun so. Er hat einen Trip Trap Stuhl. ...