aspira
Sehr geehrter Herr Dr. Posth. Folgende Situation macht mich etwas ratlos. Letztes kam eine sehr gute Freundin samt Tochter zu uns zu Besuch (wohnt sehr weit weg). Als sie mit ihrer Tochter wieder weg fuhr, war das für meine Tochter ein Drama. Sie weinte sehr lange, war kaum zu beruhigen u. verzweifelt. Ich machte den Vorschlag, hinterherzufahren, uns den Weg zeigen zu lassen um Freundin in einigen Wochen auch besuchen. Sie war einverstandne. Wieder zu Hause weinte sie fast eine halbe Stunde lang u. wollte, dass wir jetzt weg fahren. Nun habe ich Bedenken, was unseren Besuch, der über einige Tage gehen soll, betrifft. Wie am Besten trennen? Fahre ich in den Schlaf hinein, hintergehe ich Tochter ja irgendwie, da sie dann zu Hause aufwacht. Verabschieden wäre aber vermutl. zu dramatisch. Sie trennt sich zur Zeit von allem Geliebten nur sehr schwer. (Spielplätze oder wenn wir bei anderen Kindern zu Beusch sind). Was ist erlaubt. ohne Tochter das Vertrauen in Glaubwürdikeit zu nehmen? Dank
Hallo, zunächst einmal ist es in diesem Alter immer besser und weniger dramatisch, wenn das Kind die geliebte Person, auch ein befreundetes Kind, wieder verlässt und nicht umgekehrt, d.h. also von ihr verlassen wird. Aktivität und Passivität drücken sich hier ganz praktisch aus. Aber der Trennungschmerz hat seinen Höhepunkt immer im Moment der Trennung selbst. Vorher und nachher geht die Spannungskurve schnell herunter, wenn die Hauptbezugsperson oder eine adäquate Vetretung anwesend sind. Daher macht es wenig, wenn ein Kind den Trennungsmoment verschläft und hinterher woanders wach wird. Jetzt ist die Bezugsperson zur Stelle, beruhigt, erklärt, lenkt ab usw. Auch Versprechungen des balidigen Wiedersehens sind angebracht. All das wirkt übrigens ein Leben lang. Vertrauen behält das Kind in die Person, die beruhigend zur Stelle ist. wodurch sollte diese Glaubwürdigkeit verlieren? Gab es denn eine feste Versprechung vorher, dass eine Trennung nie statfände? Viele Grüße
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