Hudhud
Sehr geehrter Herr Dr. Posth, Sohn, 22 Monate, seit Anfang des Jahres für 3x3 h bei Tagesmami. Sanft eingewöhnt. Weint bei der Abgabe fast jedes Mal, beruhigt sich bei ihr im Arm aber sofort sobald ich ausser Sicht bin.Ansonsten alles bestens. Freut sich bei der Abholung mich zu sehen, spielt aber dann gerne weiter und je nach Tageslaune mag er manchmal noch nicht gehen. Wenn ich zum Abholen komme und er bemerkt mich noch nicht, kuschelt er manchmal mit der Tagesmami und wirkt auf mich so wie sonst. Zuhause alles ok und die Nächte auch normal. An sich ein eher sensibles, schüchternes Kind. Was kann ich tun um ihm die Trennung zu erleichtern? Er weint ja auch wenn ich ihn beim Papa lasse, beruhigt sich dann aber auch sofort. "Wegschleichen" hat anfangs bei Tagesmami super funktioniert aber irgendwann hat mein Kleiner angefangen "aufzupassen". Vielen Dank.
Hallo, Ihr Sohn bewegt sich ja langsam auf den 2. Geburtstag zu, und da ist es mit dem "Wegschleichen" nicht mehr so leicht. Er hat jetzt begriffen, dass es einen längeren Zeitraum bei der Tagesmutter gibt, in dem Sie nicht mehr verfügbar sind. So erlebt Ihr Sohn jetzt den Trennungsmoment auch mit größerer Angst und weint deswegen. Seinem von Ihnen beschriebenen Verhalten nach zu urteilen, hat er aber seine Tagesmutter als eine feste Ersatzbezugsperson anerkannt und kann sie zum Trösten und Kuscheln ansteuern. Nur das ist das entlastende Argument in der Frage, ob man ein weinendes Kind in diesem Alter überhaupt bei der anderen Person zurücklassen darf. Die andere Person muss also eine vom Kind anerkannte Ersatzbezugsperson sein, von der es sich trösten lässt. Wenn es wirklich nur die Momente des mütterlichen Fortgehens sind und der Trost dann durch die Bezugserzieherin/TM kurzfristig gelingt, mag es angehen, dass man es toleriert. Im anderen Fall drohte eine Traumatisierung. Ein guter Hinweis ist immer das praktisch unveränderte Verhalten zu Hause und das Ausbleiben angsttraumerfüllter Nächte. Viele Grüße
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