meve
Lieber Dr. Posth, unser Sohn (14 Monate) war von Anfang an sehr anhänglich an uns (Mama und Papa). Zeitweise hat er nur beim Anblick fremder Menschen in geschlossenen Räumen (z.B. wenn wir jemanden besucht haben oder wenn jemand bei uns zuhause war) geschrien und niemand durfte ihn angucken. Beruhigen ließ er sich nur, indem wir die Situation mit ihm verlassen haben oder unser Besuch wieder fuhr. Mittlerweile hat sich dies zwar gebessert, aber er ist immer noch sehr anhänglich. Selbst seine Oma oder Großtante, die er gut kennt, dürfen ihn nicht auf den Arm nehmen und meistens auch noch nicht einmal berühren. Wir als Eltern repsektieren dies und nehmen ihn dann immer zu uns oder weisen die anderen Menschen darauf hin, dass sie unseren Sohn lieber in Ruhe spielen lassen. Haben Sie dennoch einen Tipp, wie wir unseren Sohn an solche Situationen gewöhnen können? Welche Ursachen könnte solche in Verhalten haben? Wir (und auch unser KiA) sind ratlos... DANKE! Viele Grüße von meve
Stichwort: Angst als Veranlagung Hallo, es gibt einige wenige Säuglinge, die nicht nur fremdeln, sondern früh schon eine übersteigerte Angst vor allem entwickeln, was Fremdheit bedeutet. Gibt es denn Angsterkrankungen in der Familie? Denn man muss in solchen Fällen eine Vorveranlagung für Angst annehmen. Kennt Ihr Sohn denn auch noch andere Ängste, die ihm Dinge oder Vorgänge einflößen? Die anhaltend hohe Anhänglichkeit gehört zum Muster der sozialen Angst, wobei zu sagen ist, dass man in diesem Alter in der Wissenschaft noch nicht von sozialer Angst spricht. Was sicher keinen Sinn macht, ist das Kind jetzt immer wieder solchen Situationen auszusetzen, die ihm Angst bereiten. Angst kann man nicht durch Lernen im eigentlichen Sinn verlieren und schon gar nicht durch Gewöhnung, zumindest nicht in diesem Alter. Es ist also richtig, einem davon betroffenen Kind erst einmal ganz viel Sicherheit in der Bindung zu geben, denn diese äußere Sicherheit wird mit der Zeit verinnerlicht und zu innerer Sicherheit umgewandelt. Die Loslösung tut ihr Übriges dazu. Aber Sie sollten auch die Angst-auslösenden Situationen jetzt nicht krampfhaft vermeiden. Gehen Sie normal damit um und bieten Sie Ihrem Sohn einfach weiter die Sicherheit in ihrer köperlichen Nähe. Es wird zu einer spontanen Verbesserung kommen, wenn das Selbst im Bewusstsein fertig ist und Selbstvertrauen entsteht.. Viele Grüße
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